Schneeforsythie: Pflanzen und pflegen

Gelbe Forsythien sind in fast jedem Garten zu finden - eher selten ist dagegen die Weiße Forsythie (bot. Abeliophyllum distichum), auch Schneeforsythie genannt, mit ihren strahlend weißen Blüten und dem zauberhaft süßen Mandelduft. Der pflegeleichte Strauch wird bis etwa zwei Meter hoch und ebenso breit. Mit diesem Maßen eignet sich der Frühjahrsblüher auch für kleine Gärten.

Weiße Forsythie
Auch wenn sie ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, ist die Schneeforsythie gar nicht mit der Forsythie verwandt

Herkunft und Verbreitung

Trotz des Namens gehört die Schneeforsythie (bot. Abeliophyllum distichum) nicht in die Gattung der Forsythien, sondern ist die einzige Art der Pflanzengattung Abeliophyllum. Als solche zählt sie zur Familie der Ölbaumgewächsen (Oleaceae) und ist mit der hierzulande ungleich bekannteren gelben Garten-Forsythie verwandt. Auch an ihren natürlichen Standorten, felsige Gegenden im weit entfernten Südkorea, ist Abeliophyllum distichum mittlerweile selten geworden – ein Grund mehr, den herrlich im Frühjahr blühenden Strauch verstärkt in Gärten zu pflanzen. Hier bezaubert er den Betrachter nicht nur mit seiner üppigen weißen Blütenpracht, sondern auch mit einem aromatischen Mandelduft.

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Verwendung

Die Schneeforsythie bleibt ein recht zierlicher Strauch, der sich sehr gut als Solitär in kleine Gärten oder in den Vorgarten pflanzen lässt. Auch eine Haltung auf dem Balkon oder der Terrasse ist möglich, sofern das Gehölz in einen ausreichend großen Kübel gepflanzt wird. Des Weiteren eignet sich der schnell wachsende Strauch auch sehr gut für eine Heckenpflanzung, etwa gemeinsam mit heimischen Wildsträuchern oder gelben Forsythien.

Als Kübelpflanze schmückt die Schneeforsythie etwa den Haupteingang Ihres Hauses oder bildet – als Spalier aufgestellt – eine Art Sichtschutzwand auf der Terrasse. Im Garten kommt der Strauch vor allem vor immergrünen Gehölzen wie beispielsweise einer Eiben- oder Buchsbaumhecke zur Geltung, denn deren dunkelgrüne Belaubung setzen die weißen Blüten erst so richtig in Szene. Im Frühjahr blüht die Schneeforsythie schließlich mit einem davor gepflanzten Blütenteppich aus Krokussen, gelben Narzissen und / oder blauen Traubenhyazinthen um die Wette.

Aussehen und Wuchs

Bei der Schneeforsythie handelt es sich um einen eher zierlichen Strauch, der maximal bis zu zwei Meter hoch und ebenso breit wird. Die Art wächst vergleichsweise langsam, legt sie doch pro Jahr lediglich zwischen zehn und 30 Zentimeter an Neuwachstum zu. Bei älteren Exemplaren hängen die Zweige und Äste über, was dem Gehölz schließlich einen malerischen Anblick verleiht.

Blätter

Die Belaubung der Schneeforsythie ist sommergrün, d. h. der Strauch wirft seine Blätter im Herbst ab. In dieser Jahreszeit färben sich die Blätter gelb bis rötlich. Der Neuaustrieb erfolgt erst nach der Blüte. Die kräftig dunkelgrünen Blätter sitzen an kurzen Blattstielen gegenständig an den Zweigen. Die Blattspreite ist oval bis lanzettlich geformt und kann bis etwa fünf Zentimeter lang werden. Beide Blattseiten sind fein behaart.

Blüten und Blütezeit

Wie die gelbe Forsythie kündigt auch die Schneeforsythie den Frühling durch eine beeindruckende Blütenpracht an: Die zahlreichen weißen Blütenglöckchen erscheinen meist zwischen März und Mai, können aber in klimatisch milden Regionen schon im Januar aufblühen. Der Strauch betört durch seine üppige Blütenfülle an unzähligen kleinen, weißen oder zart rosafarbenen Blütchen. Diese sind fünfzählig und werden maximal bis einen Zentimeter groß. Der intensive Mandelduft lockt viele Insekten an, wobei der Strauch vor allem bei den oft schon sehr früh im Jahr fliegenden Hummeln als Nahrungsquelle interessant ist.

