Vogelmiere essen – in diesen Speisen ist sie willkommen

Bekämpfen Sie nicht die Vogelmiere, laden Sie sie in Ihre Küche ein. Und wenn sie nicht bei Ihnen daheim als Unkraut wächst, begeben Sie sich auf die Suche danach. Irgendwo in der Nähe lässt sich das Wildkraut bestimmt aufspüren. Vogelmiere liefert reichlich Nährstoffe, begleitet von einem milden Geschmack.

Vogelmiere Küche
Vogelmiere ist lecker und gesund und kann vielfältig verarbeitet werden

Jeder Tag ist Sammeltag

Frische Esspflanzen erfreuen uns zumeist nur einen kurzen Teil des Jahres. Die Vogelmiere ist da anders. Das Wildkraut wächst sogar an kalten Wintertagen, solange keine Minusgrade herrschen. Es überwintert grün. Hauptsächlich zwischen März und Oktober zeigt es uns seine kleinen, weißen Blüten. Zu jeder Zeit darf die Pflanze gesammelt und in Speisen verarbeitet werden.

Die Inhaltsstoffe

Frische Vogelmiere hat uns viele gesunde Inhaltsstoffe anzubieten. Hier ein Auszug davon:

  • Vitamin C
  • Vitamin A
  • Kalium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Kieselsäure

Bereits 50 Gramm Vogelmiere reichen aus, um den vollen Tagesbedarf an Vitamin C zu decken. Das Wildkraut ist zudem reich an pflanzlichen Eiweißen.

Heilende Wirkung

Rohe Vogelmiere enthält auch einen Stoff mit dem Namen Aucubin. Dabei handelt es sich um ein Glykosid, welches sich stärkend auf unser Immunsystem auswirkt und zusätzlich den Alterungsprozess abbremst.

Auch bei bereits aufgetretenen Erkrankungen entfaltet die Vogelmiere heilende Kraft. In homöopathischer Form hilft sie gut bei Rheuma und Gicht. Pfarrer Kneipp vertraute ihren Heilkräften bei Lungenleiden, Verschleimung und Hämorrhoiden.

Tipps

Schauen Sie beim Sammeln genau hin, denn es besteht Verwechslungsgefahr mit dem leicht giftigen Ackergauchheil.

Vogelmiere in grüne Smoothies

Die einfachste und beste Möglichkeit, Vogelmiere für die eigene Ernährung zu nutzen, ist es, sie in grüne Smoothies zu geben. Da das Kraut dabei weder erhitzt noch anderweitig stark verändert wird, bleiben alle Nährstoffe erhalten.

Wenn die Wildpflanze sofort nach dem Sammeln verarbeitet wird, ist der Verlust an sog. sekundären Pflanzenstoffen gering. Diese rücken zunehmend im Fokus der Forschung. Es könnte gut sein, dass sie für unsere Gesundheit weit bedeutender sind, als bislang angenommen.

Tipps

Um bei diesem gesunden Trunk für eine geschmackliche Abwechslung zu sorgen, kann die Vogelmiere mit anderen Kräutern oder gar Obst beliebig kombiniert werden.

Vogelmiere als Salat

Vogelmiere breitet sich auf große Flächen aus, deswegen werden Sie beim Sammeln meist viele Pflanzen zugleich entdecken. Obwohl die Blätter und Blüten klein sind, reicht die Masse aus, gleich einen ganz Korb damit zu füllen. Nehmen Sie eine Schere mit, damit Sie die Vogelmiere bodennah abschneiden können. Nach einigen Tagen oder Wochen können Sie wieder vorbeischauen und den Neuaustrieb ernten.

Vogelmiere kann als Salat genauso zubereitet werden wie ein im Garten kultivierter Salat.

Tipps

Sammeln Sie die Vogelmiere weit ab von starkbefahrenen Straßen oder Wegen, an den Hunde vorbei kommen.

Pesto aus Vogelmiere

Hier ein Rezept für einen grünen Pesto mit Vogelmiere:

  • 2 Handvoll frische Vogelmiere
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 ml gutes Olivenöl
  • etwas Salz und Pfeffer
  • 50-100 g geriebenen Parmesan
  • 50 g Pinienkerne
  • Rösten Sie die Pinienkerne in einer Pfanne an und lassen Sie sie abkühlen.
  • Waschen Sie die Vogelmiere gründlich, lassen Sie sie abtrocknen und schneiden Sie sie dann klein.
  • Geben Sie alle Zutaten in einen Mixer und mixen Sie sie fein.
  • Das Pesto schmeckt zu Nudel und gekochten Kartoffeln. Im Kühlschrank kann es viele Tage aufbewahrt werden, am besten festverschlossen in einem Glas.

    Text: Daniela Freudenberg

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