Verschiedene Pfeffersorten für den passionierten Gärtner

Der Echte Pfeffer (Piper Nigrum) stammt von den Küsten Südwestindiens und ist in den Tropen zu Hause. Die Kletterpflanze stammt aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae), die etwa 1000 verschiedene Arten enthält. Für die Gewinnung des Gewürzpfeffers ist jedoch nur der Echte Pfeffer interessant. Daneben gibt es noch eine Reihe von Gewächsen, die ebenfalls den Namen „Pfeffer“ tragen, jedoch nicht mit dem eigentlichen Pfeffer verwandt sind.

Pfeffersorten

Echter Pfeffer

Schwarzer, grüner, roter oder weißer Pfeffer – im Handel sind scheinbar viele verschiedene Pfeffersorten erhältlich. Allerdings handelt es sich nicht, wie oft angenommen, um verschiedene Arten, sondern lediglich um unterschiedliche Reifegrade und Zubereitungsarten der Früchte des Echten Pfeffers.

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Schwarzer Pfeffer – die wahrscheinlich beliebteste Variante – wird kurz vor der Reife geerntet. Dann haben die Früchte eine gelborange Färbung angenommen. Erst durch die Trocknung an der Sonne nehmen die Pfefferkörner die namensgebende schwarze Färbung an und werden zudem runzelig.

Auch der grüne Pfeffer wird in unreifem Zustand geerntet. Allerdings legt man die noch frischen Pfefferkörner gleich in Salzlake ein, wodurch sie einerseits ihre schöne grüne Farbe behalten und andererseits konserviert werden. bei einer weiteren Methode erfolgt die Konservierung für Gefriertrocknung.

Weißer Pfeffer wird aus vollreifen, d. h. sattroten, Pfefferkörnern gewonnen. Die helle Farbe entsteht durch das Schälen der Früchte, erst danach wird lediglich das Innere getrocknet. Weißer Pfeffer ist sehr viel milder als der schwarze.

Der recht seltene Rote Pfeffer entsteht ebenfalls aus reifen Früchten, wobei diese allerdings nicht geschält werden. Auch diese Pfefferkörner werden oft in Salzlake eingelegt.

Weitere Arten des „Pfeffers“

Neben den aufgezählten Sorten des Echten Pfeffers tragen noch eine Reihe von Pflanzen diesen Namen, auch wenn sie im Grunde nichts mit dem Echten Pfeffer zu tun haben und zum Teil nicht einmal zur selben Pflanzenfamilie gehören. Nichtsdestotrotz handelt es sich nicht nur um köstliche Gewürze, sondern durchaus für den Hobbygärtner um interessante Gewächse.

Pfeffergewächse der Gattung „Piper“

Der so genannte Lange Pfeffer (Piper longum) oder auch Stangenpfeffer stammt ebenfalls aus Indien und wird ähnlich wie Schwarzer Pfeffer verwendet. Diese Pfefferart war zudem die erste, die Europa erreichte und war über einige Jahrhunderte sehr populär. Kubeben-Pfeffer oder auch Schwanz-Pfeffer (Piper cubeba) war ebenfalls für eine lange Zeit die bevorzugte Pfeffersorte in Europa – bis der portugiesische König den Verkauf verbot, weil er den gewinnbringenden Schwarzen Pfeffer fördern wollte. Die Art stammt von der indonesischen Insel Java.

Pfeffergewächse der Gattung „Capsicum“

Hierbei handelt es sich ausschließlich um die verschiedenen Sorten der Paprika bzw. Chili, die früher aufgrund ihrer Schärfe auch als „Spanischer Pfeffer“ bezeichnet wurde. Die spanischen Eroberer brachten die Pflanzen aus der Neuen Welt mit nach Europa, wo sie sehr schnell sehr populär wurden.

Weitere Pfefferarten

In Pfeffermischungen („bunter Pfeffer“) sind oft rosa Pfefferkörner enthalten. Diese stammen vom Brasilianischen Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius), einem bis zu neun Meter hohen Sumachgewächs. Ebenfalls aus der Neuen Welt stammt der auch als Nelkenpfeffer bekannte Piment (Pimenta dioica), der jedoch eigentlich ein Myrtengewächs ist. Der Szechuanpfeffer (Zanthoxylum piperitum) oder Chinesischer Pfeffer bzw. Anispfeffer zählt zu der großen Familie der Zitrusgewächse. Er eignet sich hervorragend zum Erziehen von Bonsai, ansonsten werden seine Samenkapseln vor allem in der chinesischen Küche als Gewürz verwendet.

Tipps & Tricks

Echter Pfeffer ist in Deutschland nur in Gewächshäusern oder entsprechend beheizten Wintergärten zu ziehen. Pflanzen der Arten Capsicum sowie auch der Brasilianische Pfeffer stellen deutlich niedrigere Ansprüche im Hinblick auf Haltungsbedingungen und Pflege.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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