Früchte

Nach der Blüte entwickeln sich zahlreiche runde, zwischen zwei und drei Zentimeter große Flügelnüsse. Sie sind flach geformt und tragen in jeweils einer Tasche zwei Samen. Diese wiederum reifen bereits im Sommer.

Giftigkeit

Im Gegensatz zur leicht giftigen Gartenforsythie gilt die Schneeforsythie als ungiftig. Nichtsdestotrotz sind sowohl die Blüten als auch die Früchte ungenießbar.

Welcher Standort ist geeignet?

Die pflegeleichte Schneeforsythie fühlt sich an einem möglichst sonnigen und windgeschützten Standort besonders wohl, gedeiht aber auch im hellen Schatten noch gut – die Art gilt als anpassungsfähig. Pflanzen Sie Abeliophyllum distichum so, dass der Strauch insbesondere zur Blütezeit perfekt zur Geltung kommt.

Boden

Im Hinblick auf den Boden sind Schneeforsythien ebenfalls recht anpassungsfähig, lediglich stark verdichtete, dauerfeuchte Untergründe und Staunässe sollten vermieden werden. Am besten kommt der Strauch jedoch mit einem humosen, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden zurecht. Da die Pflanze zudem kalkempfindlich ist, sollte das Erdreich möglichst kalkarm sein. Werten Sie sandigen, eher kargen Boden mit Kompost auf, schwerer kann hingegen mit Kies oder Sand durchlässiger gemacht werden. Ungeeignet ist dagegen ein trockener Untergrund.

Schneeforsythie richtig pflanzen

Der beste Termin zum Pflanzen der Schneeforsythie ist ein frostfreier, milder Tag im Frühling, an dem auch der Boden schon schön locker und nicht mehr gefroren ist. Alternativ ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich. Setzen Sie den Strauch am besten als Solitär in die Erde bzw. halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens einem Meter zu benachbarten Gewächsen ein. Zum Einen kann die Schneeforsythie mit den Jahren recht ausladend werden, zum Anderen kommt ihre Schönheit so am besten zur Geltung. Lediglich bei einer Heckenpflanzung kann der Pflanzabstand geringer sein, hier pflanzen Sie pro Meter bis zu zwei Pflanzen.

Und so wird die Schneeforsythie in den Boden gesetzt:

  • passenden Standort auswählen
  • Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser stellen
  • ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  • sollte doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen sein
  • Drainageschicht aus Kies oder Sand einfüllen
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Schneeforsythie einsetzen
  • Erde einfüllen und gut andrücken
  • reichlich gießen

Damit das Erdreich vor allem an einem sonnigen Standort nicht so schnell austrocknet, können Sie den Wurzelbereich anschließend mulchen. Die Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und erleichtert der Pflanze so das Anwachsen.

Schneeforsythie gießen

Frisch gepflanzte Schneeforsythien sollten bei trockener Witterung gegossen werden, damit der Strauch besser einwurzelt und dabei keine Trockenschäden davon trägt. Ist die Pflanze dagegen gut eingewurzelt und an ihrem Standort etabliert, genügt in der Regel der gelegentliche Regen. Gießen Sie nun nur bei einer länger anhaltenden Phase der Trockenheit. Auch in Kübeln kultivierte Exemplare brauchen eine regelmäßige Wasserversorgung. Verwenden Sie nur kalkarmes Wasser in Form von Regenwasser oder gut abgestandenem Leitungswasser.

Schneeforsythie richtig düngen

Sofern die Schneeforsythie auf einem humosen Boden steht und bereits bei der Pflanzung mit Kompost versorgt wurde, ist eine weitere Düngung nicht notwendig. Lediglich auf kargen Böden sollten Sie den Strauch zwischen Frühjahr und Herbst mit Kompost versorgen. Kübelexemplare erhalten zwischen April und Oktober alle zwei Wochen eine Düngung mit einem Flüssigdünger für Blühpflanzen.

