Nadelbäume

Nadelbäume umpflanzen: Wann und wie man es richtig macht

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Das Umpflanzen von Nadelbäumen erfordert sorgfältige Planung und Umsetzung, um den Stress für den Baum zu minimieren und ein erfolgreiches Anwachsen zu gewährleisten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, die alle wichtigen Aspekte des Umpflanzprozesses abdeckt, von der Beurteilung des Alters und der Gesundheit des Baumes bis hin zur richtigen Nachsorge.

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Sehr kleine Nadelbäume lassen sich problemlos umpflanzen

Einfluss des Baumalters auf den Umpflanzprozess

Das Alter eines Nadelbaums ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Umpflanzaktion. Junge Bäume, die erst seit wenigen Jahren an ihrem aktuellen Standort wachsen, lassen sich in der Regel leichter verpflanzen als ältere Exemplare.

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Junge Nadelbäume besitzen ein weniger ausgeprägtes Wurzelwerk, was das Ausgraben und den Transport vereinfacht. Da ihre Wurzeln noch nicht so tief in den Boden reichen, ist das Risiko von Beschädigungen geringer. Ihre Anpassungsfähigkeit an einen neuen Standort ist zudem höher, da sie sich leichter an veränderte Bedingungen gewöhnen können.

Ältere Nadelbäume hingegen stellen aufgrund ihres weit verzweigten und tief reichenden Wurzelwerks eine größere Herausforderung dar. Das Ausgraben gestaltet sich komplizierter, und das Risiko von Wurzelschäden, die zu einem Verpflanzschock führen können, steigt. Die Anpassung an einen neuen Standort fällt ihnen schwerer, da sie bereits stark an die spezifischen Bedingungen ihres bisherigen Standorts angepasst sind.

Generell wird empfohlen, Nadelbäume ab einem Alter von 15 Jahren nicht mehr zu verpflanzen, da der Aufwand und das Risiko für den Baum erheblich steigen. Mit einer gründlichen Vorbereitung und entsprechender Nachsorge ist es jedoch durchaus möglich, auch ältere Exemplare erfolgreich zu verpflanzen.

Optimale Zeitpunkte zum Umpflanzen

Der ideale Zeitpunkt für das Umpflanzen von Nadelbäumen variiert je nach Situation und Baumart. Generell eignen sich jedoch zwei Zeiträume besonders gut: der Spätsommer und das Frühjahr.

Spätsommer (Ende Juli bis Anfang September)

In dieser Phase hat der Baum sein Wachstum nahezu abgeschlossen, und die Bodenfeuchtigkeit ist aufgrund des zurückliegenden Wachstums hoch. Beides begünstigt das Anwurzeln. Bis zum Wintereinbruch bleibt ausreichend Zeit, damit der Baum ein neues Wurzelnetz ausbilden kann.

Frühjahr (Mitte April bis Ende Mai)

Der Boden hat sich erwärmt, was die Wurzelaktivität und das Anwachsen fördert. Die Frostgefahr ist in der Regel gebannt. Für frostempfindliche Arten bietet das Frühjahr eine günstige Pflanzzeit, um vor dem Sommer noch gut einzuwurzeln.

Um die Erfolgschancen zu maximieren, sollte ein Umpflanzen außerhalb dieser Zeiträume, insbesondere während der Wachstumsperioden oder in Frostperioden, vermieden werden.

So graben Sie den Wurzelballen richtig aus

Das sorgfältige Ausgraben des Wurzelballens ist entscheidend für den Erfolg beim Umpflanzen von Nadelbäumen. Eine genaue Vorbereitung und Durchführung gewährleisten, dass der Baum gut an seinem neuen Standort anwächst.

Vorbereitung im Herbst

Im Herbst vor dem geplanten Umpflanztermin beginnen Sie mit der Vorbereitung. Heben Sie einen großzügigen Graben rund um den Baum aus. Beginnen Sie in einem Abstand, der mindestens dem zwölffachen Stammdurchmesser entspricht, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Trennen Sie alle Wurzeln, einschließlich derjenigen unter dem Wurzelballen, sauber mit einem scharfen Spaten durch.

Formen des Wurzelballens

Der Graben sollte eine Tiefe erreichen, die bis unter den Hauptwurzelbereich reicht, bei einer Mindestbreite von 20 Zentimetern. Dies stellt sicher, dass der Wurzelballen eine ausreichende Größe für das Überleben und Wachstum des Baumes hat.

