Wollmispel: Pflanzen und pflegen

Wollmispeln erwecken mit ihren riesigen Blättern die Aufmerksamkeit. Wenn die Gehölze im Frühjahr Früchte tragen, gleicht es einer botanischen Sensation. Am richtigen Standort kommt das exotische Gewächs problemlos zur Blüte. Damit sich Früchte entwickeln, ist eine gute Pflege unerlässlich.

wollmispel
Die Wollmispel trägt nicht nur essbare Früchten sondern auch schöne Blüten

Herkunft

Unter den Wollmispeln ist die Japanische Wollmispel mit dem wissenschaftlichen Namen Eriobotrya japonica die wichtigste Zier- und Nutzpflanze. Sie gehört zu den Rosengewächsen und kommt in Zentralchina und Südjapan vor. Das Gehölz wird nicht nur in Südostasien sondern seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa kultiviert. Hier gedeiht sie in wintermilden Regionen. In Rheinischen Gebieten entwickeln angepflanzte Wollmispeln regelmäßig Früchte.

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Wachstum

Japanische Wollmispeln wachsen als Baum mit Wuchshöhen zwischen sieben und zwölf Meter. Die immergrünen Gehölze werden als Busch oder Hochstamm angeboten.

Blätter

Die Blätter der Wollmispeln sind einfach gestaltet. Auf der Oberseite sind sie dunkelgrün gefärbt und glänzen, während die Unterseite durch eine wollige Behaarung silbrig-weiß erscheint. Sie gliedern sich in einen sehr kurzen Blattstiel und eine bis zu 30 Zentimeter lange Spreite, die etwas ledrig erscheint.

Der Blattrand nahe der Basis ist glatt. Am oberen Ende sind die Blätter gesägt. Auf der Blattspreite sind die Nerven als deutliche Vertiefungen erkennbar. Auch der frische Austrieb ist behaart, was dem Gehölz einen zusätzlichen dekorativen Aspekt verleiht.

Blüte

Die Kernobstgewächse entwickeln rispenförmige Blütenstände, die sich aus zahlreichen Einzelblüten zusammensetzen. Sie erreichen einen Durchmesser von zwei Zentimeter und werden von fünf rostbraun behaarten Kelchblättern umsäumt. Die Kronblätter sind frei und umschließen 20 gelbe Staubblätter.

Blütezeit

Zwischen September und Oktober kommt die Japanische Wollmispel zur Blüte. Die duftenden Blüten sind weiß gefärbt.

Frucht

Wollmispeln entwickeln zwischen Februar und Mai birnenförmige Scheinfrüchte, die als Nespoli oder Loquats bezeichnet werden. Die Außenhaut ist sehr dünn und hellgelb gefärbt. Sie lässt sich leicht abziehen, sodass das gelbe bis orangefarbene Fruchtfleisch sichtbar wird. Je nach Sorte hat es eine festere oder weichere Struktur. Wegen dem saftigen und erfrischend süßsauren Geschmack werden reife Früchte für Säfte und Marmeladen genutzt.

Verwendung

Die Gehölze eignen sich nur in wintermilden Regionen für die Pflanzung im Freiland. Aufgrund ihrer geringen Toleranz gegenüber niedrigen Temperaturen werden Wollmispeln in Kübeln kultiviert. Sie schmücken Topfgärten und passen als Blüten- und Fruchtschmuckpflanze perfekt in mediterrane Arrangements. Eine Kultivierung im Wintergarten bietet den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen.

Essbar

Die Früchte der Japanischen Wollmispel werden roh oder gekocht für Fruchtsalate, Gelees, Kuchen oder Säfte verwendet. Sie entwickeln einen besonders aromatischen Geschmack, wenn sie mit Schale gedämpft werden. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet werden die Samen gemahlen und als Gewürz oder Kaffeeersatz genutzt. Da sie ähnliche wie Aprikosenkerne geringe Mengen an Amygdalin enthalten, sollten roh keine größeren Mengen verzehrt werden. Der Stoff bildet sich im Verdauungstrakt in die gesundheitsschädliche Blausäure um. Durch Kochen verflüchtigt sich das Amygdalin.

Welcher Standort ist geeignet?

Eriobotrya japonica bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen. Kultivieren Sie das Gehölz an einem Standort, der vor Regen und kalten Winden geschützt ist. Ideal ist eine südlich ausgerichtete Hauswand oder eine sonnige Ecke auf der Terrasse. Ein leichter Luftzug sorgt für ausreichend Belüftung und beugt Schädlinge und Krankheiten vor.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Nutzen Sie handelsübliche Blumenerde und verbessern Sie diese mit etwas frischem Kompost. Ideale Wachstumsbedingungen bieten Sie dem Gehölz mit einer hochwertigen Kübelpflanzenerde.