Schneeforsythie richtig schneiden

Während die gelb blühende Garten-Forsythie jährlich geschnitten werden sollte, ist ein regelmäßiger Rückschnitt der langsamer wachsenden Schneeforsythie im Grunde nicht notwendig. Hier genügt es, wenn Sie den Strauch etwa alle zwei bis drei Jahre stutzen. Der Auslichtungsschnitt sorgt dafür, dass die Pflanze ihre Form behält und nicht vergreist. Greifen Sie am besten nach der Blüte zur Gartenschere, da die Blüten des kommenden Jahres bereits im Herbst am einjährigen Holz angelegt werden. Ein zu spät erfolgter Rückschnitt kann Sie also um die Blütenpracht bringen. Schneiden Sie alle Triebe ungefähr um ein Drittel bis zu einer gut ausgebildeten Knospe zurück. Im Falle einer Krankheit kann manchmal ein radikaler Rückschnitt notwendig sein, den die Schneeforsythie jedoch in der Regel gut verträgt.

Schneeforsythie vermehren

Prinzipiell lässt sich die Schneeforsythie sehr leicht über Stecklinge oder auch Absenker vermehren. Für einen Absenker wählen Sie im Spätsommer einen kräftigen, bodennah wachsenden Trieb aus, den Sie mit einem scharfen Messer einritzen. Graben Sie unter dem Strauch ein kleines Loch und legen Sie den Trieb mit der angeritzten Stelle darin ab. Bedecken Sie Loch und Trieb mit Erde und beschweren Sie beides, beispielsweise mit einem Stein. Binden Sie die herausschauende Triebspitze senkrecht nach oben, damit die Jungpflanze eine gefällige Wuchsform erhält. Im nächsten Frühjahr sollte der mit Erde bedeckte Triebteil eigene Wurzeln entwickelt haben, so dass Sie den Absenker von der Mutterpflanze trennen und separat einpflanzen können.

Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie nach der Blüte die gewünschte Anzahl an etwa zehn bis 15 Zentimeter langen, kräftigen Trieben. Entfernen Sie die Blätter in der unteren Hälfte der Zweige und pflanzen Sie diese separat in mit Anzuchterde gefüllte Töpfe. Stellen Sie die Pflanzgefäße an einen warmen und hellen Standort und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Nachdem die Stecklinge eigene Wurzeln entwickelt haben, können Sie im darauffolgenden Frühjahr ins Freie gepflanzt werden.

Überwintern

Da die Schneeforsythie auch in unserem Klima ausreichend winterhart ist, sind Schutzmaßnahmen nur in Ausnahmefällen notwendig. So können etwa Spätfröste die Blütenpracht erfrieren lassen, weshalb Sie bei angekündigten Tiefsttemperaturen Knospen und Blütentriebe des Strauches über Nacht mit Jute oder Gärtnervlies umhüllen sollten. Auch in Töpfen gehaltene Schneeforsythien brauchen einen Winterschutz bzw. überwintern ohnehin am besten kühl, aber frostfrei und hell im Haus oder Wintergarten.

Krankheiten und Schädlinge

Die robuste Schneeforsythie wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Dennoch ist sie natürlich nicht davor gefeit, vor allem Staunässe oder dauerhaft feuchter Boden kann zu Infektionen führen.

Tipps

Die Zweige der Schneeforsythie lassen sich sehr gut als Barbarazweige verwenden: Schneiden Sie sie zum Barbaratag, dem 4. Dezember, dann blühen sie innerhalb weniger Tage in der Vase auf. Die Weihnachtstradition soll Glück für das kommende Jahr bringen.

Arten und Sorten

Von der weit verbreiteten gelben Gartenforsythie sind verschiedene Sorten bekannt, von der derzeit noch seltenen Schneeforsythie wird dagegen nur die Art gelegentlich im Handel angeboten. Zwischen den beiden Arten kommt es übrigens nicht zu Kreuzungen, da es sich trotz aller Ähnlichkeiten um verschiedene Gattungen handelt.

Text: Ines Jachomowski

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