Auffüllen des Grabens

Verfüllen Sie den ausgehobenen Graben mit einer Mischung aus dem vorhandenen Erdreich und etwa 50 Prozent reifem Kompost. Wässern Sie diese Mischung anschließend gründlich. Diese Maßnahme fördert das Wachstum neuer Feinwurzeln, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme essentiell sind.

Schützen des Wurzelballens

Wässern Sie den Wurzelballen vor dem Umpflanzen gründlich. Um ihn während des Transports zu schützen und ein Austrocknen zu verhindern, können Sie ihn in Sackleinen oder eine große Decke einwickeln.

Vorbereitung des neuen Pflanzlochs

Ein sorgfältig vorbereitetes Pflanzloch ist grundlegend für das Gedeihen eines umgepflanzten Nadelbaums.

Größe des Pflanzlochs

Das Pflanzloch sollte mindestens anderthalb Mal so breit wie der Wurzelballen und etwas tiefer als die Wurzellänge sein. So bieten Sie ausreichend Platz für die Wurzeln, ohne dass diese abknicken. Berücksichtigen Sie einen Durchmesser von ungefähr 60 Zentimetern und eine Tiefe von mindestens 40 Zentimetern. Bei schweren, lehmigen Böden ist es ratsam, die Sohle des Pflanzlochs mit einer Grabegabel zusätzlich zu lockern.

Verbesserung des Bodens

Reichern Sie die ausgehobene Erde mit organischem Material, wie beispielsweise pilzdominiertem Humuskompost, an. Bei sehr lehmigen Böden kann die Einbringung einer Drainageschicht aus Kies, Lavabruch oder Splitt sinnvoll sein. Die Mischung aus Erde und organischem Material verbessert die Drainage und fördert das Wachstum des Feinwurzelwerks.

Auffüllen des Pflanzlochs

Füllen Sie das Pflanzloch mit der verbesserten Erde auf und treten Sie diese leicht fest. Achten Sie darauf, den Wurzelballen nicht mit Erde zu überdecken und die Veredelungsstelle des Baumes über dem Bodenniveau zu halten.

Feuchtigkeitserhalt

Um die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren, decken Sie die Oberfläche mit einer dünnen Schicht aus organischem Mulch ab. Dies unterstützt zudem die Unterdrückung von Unkraut.

Richtiges Einpflanzen und Anbinden

Das richtige Einpflanzen und Anbinden eines Nadelbaums spielt eine wesentliche Rolle für ein erfolgreiches Anwachsen.

Platzieren des Baumes

Setzen Sie den Wurzelballen behutsam in das Pflanzloch und richten Sie den Baum gerade aus. Die Veredelungsstelle sollte etwa zehn Zentimeter über der Erdoberfläche liegen.

Auffüllen des Pflanzlochs

Füllen Sie das Loch unter ständigem Rütteln mit einer Mischung aus Erde und Kompost auf. Die oberen Hauptwurzeln sollten knapp unter der Bodenoberfläche liegen.

Anbinden des Baumstamms

Für kleine bis mittelgroße Bäume genügt oft ein einzelner Stützpfahl. Bei größeren oder an windigen Standorten empfehlen sich zwei Pfähle. Befestigen Sie den Baum mit einem widerstandsfähigen Material, wie beispielsweise Kokosstrick, am Stützpfahl. Die Befestigung sollte in einer Acht um Baumstamm und Pfahl erfolgen.

Angießen

Treten Sie die Erde vorsichtig fest und formen Sie einen Gießrand um die Basis des Baumes. Gießen Sie den Baum anschließend reichlich und decken Sie den Bereich mit einer Schicht Mulch ab.

Angießen und Mulchen

Eine gründliche Wasserversorgung und das Auftragen einer Mulchschicht sind entscheidende Maßnahmen, um das erfolgreiche Anwachsen von Nadelbäumen zu unterstützen.

Formen des Gießrands

Formen Sie unmittelbar nach dem Einpflanzen einen Gießrand aus Erde um den Baum. Dieser sollte groß genug sein, um Wasser gezielt in die Nähe der Wurzeln zu leiten.

Angießen

Versorgen Sie den Baum anschließend mit reichlich Wasser. Achten Sie darauf, dass das Wasser langsam und tief in den Boden einziehen kann.

Mulchen

Tragen Sie nach dem Gießen eine Schicht aus organischem Mulch, wie Rindenmulch oder zerkleinerten Blättern, um die Basis des Baumes auf. Ein Freiraum von etwa 10 Zentimetern um den Stamm herum sollte unbedeckt bleiben.

Bilder: Andrei Dubadzel / Shutterstock