Kriechwacholder

Kriechwacholder schneiden: Wann und wie es richtig geht

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Der formschöne Kriechwacholder ist ein beliebtes Gestaltungselement im Garten. Dieser Artikel erläutert die optimale Schnittpflege, um die Gesundheit und das ansprechende Aussehen der Pflanze zu erhalten.

Kriechwacholder Rückschnitt
Kriechwacholder kann jederzeit geschnitten werden, solange es nicht friert

Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt

Der beste Zeitpunkt, um Ihren Kriechwacholder zu schneiden, liegt entweder im Frühjahr oder im Herbst. Während dieser Perioden können Sie den Formschnitt oder leichte Rückschnitte durchführen, da die Pflanze aktiv wächst und sich gut regenerieren kann. Achten Sie darauf, den Schnitt an einem frostfreien Tag vorzunehmen, um die Pflanze nicht zu belasten.

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Berücksichtigen Sie zudem die Vogelbrutzeiten. Zwischen dem 1. März und dem 30. September sollten Sie keine radikalen Schnitte vornehmen, um Nester nicht zu zerstören und Bußgelder zu vermeiden. Kräftigere Rückschnitte sind daher im frühen Frühling oder späten Herbst ideal, wenn weder Frost noch extreme Hitze vorherrschen.

Achten Sie zusätzlich auf folgende Aspekte:

  • Schneiden Sie nur an frostfreien Tagen.
  • Vermeiden Sie Schnitte bei starkem Regen oder praller Sonne.

Diese Vorkehrungen helfen, die Gesundheit des Kriechwacholders zu erhalten und die heimische Tierwelt zu schützen.

Notwendiges Werkzeug

Für einen sauberen und präzisen Schnitt benötigen Sie das richtige Werkzeug. Eine scharfe Gartenschere, entweder Bypass- oder Ambossschere, ist für die meisten Arbeiten ausreichend. Bei dickeren Ästen oder beim Roden ist eine Astsäge sinnvoll. Heckenscheren können bei großen Hecken hilfreich sein, bevorzugen Sie dabei handbetriebene Modelle, um Schnitte ins alte Holz zu vermeiden, da der Kriechwacholder aus diesem Bereich schlecht wieder austreibt.

Reinigen Sie die Werkzeuge nach jedem Gebrauch gründlich und reiben Sie die Klingen mit einem ölgetränkten Lappen ab, um ihre Funktionalität langfristig zu erhalten. Vor dem Schnitt sollten die Werkzeuge desinfiziert werden, um Infektionen an der Pflanze zu verhindern.

Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, um sich vor den spitzen Nadeln des Kriechwacholders und möglichen Hautirritationen durch den leicht giftigen Pflanzensaft zu schützen.

Schnitttechniken

Beim Schneiden des Kriechwacholders können verschiedene Techniken angewendet werden, um unterschiedliche Ziele zu erreichen:

Formschnitt

Ein regelmäßiger Formschnitt fördert den dichten Wuchs und erhält die gewünschte Form des Kriechwacholders. Schneiden Sie die Zweige stets direkt an den Verzweigungen ab, um keine Aststummel stehen zu lassen, die Krankheitsherde darstellen können. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Schablone, um spezielle Formen zu erzielen.

Auslichtungsschnitt

Der Auslichtungsschnitt verbessert die Luftzirkulation innerhalb der Pflanze und hilft, Verfärbungen der Wacholderpflanze zu vermeiden. Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder sich kreuzende Zweige vollständig, um das Innere der Pflanze gesund zu halten und ein Verkahlen zu verhindern. Vermeiden Sie hierbei Schnitte ins alte Holz.

Verjüngungsschnitt

Sollte die Pflanze verkahlen oder zu groß werden, kann ein Verjüngungsschnitt notwendig sein. Schneiden Sie dabei nicht ins alte Holz, sondern konzentrieren Sie sich auf die äußeren, jüngeren Zweige, um den Neuaustrieb zu fördern.

Durch das Anwenden dieser Techniken bleibt Ihr Kriechwacholder gesund, vital und ästhetisch ansprechend.

