Einen Kompost für den Balkon selber bauen

Wer keinen eigenen Garten hat, der kann auch auf dem Balkon ganz einfach Kompost selber machen. Sie benötigen eine Plastiktonne und etwas Geduld, doch mit den richtigen Tipps können Sie die Verrottung beschleunigen.

kompost-balkon
Ein Balkon bietet nicht viel Platz für Kompost

Die Bauanleitung

Eine Plastiktonne mit einem Fassungsvermögen von 75 Litern ist ideal für einen Kompost auf dem Balkon geeignet. Bohren Sie in den Boden und an die Seiten mehrere Löcher, die im Durchmesser nicht größer als 2,5 Zentimeter sind. Die Löcher dienen der Belüftung und dem Wasserabfluss. Damit die Flüssigkeit nicht auf den Boden läuft, benötigen Sie einen großen Untersetzer.

Lesen Sie auch

Um den Untersetzer bauen Sie sich ein stabiles Gestell aus vier Ziegelsteinen und vier Kanthölzern, die auf die Steine gelegt werden. Sie sollten den Untersetzer problemlos zwischen den Ziegelsteinen hervorziehen können, um ihn zu leeren. Auf die Kanthölzer stellen Sie die Plastiktonne. Dieser Abstand zwischen Tonne und Untersetzer ermöglicht eine Luftzirkulation.

Kleiden Sie den Boden der Tonne mit Pappe aus, über die Sie eine Schicht aus dünnen Zweigen streuen. Die Zweige gewährleisten eine bessere Belüftung von unten, während die Pappe kleines Material von den Zweigen und dem Kompostinhalt auffängt. Verschließen Sie die Tonne mit einem Deckel, sodass die Wärme im Inneren erhalten bleibt.

Den Kompost richtig befüllen

Eine Schicht aus frischem Kompost versorgt den neuen Ansatz mit wichtigen Mikroorganismen, die sofort die Verrottung in Gang setzen können. Geben Sie möglichst kleinteiligen Bioabfall auf den Kompost, da kleine Reste schneller verwertet werden. Achten Sie auf eine gute Mischung von trockenem, feuchten, feinen und groben Resten. Ideal ist ein Verhältnis von 60 bis 80 Prozent aus feuchten Abfällen und 20 bis 40 Prozent trockenen Bestandteilen. Ungeeignet sind Reste von gekochten Speisen und Fleisch.

Dieser Bioabfall kommt auf den Kompost:

  • Schalen von Bananen, Kartoffeln und Eiern
  • Laub, Nadeln und Unkraut
  • Teebeutel, Brotreste und Kaffeesatz

Tipps zum richtigen Kompostieren

Zu Beginn füllt sich die Tonne mit rasender Geschwindigkeit, da die Biomasse viel Platz einnimmt. Bei optimalen Außentemperaturen von 20 Grad Celsius geht die Verrottung am schnellsten voran. Sobald die Mikroorganismen mit der Zersetzung beginnen, sackt der Inhalt zusammen. Bei einem Haushalt mit vier Personen kann eine Tonne bis zu neun Monate ausreichen, bis sie vollständig gefüllt ist. Nach einem Jahr können Sie den Inhalt in eine zweite Tonne umfüllen. Dadurch wird das Substrat umgeschichtet und gründlich durchlüftet.

Achten Sie darauf, dass der Kompost weder zu feucht noch zu trocken ist. Ein nasser Kompost neigt zur Geruchsbildung, während die Mikroorganismen in einem ausgetrockneten Substrat nicht arbeiten können. Der Wassergehalt ist ideal, wenn sich das Substrat wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt. Sobald der Kompost zu feucht wird, können Sie etwas Pappe hinzufügen. Gegen Trockenheit hilft ein regelmäßiges Gießen. Dafür eignet sich eine Brennnesseljauche, denn sie fördert zusätzlich die Aktivität der Organismen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Isa Long/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.