Weinblätter einlegen und daraus feine Speisen kreieren

Ein Rebstock lässt alljährlich einen Teil seiner Blätter beim Schneiden zu Boden fallen. Das grüne Laub ist für den Komposthaufen zu schade, denn zusammen mit ein paar anderen Zutaten ergibt es eine köstliche Speise. Eingelegt stehen die Weinblätter sogar allzeit für den Kochtopf bereit.

weinblaetter-einlegen
Eingelegte Weinblätter lassen sich vielfältig verwenden

Weinblätter als Kochzutat

Weinblätter sind keine typische Zutat in der heimischen Küche. Doch inzwischen haben sie viele Menschen in südländischen Restaurants oder während eines Griechenlandurlaubs probiert. Der eine oder andere ist dabei auf den Geschmack der grünen Blätter gekommen. Um die fein gerollten Dolmades öfter zu genießen, muss nicht immer ein teuerer Restaurantbesuch sein. Mit einfachen Rezepten aus dem Internet und ein paar Weinblättern lassen sich auch daheim köstliche Gerichte zaubern.

Lesen Sie auch

Kaufen oder selbst einlegen?

Wer keinen Zugang zu frischen Weinblättern hat, muss diese Zutat in einem Supermarkt kaufen. Dort werden die Blätter hierzulande nur eingelegt angeboten. Wer jedoch einen eigenen Rebstock im Garten hat oder einen Rebstockbesitzer kennt, sitzt direkt an der frischen und kostenlosen Quelle. Doch in der Sommerzeit heißt es nicht nur, die Gunst der Stunde nutzen und mit frischen Weinblättern kochen. Es heißt auch, dass es die richtige Zeit ist, sich einen Blättervorrat für die restliche Zeit des Jahres anzulegen. Das geschieht am einfachsten durch Einlegen.

Geeignete Weinblätter

Ein Rebstock treibt in der Vegetationsperiode unzählige Blätter aus. Je nach Region sprießen die ersten Blätter so ab Mai, wenn kein Frost zu befürchten ist und die Temperaturen steigen. Bis in den November hinein schmückt sich der Weinstock mit seinem Blätterkleid, welches dann eine gelbe Färbung annimmt.
Aus diesem üppig bestückten Blätterkleid gilt es, die schmackhaftesten Blätter auszuwählen:

  • junge Blätter, die noch zart sind
  • sind am helleren Grünton zu erkennen
  • befinden sich an der Spitze der Triebe
  • sollten etwa handgroß sein

Tipps

Verwenden Sie nur Weinblätter von Rebstöcken, die nicht zuvor gespritzt wurden, damit Sie mit ihnen keine belastenden Stoffe zu sich nehmen.

Die beste Zeit für das Einlegen

Das Einlegen der Weinblätter kann mit dem sommerlichen Schnitt zeitlich kombiniert werden. Es ist aber auch möglich, sich jederzeit an den Blättern zu bedienen. Das Abpflücken der benötigten Menge schadet der Pflanze nicht. Wann genau sich die zarten grünen Blätter zeigen, hängt auch mit der aktuellen Witterung zusammen. Daher heißt es: Achtsam sein und den optimalen Zeitpunk abpassen. In der Zwischenzeit können Sie schon ein paar geeignete Gläser besorgen.

Rezept für eingelegte Weinblätter

Für ein etwa 500 ml fassendes Glas benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 60 Weinblätter
  • 50 Gramm Salz
  • 250 ml Wasser
  • etwas Kreuzkümmel
  • ggf. 4 Knoblauchzehen

Sie können gern mehrere Gläser mit Weinblättern befüllen und brauchen dafür die angegebenen Mengen lediglich passen zu erhöhen.

Zubereitung

  1. Befreien Sie alle Weinblätter von den Stielen.
  2. Erhitzen Sie in einem großen Topf Wasser.
  3. Geben Sie eine Portion Weinblätter hinein, sobald das Wasser kocht.
  4. Blanchieren Sie die Blätter nur kurz und lassen Sie sie danach auf Küchenpapier ausgebreitet abkühlen und abtrocknen.
  5. Blanchieren Sie auch alle übrigen Blätter.
  6. Legen Sie je 5 Blätter übereinander und rollen Sie sie zu einem Päckchen zusammen.
  7. Geben Sie die Päckchen in das Glas. Wenn Sie mögen, geben Sie noch Knoblauch dazu.
  8. Kochen Sie das Wasser mit dem Salz auf. Geben Sie etwas Kümmel dazu.
  9. Lassen Sie die Salzlake erst abkühlen, bevor Sie damit das Glas auffüllen.
  10. Lagern Sie das gut verschlossene Glas kühl und trocken.

Haltbarkeit

Die Salzlake hält die eingelegten Weinblätter monatelang haltbar. Nach Bedarf können einzelne Päckchen aus dem Glas zum Kochen entnommen werden. Wichtig ist nur, diese mit einer sauberen Gabel herauszunehmen und danach das Glas sofort wieder zu verschließen.

Fazit für Schnell-Leser:

  • Essbarkeit: Weinblätter sind essbar und eine beliebte Kochzutat in der südländischen Küche
  • Frische: Zum Kochen können sowohl frische als auch eingelegte Weinblätter verwendet werden
  • Blätterlieferant: Ein eigener Rebstock liefert nebenbei eine Menge Weinblätter zum Einlegen
  • Geeignete Blätter: Handtellergroße junge Blätter sind zart; sitzen an den Triebspitzen und sind heller
  • Tipp: Verwenden Sie nur gesunde Blätter von ungespritzten Weinstöcken
  • Beste Zeit: Ab Mai können jederzeit Blätter abgepflückt werden; auch der Sommerschnitt liefert viele Blätter
  • Rezept für ein 0,5 l Glas: 60 Weinblätter, 50 Gramm Salz; 250 ml Wasser
  • Würze: etwas Kreuzkümmel, 4 Knoblauchzehen
  • Schritt 1: Blätter von Stielen befreien und portionsweise kurz in heißes Wasser blanchieren
  • Schritt 2: Blätter ausgebreitet abkühlen und abtrocknen lassen; je 5 Stück übereinanderlegen und aufrollen
  • Schritt 3: Blätterpäckchen in das Glas legen und Knoblauchzehen dazugeben.
  • Schritt 4: Wasser mit Salz und Kümmel aufkochen und anschließend vollständig abkühlen lassen
  • Schritt 5: Glas mit Salzlake auffüllen; gut verschließen und kühl und trocken lagern
  • Haltbarkeit: Das Salz in der Lake hält die Weinblätter monatelang haltbar
  • Verwendung: Bei Bedarf können einzelne Weinblätterpäckchen mit einer sauberen Gabel zum Kochen entnommen werden

Das Gartenjournal Frische-ABC

Wie läßt sich Obst & Gemüse richtig lagern, damit es möglichst lange frisch bleibt?

Das Gartenjournal Frische-ABC als Poster:

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: RimmaOrphey/Shutterstock
Social Media Manager

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.