Praktische Tipps für den Schnitt

Ein gut geplanter Schnitt ist entscheidend für die Gesundheit und das Aussehen Ihres Kriechwacholders:

  • Führen Sie die Schnitte stets direkt an einer Verzweigung durch.
  • Schneiden Sie nicht ins alte Holz, da der Kriechwacholder dort schlecht wieder austreibt.
  • Regelmäßige Schnitte fördern die Form und Gesundheit der Pflanze.
  • Verwenden Sie stets scharfe und saubere Werkzeuge, um Infektionen zu vermeiden.
  • Tragen Sie Handschuhe, um sich vor den spitzen Nadeln und Pflanzensaft zu schützen.
  • Vermeiden Sie Schnitte bei nassem Wetter, um Pilzinfektionen vorzubeugen.

Diese Tipps unterstützen die langfristige Gesundheit und das Erscheinungsbild Ihres Kriechwacholders.

Schnittmaßnahmen bei verschiedenen Wuchsformen

Unterschiedliche Wuchsarten des Kriechwacholders erfordern spezielle Pflege:

Bodendecker

Ein regelmäßiger Formschnitt ist notwendig, um den teppichartigen Charakter des Bodendeckers zu erhalten. Ein Auslichtungsschnitt fördert die Luftzirkulation und verhindert das Verkahlen der Pflanze. Schneiden Sie die Zweige stets an den Verzweigungen ab und vermeiden Sie Schnitte ins alte Holz.

Kübelpflanzen

Kübelwacholder benötigen ebenfalls Formschnitte, um kompakt zu bleiben. Ein jährlicher Schnitt reicht meist aus, um überlange Triebe zu entfernen. Auch hier sind Auslichtungsschnitte wichtig. Wählen Sie für den Schnitt frostfreie Tage und schneiden Sie nicht ins alte Holz.

Solitärpflanzen

Bei Solitärpflanzen können tiefere Formschnitte vorgenommen werden, um spezielle Formen zu gestalten. Entfernen Sie abgestorbene und kranke Triebe vollständig. Ein Auslichtungsschnitt kann auch hier die Luftzirkulation verbessern und das Innere der Pflanze verjüngen. Vermeiden Sie Schnitte ins alte Holz.

Durch die Anpassung der Schnittmaßnahmen an die jeweilige Wuchsform fördern Sie das gesunde Wachstum und die ästhetische Wirkung des Kriechwacholders in Ihrem Garten.

Pflege nach dem Schnitt

Nach dem Schnitt ist die richtige Pflege wichtig, um die Gesundheit und Vitalität Ihres Kriechwacholders sicherzustellen:

  • Gießen: Junge Pflanzen benötigen nach dem Schnitt reichlich Wasser. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben immer leicht antrocknen. Etablierte Pflanzen brauchen nur bei längeren Trockenperioden zusätzliche Wassergaben.
  • Düngen: Arbeiten Sie einmal im Monat ausgereiften Kompost in das Erdreich ein oder verwenden Sie einen speziellen Wacholder-Dünger.
  • Unkraut- und Rindenpflege: Entfernen Sie Unkraut und Gras um die Basis der Pflanze und bedecken Sie den Stamm mit einer Mulchschicht, um Unkraut zu verhindern und die Feuchtigkeit zu speichern.
  • Winterschutz: Obwohl Wacholder winterhart ist, benötigen Kübelpflanzen zusätzlichen Winterschutz. Umwickeln Sie den Kübel mit isolierendem Material und stellen Sie ihn auf eine Holz- oder Styroporplatte. Decken Sie das Substrat mit Laub oder Stroh ab. An frostfreien Tagen sollten auch im Winter gelegentlich Wassergaben erfolgen, um Trockenstress zu vermeiden.
  • Schädlings- und Krankheitskontrolle: Überprüfen Sie Ihre Pflanze regelmäßig auf Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten und greifen Sie bei einem Befall sofort ein.

Mit diesen Pflegemaßnahmen wächst Ihr Kriechwacholder nach dem Schnitt stark und gesund weiter und behält seine dekorative Wirkung in Ihrem Garten.

Bilder: marrakeshh / iStockphoto