Traditioneller Olivenanbau weicht industriellem Anbau

Oliven werden bereits seit vielen Jahrtausenden rund ums Mittelmeer angebaut und stellten seit jeher eine wichtige Lebensgrundlage für die dort lebenden Menschen dar. Olivenbäume wachsen sowohl am Rand der Sahara als auch in der schönen Toskana. Doch die traditionelle Olivenhaltung weicht dem industriellen Anbau.

Olivenanbau

Olivenbäume können sehr alt werden

Vielen Mittelmeerurlaubern sind solche Bilder vertraut: Uralte, knorrige Olivenbäume mit ihrer rissigen Rinde, den urigen Stämmen und den silbrig leuchtenden Blättern haben das Bild der mediterranen Landschaften geprägt wie kaum eine andere Pflanze. Olivenbäume können sehr alt werden, 600 bis 700 Jahre sind keine Seltenheit. Von einigen Exemplaren ist bekannt, dass sie sogar mehrere tausend Jahre alt sind.

Jahrhunderte alte Plantagen machen Platz für neue

Traditionell werden Olivenbäume weit verstreut in Haine gepflanzt, oft zusammen mit anderen Pflanzen. In Tunesien sind Oliven meist mit Mandelbäumen vergesellschaftet. Allerdings finden auf solchen Plantagen nicht viele Bäume Platz, denn Oliven brauchen sehr viel Abstand zu anderen Pflanzen – insbesondere dann, wenn es sich um alte Bäume handelt. Auf einer traditionellen Plantage wachsen höchstens 200 Olivenbäume pro Hektar, in trockenen Gebieten sind es deutlich weniger. Demzufolge ermöglicht der traditionelle Anbau keine allzu hohen Erträge, weshalb heutzutage vermehrt industrielle Pflanzungen kulturviert werden. Die Früchte werden von alters her per Hand geerntet.

Fatale Folgen für die Umwelt

Dabei werden bis zu 2000 Olivenbäume pro Hektar gepflanzt, die zudem nach spätestens 25 bis 30 Jahren wieder herausgerissen werden. Dieser neue Anbau hat verheerende Folgen nicht nur für das Gesicht der mediterranen Landschaft, sondern auch für die Umwelt. Auf industriellen Plantagen werden vermehrt Pestizide verwendet, zudem ist der Wasserverbrauch extrem hoch – fatal in den eher trockenen Regionen des Mittelmeers, deren Wassermangel dadurch noch verschärft wird. Die Folge ist eine Verwüstung Südeuropas, d. h. die Bildung von Wüsten.

Olivenanbau in Deutschland

So mancher Olivenfreund macht sich Hoffnungen, dass durch den Klimawandel in Zukunft ein Olivenanbau auch in Deutschland möglich sein wird. Nun, ganz ausschließen kann man dies nicht, allerdings dürfte es bis dahin noch ein langer Weg sein. Derzeit – und in den nächsten Jahrzehnten ebenfalls – ist allerdings mit optimalen Wachstumsbedingungen für Oliven in Deutschland nicht zu rechnen. Lediglich in einigen Weinbauregionen gibt es (experimentelle) Olivenhaine, die allerdings keinen nennenswert wirtschaftlichen Ertrag abwerfen.

Tipps & Tricks

Achten Sie beim Kauf von Olivenöl darauf, hochwertiges, ökologisch produziertes Öl mit Herkunftsnachweis zu kaufen. Dies stammt in der Regel aus traditionellem Anbau. Das Gütesiegel „Natives Olivenöl“ – eigentlich das höchste für Olivenöl – ist kein Hinweis auf ein qualitativ hochwertiges Produkt.

Text: Ines Jachomowski
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