Rosskastanienminiermotte – was ist das eigentlich?

Es gibt einige Krankheiten und Schädlinge, unter denen die so robust wirkende Rosskastanie leiden kann. Eine davon ist die Rosskastanienminiermotte. Dieses kleinen Tierchen kam ursprünglich nur in Teilen Griechenlands, in Albanien und Mazedonien vor.

rosskastanienminiermotte
Die Rosskastanienminiermotte ist weit verbreitet

Inzwischen hat die etwa 5,5 mm große Motte Mitteleuropa erobert. Das erste deutlich Zeichen für einen Befall sind schon im Sommer bräunlich verfärbte Blätter beziehungsweise braune Flecken auf dem Laub. Dies geschieht durch die Fraßgänge der Larven.

Lesen Sie auch

Warum ist die Rosskastanienminiermotte gefährlich?

Die Motte selbst frisst vermutlich während ihres kurzen Lebens gar nichts. Ihre Larven sind dafür aber umso gefräßiger. Ihre Minen, wie die Fraßgänge auch genannt werden, unterbrechen die Wasser- und Nährstoffzufuhr. Die Blätter verwelken dann vorzeitig, was aber nicht zu einem Absterben des Baums führt. Allerdings wird eine befallene Kastanie deutlich geschwächt, dadurch steigt das Risiko für weitere Krankheiten. Außerdem sinkt der Ernteertrag.

Welche Bäume befällt die Rosskastanienminiermotte?

Die Gewöhnliche Rosskastanie leidet am meisten unter der Rosskastanienminiermotte, aber auch andere Arten der Ross- oder Edelkastanie befallen. Auch an verschiedenen Ahornen wurden schon Larven und Puppen gefunden. An der Gewöhnlichen Rosskastanie richtet die Motte jedoch den größten Schaden an.

Was kann ich gegen die Rosskastanienminiermotte tun?

Am besten beugen Sie einem Befall mit der Rosskastanienminiermotte vor, indem Sie im Herbst täglich heruntergefallenes Laub aufsammeln und vernichten. So können die Larven nicht zum Überwintern in den Boden kriechen. Fallen mit Sexuallockstoffen und Leimringe an den Stämmen der Kastanien sollen die Motte ebenfalls fernhalten. Bei einem starken Befall ist der Einsatz von chemischen Mitteln zu überlegen. Eine Alternative dazu ist Niemöl.

Kann ich eine kranke Rosskastanie noch retten?

Die Rosskastanienminiermotte schwächt die befallene Kastanie erheblich, tötet den Baum aber nicht ab. So kann die Kastanie durchaus gerettet werden. Wichtig ist dafür jedoch, dass Sie einen erneuten Befall im nächsten Jahr verhindern. Das erreichen Sie durch die Vernichtung des Laubes. Entsorgen Sie das Laub aber nicht einfach auf dem Kompost, sonst überleben die Larven dort und werden mit dem reifen Kompost im ganzen Garten verteilt.

Haben Sie viele Vögel in Ihrem Garten, dann übernehmen diese einen großen Teil Ihres Pflanzenschutzes. Sie fressen inzwischen auch die Larven und Puppen der Rosskastanienminiermotte und sorgen so für eine Eindämmung der Schädlinge.

Das Wichtigste in Kürze:

  • ursprünglich aus Griechenland, Albanien und Mazedonien
  • inzwischen auch in Mitteleuropa beheimatet
  • Larve sehr gefräßig
  • Motte frisst vermutlich gar nicht
  • erste Anzeichen: braune Flecken oder Blätter
  • Schäden bei der Rosskastanie erheblich
  • wirksame Mittel: Niemöl, Leimringe, Fallen, Fressfeinde, chemische Substanzen

Tipps

Geben Sie heimischen Vögeln ein Zuhause in Ihrem Garten, dann müssen Sie sich um die Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte und anderer Schädlinge deutlich weniger Gedanken machen.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: stu120/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.