Veredeln

Da die Stecklingsvermehrung viel Zeit in Anspruch nimmt, werden Kultursorten der Wollmispel durch Veredelung gezogen. Um sortenechte Pflanzen zu erzeugen, müssen Unterlage und Edelholz ein ähnliches Erbgut aufweisen. Wollmispeln werden häufig auf Quitten veredelt. Dabei werden Triebe von Sorten genutzt, die sich durch einen besonderen Fruchtgeschmack auszeichnen. Durch Verwachsung entsteht eine neue Pflanze.

Aussaat

Wollmispeln werden überwiegend durch Samen vermehrt. Wenn Ihre Pflanze keine Früchte entwickelt, können Sie Samen aus dem Fachhandel erwerben. Sie Kerne werden etwa einen Zentimeter tief in Anzuchterde gesteckt und mit Substrat bedeckt. Befeuchten Sie die Erde und stellen Sie das Gefäß an einen hellen Platz ohne direkte Sonne. Es dauert etwa sechs bis acht Wochen, bis die Samen Wurzeln entwickelt haben. Jungpflanzen werden ab einer Größe von acht Zentimetern einzeln in Töpfe gesetzt.

Stecklinge

Zur Stecklingsvermehrung werden leicht verholzte Triebe genutzt. Diese sollten acht bis zehn Zentimeter lang sein und einige Blätter besitzen. Entfernen Sie das Laub der untersten Knoten und stecken Sie den Trieb in ein sandiges Substrat. Die Erde muss kontinuierlich feucht gehalten werden. Wurzeln entstehen nach mehreren Wochen.

Wollmispel im Topf

Wollmispeln erreichen in Kübeln Wuchshöhen zwischen zwei und drei Meter. Wählen Sie einen großen Topf mit tiefem Schwerpunkt, denn die Gehölze werden mit zunehmendem Alter kopflastig und können leicht umkippen. Ein Gefäß aus Ton oder Terrakotta reguliert die Feuchtigkeit im Substrat. Abzugslöcher sollten vorhanden sein, damit sich kein Wasser im Topf ansammelt.

Balkon

Während der Sommermonate steht die Japanische Wollmispel gerne im Freien auf dem Balkon. Ideal sind helle aber halbschattige Bedingungen. Einige Stunden Sonne am Morgen oder Nachmittag fördern ein gesundes Wachstum. Direkte Sonnenbestrahlung sollten Sie vermeiden. Wenn die Pflanze verkahlt, sollten Sie den Kübel an einen sonnigeren Standort stellen. Achten Sie auf eine Überdachung, damit das Gehölz nicht dem Regen ausgesetzt ist. In Kombination mit einer schlechten Durchlüftung fördert Niederschlag die Ausbreitung von Pilzerkrankungen.

Wollmispel gießen

Während der Wachstumsphase ist der Wasserbedarf von Wollmispeln hoch. Halten Sie das Substrat zwischen Frühjahr und Herbst dauerhaft feucht. In lang anhaltenden Trockenzeiten sollten Sie den Feuchtigkeitsgehalt der Erde mehrmals täglich überprüfen. Wenn sich im Topfuntersetzer Wasser ansammelt, sollten Sie dieses sofort abgießen. Staunässe vertragen die empfindlichen Wurzeln nicht. Kurze Trockenzeiten werden toleriert, sofern die Pflanzen nicht häufiger austrocknen. Nutzen Sie zum Gießen kalkarmes Wasser.

Gut zu wissen:

  • verkümmerte Blüten und Früchte zeigen Wassermangel an
  • auch im Winter ausreichend gießen
  • Fruchtbildung bleibt aus, wenn im Winter Trockenheit herrscht

Wollmispel richtig düngen

Zwischen Mai und August befindet sich das Gehölz im Wachstum. Während dieser Zeit erfreut sich die Wollmispel im zweiwöchigen Abstand über eine Düngung. Verwenden Sie einen flüssigen Dünger für Kübelpflanzen, den Sie mäßig konzentrieren. Ein Nährstoffmangel führt dazu, dass die Pflanzen ihr Wachstum einstellen. Die Blätter entwickeln nicht mehr ihre volle Größe und vergilben.

