Wie giftig ist Wacholder wirklich?

Wacholderbeeren werden traditionell in der Winterküche genutzt und finden auch in der Spirituosenherstellung Verwendung. Doch bei ihrer Nutzung ist Vorsicht geboten, denn die Gehölze enthalten giftige ätherische Öle. Je nach Art sind diese unterschiedlich hoch konzentriert.

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Die als essbar geltenden Wacholderbeeren sind schwach giftig

Giftigkeit von Juniperus-Arten

Alle Arten der Gattung enthalten ätherische Öle, die als giftig eingestuft werden. Sie setzen sich aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zusammen, die bei Kontakt zur Haut Reizerscheinungen hervorrufen können. Werden giftige Früchte oder Pflanzenteile verzehrt kann es zu verschiedenen Symptomen kommen.

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Ein Verzehr führt zu:

  • Schmerzen in den Nieren
  • Schädigungen der Leber
  • gesteigerte Herztätigkeit
  • schnellere Atmung

Gemeiner Wacholder

Im Gegensatz zu verwandten Juniperus-Arten sind bei Juniperus communis nicht alle Pflanzenteile sondern Früchte und Nadeln leicht giftig. Die Konzentration der giftigen ätherischen Öle variiert je nach Reifezustand. Daher sollten die Beeren nur schwach dosiert als Gewürz in Speisen verwendet werden. Normalerweise hat ein Erwachsener keine Probleme mit der Verträglichkeit. Wenn Magenschmerzen oder Übelkeit auftreten, kann eine erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit Abhilfe verschaffen.

Sadebaum

Dieser niedrig wachsende Wacholder ist in allen Pflanzenteilen und besonders in Triebspitzen und Früchten stark giftig. In der Vergangenheit kam es öfter vor, dass die Ernten von Wacholderbeeren mit Früchten des Sadebaums vermischt wurden. Diese verunreinigten Ernten wurden für die Herstellung von Gin verwendet. Damit das nicht mehr passiert, wurden zumindest in Spanien staatliche Kontrollen eingeführt.

Das ätherische Sadebaumöl enthält höhere Konzentrationen der giftigen Wirkstoffe, sodass bereits wenige Tropen Öl zum Tod führen können. Auch beim Einreiben in die Haut können Vergiftungserscheinungen auftreten. Ein Erkennungsmerkmal ist der unangenehme Geruch beim Zerreiben der Blätter.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Vladimir Pankov/Shutterstock

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