Ist Acanthus mollis giftig?

Wenn Hausgärtner beim Erwerb von Acanthus mollis den deutschen Namen erfahren, läuten alle Alarmglocken. Die dekorative Wildstaude aus dem Mittelmeerraum wird Wahrer Bärenklau genannt. Folglich liegt die Frage auf der Hand, ob von dem hübschen Akanthusgewächs eine ähnliche Gefahr ausgeht, wie von giftigem Bärenklau.

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Der Wahre Bärenklau ist eine Heilpflanze

Acanthus mollis ist nicht giftig

Die botanische Taxonomie sorgt mitunter für Verwirrung, wenn die wissenschaftlichen Bezeichnungen mit deutschen Volksnamen übersetzt werden. Acanthus mollis ist ein leuchtendes Beispiel. Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert belegen, dass die mediterrane Wildstaude vom mittelhochdeutschen Volksmund als Bärentappe bezeichnet wurde. Im weiteren Verlauf entwickelte sich daraus der heutige Name Wahrer Bärenklau, seltener Weiche Bärentatze oder Weicher Bärenklau.

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Heimische Bärenklau-Arten, wie Wiesen-Bärenklau oder Riesen-Bärenklau, entstammen indes der Gattung Heracleum, die teils giftige Arten enthält. Ungeachtet der verbalen Konfusion, kann hinsichtlich eines Giftgehaltes von Acanthus mollis Entwarnung gegeben werden. Von der Pflanze gehen keine Bedrohungen aus, wie beispielsweise vom gefährlichen Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum).

Wahrer Bärenklau – die vergessene Heilpflanze

In grauer Vorzeit zählte Acanthus mollis zu den offizinellen Heilpflanzen. Diese Klassifizierung bedeutet, dass jede Apotheke die Pflanze vorrätig haben musste. Vermutlich war das Heilmittel in verschiedenen Zubereitungsformen erhältlich für die innere und äußere Anwendung. Die Liste traditioneller Anwendungsgebiete ist lang, wie der folgende Auszug demonstriert:

  • Wirksam bei Atemwegserkrankungen, wie Husten, Erkältung oder Grippe
  • Lindert Verstauchungen, Gicht oder Prellungen
  • Heilsam bei Wunden, Verbrennungen oder Verbrühungen

Tipps

Mit seinen prächtigen Blütenkerzen ist Wahrer Bärenklau (Acanthus mollis) der perfekte Kandidat für das sonnige Staudenbeet im naturnahen Garten. Ein leichter Schutz aus Laub und Nadelreisig genügt, damit die imposante Zierpflanze den mitteleuropäischen Winter unbeschadet übersteht.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Jordi Roy/Shutterstock

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