Wollmispel richtig schneiden

Jungpflanzen werden zwischen Mai und August regelmäßig entspitzt. Sie entwickeln unterhalb der Schnittstellen Verzweigungen und wachsen durch diese Maßnahme dicht buschig. Ältere Pflanzen können zwischen Februar und März zurückgeschnitten werden. Wenn Sie während des Frühjahrs aus der Form geraten, können Sie nach der Fruchternte einen Korrekturschnitt durchführen.

Wie pflanze ich richtig um?

Etwa alle zwei bis drei Jahre sollten Sie Ihrer Wollmispel einen größeren Topf gönnen. Das Umpflanzen geschieht im zeitigen Frühjahr. Richten Sie sich bei der Wahl des Kübels am Durchmesser des Pflanzenballens. Wenn dieser noch nicht an den Topfrand stößt, reicht ein Substratwechsel aus.

Wann Sie Wollmispeln umtopfen sollten:

  • Wurzeln wachsen aus dem Substrat
  • Substrat ist vollständig durchwurzelt
  • aus den Abflusslöchern ragen Feinwurzeln heraus

Überwintern

Wollmispeln vertragen leichte Fröste und Temperaturen bis -8 Grad Celsius, sofern der Kübel mit Vlies geschützt wurde. Freilandpflanzen können viele Jahre im Garten wachsen, wenn die Winter besonders mild ausfallen. Ein strenger Winter kann starke Schäden hervorrufen, wenn der Baum nicht warm eingepackt wurde.

Daher ist es empfehlenswert, die Pflanzen ab November in einem kühlen Raum zu überwintern. Sie können das Gehölz in den Wintergarten oder in ein unbeheiztes Zimmer stellen. Hier herrschen eine Temperatur von zehn Grad Celsius und helle Bedingungen. Unter Lichtmangel wirft die Wollmispel vorzeitig ihre Blätter ab und verkahlt.

So überstehen Wollmispeln den Winter:

  • Wurzelballen darf nicht austrocknen
  • sparsam gießen, sodass die Erde leicht feucht bleibt
  • sehr schwach düngen

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Krankheiten

Gelegentlich werden Wollmispeln vom Feuerbrand befallen. Die bakterielle Krankheit äußert sich durch vollständig schwarze Triebspitzen. Feuerbrand tritt während des Frühjahrs und Sommers bei feuchtwarmer Witterung auf. Gefährdet sind alle Kernobstgewächse. Betroffene Stellen sollten großzügig entfernt werden. Um eine weitere Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern, werden Pflanzenteile über den Hausmüll entsorgt oder verbrannt.

Schädlinge

Die Japanische Wollmispel wird selten von saugenden Insekten wie Blatt- oder Schmierläusen befallen. Sie treten vermehrt unter trockenen Bedingungen im Winterquartier auf und sollten mit einer Sprühlösung auf Ölbasis bekämpft werden. Geschwächte Pflanzen werden häufiger befallen als gesund wachsende Gehölze.

Pilzbefall

Wenn der Sommer zu nass und kühl ist, breitet sich der Eriobotrya-Schorf auf den Blättern aus. Dieser Pilz hinterlässt grüne Flecken auf den Blättern, die im Laufe der Zeit eine bräunliche Farbe annehmen und sich stark ausdehnen. Die Blätter vertrocknen und fallen vorzeitig ab. Auf den Früchten sind schwarze Punkte erkennbar. Achten Sie auf einen regengeschützten Standort. Der Kübel sollte in langen Regenperioden unter ein Dach gestellt werden.

Braune Blätter

Wenn die Pflanzenballen während des Sommers häufiger trocken fallen, bekommen Wollmispeln braune Blätter. Blattverfärbungen entstehen häufig bei älteren Pflanzen durch Salzüberschuss. Achten Sie auf eine gleichmäßige Bewässerung und dosieren Sie den Dünger nicht zu hoch. Auch ein Umtopfen in einen größeren Kübel verschafft Abhilfe, da der Speicher für Wasser und Dünger erweitert wird.

Tipps

Veredelte Wollmispeln wachsen schneller und bilden bei guter Pflege Früchte im Frühjahr aus. Wenn Sie sich weniger für die Anzucht und mehr für die Ernte interessieren, ist ein veredeltes Gehölz die richtige Wahl.

Sorten

  • Coppertone: Kompakter Wuchs. Blüten rosa, angenehm duftend. Erreicht Wuchshöhen zwischen 700 und 900 Zentimeter, im Kübel niedriger wachsend.

Text: Christine Riel
Artikelbild: F.Neidl/Shutterstock

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