Rhododendron -Giftige Schönheit – nur Ansehen erlaubt

Überall in Parks und Gärten bezaubern uns prächtig blühende Rhododendren. Wunderschön aber für Menschen und besonders für Tiere giftig. Welche Gifte Rhododendren enthalten und die Auswirkung bei Mensch und Tier …

Rhododendron giftig

Ursprüngliche Heimat der Rhododendren ist China, Tibet und der asiatischen Dschungel. Schon in den Englischen Gärten des 18. Jahrhunderts schätzten die Menschen ihn als Windschutz, Dekoration, Heil- und Giftpflanze. Rund 20 Arten sind in Nordamerika zu Hause. In unseren Breiten gibt es etwa 900 Rhododendron-Sorten und noch mal so viele Hybriden im Fachhandel zu kaufen.

Giftige Substanzen, Wirkung und Symptome:

Von den zahlreichen Rhododendron-Arten enthalten viele Giftstoffe. Die für Mensch und Tier gefährlichen Substanzen finden sich in Blätter, Blüten, Früchten, Nektar und Pollen. Auch Honig aus Gegenden, in denen Rhododendren weit verbreitet sind wie von der türkischen Schwarzmeerküste, kann Gift enthalten.

Rhododendren enthalten folgende giftige Substanzen:

  • Diterpene
  • Grayanotoxine
  • Acetylandromedol
  • Andromedotoxin

Rhododendron giftig: mögliche Symptome bei Menschen

Sei vorsichtig, wenn Du mit Kindern im Garten oder Park spielst, dass die Kleinen nicht zu nahe an Rhododendron herumtollen oder Blüten entfernen und mit Blätter spielen oder sie verschlucken. Vorsicht auch beim Genuss von Honig aus Rhododendron-Nektar.

Folgende Symptome deuten auf eine Rhododendron-Vergiftung hin: vermehrter Speichelfluss, Schleimhautreizungen, Hautkribbeln und Sensibilitätsstörungen an Extremitäten. Außerdem allgemeine Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Schwindel, Übelkeit, Brechreiz oder Durchfall. Bei schweren Vergiftungen treten Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen bis zur tödlichen Atemlähmung auf.

Rhododendron giftig bei Tieren

Normalerweise sagt Tieren ihr natürlicher Instinkt, welche Pflanzen sie fressen dürfen und welche nicht. Doch je mehr unsere Haustiere sich dem natürlichen Umfeld entfremden, desto mehr droht die Gefahr, dass sie sich irren. Deshalb sollte sich jeder Tierfreund über gefährliche Giftpflanzen in der Umgebung informieren.

Besonders empfindlich reagieren Tiere auf das Rhododendron-Gift. Insbesondere Pferde, Haustiere und Landschildkröten können wenige Stunden nach dem Verzehr von Rhododendron Blätter sterben. Bei den Landschildkröten genügt bereits eine Blüte oder wenige Blätter als tödliche Dosis.

Die Symptome sind bei Tieren deutlich ausgeprägter als beim Menschen. Verstärkter Speichelfluss, Krämpfe, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sind typische Vergiftungsreaktionen. Schlimmsten Falls treten tödliche Atem-Lähmungen ein.

Auch Hunde sind gefährdet, wenn sie unter einem Rhododendron in der giftigen Erde schnüffeln oder liegen. Auch im Winter lauert die Vergiftungsgefahr bei den immergrünen Pflanzen.

Erste Hilfe bei Rhododendron-Vergiftung:
Bei Übelkeit reichlich Flüssigkeitszufuhr. Bei stärkeren Beschwerden sofort Arzt aufsuchen zur Verabreichung von Kohle bzw. Entgiftungsmaßnahmen oder Giftnotruf (030 / 192 40) anrufen.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:
Asiatische Arten werden als herzstärkende und blutdrucksenkende Drogen verwendet. Der aus Sibirien stammende Rhododendron chryseum wird homöopathisch bei Gicht und Rheuma empfohlen.

Tipps & Tricks

Vermeide bereits bei der Planung giftige Pflanzen in der Nähe von Spielflächen oder Grillplätzen. Als Gartenfreund solltest Du genau wissen, was bei Dir grünt, blüht, duftet und eventuell giftet. Wenn Du sichergehen willst, lege Kräuter- und Gemüsebeet getrennt von Ziersträuchern an.

Text: Regina Müller

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