Melde: Lästiges Unkraut und schmackhaftes Gemüse

Die Melde gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Im Jahr 2000 wurde Sie vom Naturschutzbund Deutschland sogar zur Nutzpflanze des Jahres gewählt. Gleichzeitig ist sie aber ein äußerst hartnäckiges und rasant wachsendes Unkraut, das als starker Nährstoffkonkurrent andere Pflanzen im Beet verdrängen kann. Wie Sie Melde wirkungsvoll entfernen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Melde bekämpfen
Für die einen lästiges Unkraut, für die anderen leckeres Wildkraut

Pflanzensteckbrief

Der Name „Melde“ geht auf das bemehlte Aussehen der Blätter zurück. Anhand dieses Merkmals lässt sich die Pflanze gut erkennen.

  • Wissenschaftlicher Name: Atriplex patula
  • Weitere Namen: Spreizende Melde, Spanischer Salat, Molkenkraut, Maiflitsch
  • Gattung: Melden
  • Pflanzenfamilie: Gänsefußgewächse

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  • Höhe: 30 bis 100 Zentimeter.
  • Wuchs: Sparrig
  • Blätter: Grau grün gefärbt, wechselständig, rautenförmig oder dreieckig, mehlig behaart.
  • Blüte: Strahlig, nur 2 mm groß. Die kleinen, fast stiellosen Blüten bilden kugelige Teilblütenstände, die rispig angeordnet sind.
  • Blütezeit: Juni – Oktober
  • Frucht: Winzige Nüsschen.
  • Standort: Bevorzugt stickstoffhaltige Böden wie Wegränder, Brachland, Felder, Grünflächen.

Besonderheit: Eine Pflanze kann über 3.000 Samen bilden, die im Boden mehrere Jahre keimfähig bleiben. Die Melde bildet zwei unterschiedliche Samenarten aus. Die braun gefärbten Saatkörner sind sofort keimfähig, während die schwarzen Samenkörnchen frühestens nach zwei Jahren aufgehen.

Melde bekämpfen

Der Melde müssen Sie nicht mit der chemischen Keule zu Leibe rücken. Große Pflanzen lassen sich leicht mitsamt dem Wurzelwerk aus dem Boden ziehen. Frisch gekeimte Melden können Sie beim Hacken quasi nebenbei entfernen.

Wiederentdecktes Wildkraut

Melde wird zwischenzeitlich wieder gerne im Gemüsegarten kultiviert. Neue Züchtungen mit interessant gefärbten Blättern setzen hier optische Akzente. Sie lassen sich, wie auch das gewöhnliche Beikraut, in der Küchen vielfältig verwenden.

Entfernen Sie Melde, sollten Sie die Pflanze deshalb nicht achtlos auf den Kompost geben. Blätter, Triebe, Blütenknospen, Blüten und Samen sind essbar und viel zu schade, um einfach weggeworfen zu werden.

Junge Blätter mit ihrem nussigen Aroma können Sie, in feine Streifen geschnitten, roh als Salaten, Kräuterbutter oder Kräuterquark beigeben. Sie lassen sich wie Spinat verarbeiten. Sehr lecker schmeckt der Spanische Salat in grünen Smoothies.

Melde wurde früher nicht nur in der Küche, sondern auch als Heilpflanzen genutzt. Die enthaltenen Wirkstoffe wirken harntreibend. In der Volksmedizin wurden Lungenkrankheiten mit Maiflitsch behandelt.

Tipps

Melde vermehrt sich über Samen sehr stark. Möchten Sie Melde kultivieren, sollten Sie deshalb die Blütenköpfe vor der Samenreife abschneiden.

Text: Michaela Kaiser

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