Regentonne

Regentonne vor dem Winter leeren: 4 Schritte für sicheren Frostschutz

Ein Regenfass im Garten gehört inzwischen fast zur Standardausrüstung, wenn Ressourcenschonung und niedrige Wasserkosten wichtig sind. Sobald der Herbst aber in Richtung Frost kippt, taucht jedes Jahr dieselbe Unsicherheit auf: Wie kommt die Regentonne gut durch den Winter, ohne zu platzen oder Schaden zu nehmen? Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich das gesammelte Regenwasser sinnvoll und möglichst nachhaltig verwenden lässt.

Grafik zeigt, wie sich gefrierendes Wasser in einer Regentonne ausdehnt und Druck auf die Wände ausübt.
Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann die Regentonne zum Platzen bringen.

Muss ich meine Regentonne vor dem Winter komplett leeren?

Ja, die meisten handelsüblichen Regentonnen aus Kunststoff oder Holz sollten vor dem ersten Frost geleert werden. Der Grund ist einfach: Gefrierendes Wasser dehnt sich um etwa zehn Prozent aus. Dieser enorme Druck bringt das Material, das durch Kälte ohnehin spröder wird, schnell zum Platzen.

Lassen Sie das Wasser über den Hahn ab und entfernen Sie die Restmenge am Boden. Vergessen Sie nicht, auch Schläuche und Hähne zu entleeren und den Zulauf vom Fallrohr zu kappen. Nur ausdrücklich als „frostfest“ deklarierte Tonnen dürfen (teilweise) gefüllt bleiben.

Übersicht der Schritte zum Leeren und Sichern der Regentonne vor dem Winter.
Die wichtigsten Schritte, um Ihre Regentonne sicher durch den Winter zu bringen.

Regentonne richtig leeren – Schritt für Schritt

Das Ablassen des Wassers ist meist schnell erledigt, doch der Teufel steckt im Detail – insbesondere bei der Restmenge unterhalb des Hahns. So machen Sie Ihre Tonne sicher winterfest:

Schritt 1: Wasser über den Hahn ablassen

Öffnen Sie den Ablaufhahn und lassen Sie das Wasser ablaufen.

Tipp

Wohin mit dem vielen Wasser im Herbst? Nutzen Sie es, um immergrüne Pflanzen (wie *Prunus laurocerasus* oder *Rhododendron*) zu gießen, die auch im Winter Wasser benötigen. Alternativ können Sie es gezielt unter Hecken oder auf Mulchwegen versickern lassen.

Schritt 2: Die Restmenge entfernen (Fokus-Problem)

Da der Hahn meist einige Zentimeter über dem Boden angebracht ist, bleibt immer eine Restmenge in der Tonne. Gefriert dieser Rest, kann der Boden der Tonne reißen. So bekommen Sie das Wasser heraus:

  • Der Schlauch-Trick (Heberprinzip): Stecken Sie einen Gartenschlauch in die Tonne bis auf den Grund. Saugen Sie am anderen Ende kurz an (oder füllen Sie den Schlauch vorher komplett mit Wasser) und legen Sie dieses Ende tiefer als den Tonnenboden. Das Wasser fließt nun von alleine ab.
  • Tauchpumpe: Eine kleine, flachsaugende Tauchpumpe erledigt die Arbeit ohne Kraftaufwand.
  • Kippen: Wenn die Tonne fast leer ist, können Sie sie (am besten zu zweit) vorsichtig kippen.
  • Schöpfen: Bei offenen Tonnen können Sie den Rest mit einem Eimer oder einer Kehrschaufel herausschöpfen.

Schritt 3: Zulauf kappen

Damit sich die Tonne beim nächsten Regen nicht wieder füllt, müssen Sie den Zulauf unterbrechen. Stellen Sie den Regendieb (Füllautomat) am Fallrohr auf „Winterbetrieb“ um oder schließen Sie die Regenrohrklappe. Das Wasser fließt dann direkt in die Kanalisation.

Schritt 4: Hähne öffnen und Zubehör sichern

Ein häufiger Fehler: Der Ablaufhahn wird nach dem Leeren wieder geschlossen. Bleibt dort Restwasser stehen, platzt der Hahn. Lassen Sie den Hahn im Winter unbedingt geöffnet! Entfernen Sie zudem angeschlossene Schläuche, Gießkannen und Brausen und lagern Sie diese frostfrei.

Styroporblöcke schwimmen als Eisdruckpolster im Restwasser einer Regentonne.
Styropor oder spezielle Eisdruckpolster können den Druck auf die Tonnenwände mindern.

Alternativen & Tricks für den Winter

Wenn Sie eine sehr schwere Tonne haben oder ein Modell, das laut Hersteller teilweise gefüllt bleiben darf, gibt es Tricks, um den Eisdruck zu mindern:

Der Styropor-Trick:
Legen Sie dicke Styroporblöcke, spezielle Eisdruckpolster oder ein Stück Holz in das restliche Wasser. Wenn das Wasser gefriert und sich ausdehnt, drückt das Eis das weiche Styropor zusammen, anstatt gegen die harten Tonnenwände zu pressen. Dies ist ein guter Zusatzschutz, ersetzt bei normalen Plastiktonnen aber nicht das Entleeren!

Frostfeste Tonnen:
Einige moderne, dickwandige Regentonnen sind so konstruiert, dass sie dem Eisdruck standhalten. Bei diesen Modellen reicht es oft, den Wasserstand auf etwa ein Drittel zu reduzieren. Prüfen Sie hierzu unbedingt die Herstellerangaben.

Häufige Fehler vermeiden

  • Hahn geschlossen lassen: Wie oben erwähnt, ist ein geschlossener Hahn im Winter extrem rissgefährdet.
  • Deckel offen lassen: Wenn die Tonne leer ist, schließen Sie den Deckel oder drehen Sie die Tonne (wenn möglich) um. So verhindern Sie, dass sich neues Regen- oder Schmelzwasser sammelt.
  • Zulauf vergessen: Eine geleerte Tonne nützt nichts, wenn der nächste Herbststurm sie wieder füllt. Denken Sie an den Regendieb!

Nutzen Sie die leere Tonne im Herbst gleich für eine kurze Reinigung. Mit einer Bürste lassen sich Algen und Schmutz am Boden leicht entfernen. So starten Sie im Frühjahr mit sauberem Wasser in die neue Gartensaison.

Maßnahme Ziel Dringlichkeit Zeitaufwand
Wasser ablassen Vermeidung von Eisdruck Hoch Gering
Hahn öffnen Schutz vor Frostschäden Hoch Sehr gering
Zulauf kappen Verhinderung von Neubefüllung Mittel Gering
Reinigung Hygiene & Algenprävention Niedrig Mittel
Ablaufhahn im Winter geöffnet lassen
Ablaufhahn im Winter geöffnet lassen

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Titelbild: Peter Turner Photography / Shutterstock
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