Warum Tauben fernhalten nicht das Problem löst

Tauben verursachen starke Verschmutzungen an Fassaden. Ihr Kot ist nicht nur ein Nährboden für Schimmel sondern kann auch Gesteine zerstören. Daher ist es wichtig, dass sich die Tiere nicht unkontrolliert vermehren.

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Tauben nisten gern dort, wo sie nicht willkommen sind

Warum es so viele Straßentauben gibt

Die in Städten lebenden Taubem stammen von verwilderten Haustauben ab. Sie gilt als eines der erfolgreichsten Wirbeltiere, die im Lebensraum Stadt Fuß fassen konnte. Durch das reiche Nahrungsangebot entwickelte sie in den letzten Jahrzehnten massenhafte Populationen. Ihre Brutzeit ist mit 18 Tagen kurz, sodass ein Taubenpaar pro Jahr bis zu zwölf Jungtiere großziehen kann.

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Auf eine Fütterung verzichten

Das Zufüttern hat keinerlei Vorteile sondern nachteilige Folgen für die Vögel, denn das Futter ist ungeeignet und ruft Mangelerscheinungen und Krankheiten hervor. In städtischen Populationen leben viele kranke Tiere, welche in der freien Wildbahn Raubtieren zum Opfer fallen. Tauben gelten als Stressbrüter, die auf konstante Nahrungsbedingungen angewiesen sind. Fällt eine Futterquelle plötzlich weg, investieren sie ihre letzte Energie in die Produktion von möglichst vielen Nachkommen. Diese sollen den Bestand sichern.

Was Sie tun können

Ob Maßnahmen zur Taubenabwehr sinnvoll sind, hängt von der Motivation der Taube ab. Bebrüten die Tiere ein Gelege oder füttern sie Nachkommen, lassen sie sich nicht von Spikes abhalten. Sie werden alle Möglichkeiten versuchen, um an ihr Nest zu gelangen. Größere Erfolge erzielen die Methoden zum Fernhalten, wenn es in der Umgebung genügend Ausweichmöglichkeiten für die Tauben gibt. Diese dienen jedoch nur der Symptombekämpfung und erweisen sich als langfristig erfolglos.

Potentielle Lösungen:

  • Verschließen von Einflugöffnungen
  • Fenstersimse abschrägen
  • Essensreste unzugänglich lagern
  • Abwehr mit Ultraschall
  • magnetische Systeme, die geruchswirksame Stoffe versprühen

Ungeeignete Maßnahmen

Vorrichtungen mit spitzen Stacheln, Elektroinstallationen oder nicht fachgerecht aufgehängte Netze stellen eine Verletzungsgefahr dar. Nicht selten werden fragwürdige Maßnahmen wie das Erschießen und Vergiften zahlreicher Vögel durchgeführt. Solche unüberlegten Handlungen sorgen nur auf kurze Sicht für eine Verbesserung. Es hat sich gezeigt, dass Bestände nach einer Reduktion auf 20 Prozent ihrer Größe schon innerhalb weniger Wochen den Schwarm aufgebaut haben. Teilweise hat sich das Problem vergrößert.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Tillottama/Shutterstock

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