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Kirschbaum vermehren: Methoden & Tipps

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Entdecken Sie die faszinierende Welt der Kirschbaumvermehrung und erfahren Sie, wie Sie durch generative und vegetative Methoden neue Kirschbäume heranziehen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Techniken, ihre Vor- und Nachteile und gibt Ihnen wertvolle Tipps für die erfolgreiche Vermehrung Ihrer Kirschbäume.

Kirschbaum vermehren

Generative Vermehrung: Das Abenteuer mit dem Kirschkern

Die generative Vermehrung, also die Anzucht aus Kirschkernen, bietet eine abwechslungsreiche Möglichkeit, neue Kirschbäume zu ziehen. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass die daraus entstehenden Bäume nicht zwangsläufig die gleichen Eigenschaften wie die Elternbäume haben. Wenn Sie die Überraschung lieben und gerne experimentieren, ist diese Methode genau das Richtige für Sie.

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So pflanzen Sie Kirschkerne ein

  1. Kerne sammeln und säubern: Wählen Sie Kerne von vollreifen Kirschen und befreien Sie sie gründlich vom Fruchtfleisch. Lassen Sie die Kerne anschließend einige Tage an einem trockenen Ort antrocknen, damit die Schale auf die Keimung vorbereitet wird.
  2. Stratifizieren: Um die Keimung anzuregen, benötigen die Kirschkerne eine Kältebehandlung. Vergraben Sie die getrockneten Kerne in feuchtem Sand oder Torf und lagern Sie sie für drei bis fünf Monate bei einer Temperatur von 1 bis 5 Grad Celsius, beispielsweise im Kühlschrank.
  3. Aussaat: Nach der Stratifizierung können Sie die Kerne im Frühjahr in kleine Töpfe oder direkt ins Freiland säen. Eine Pflanztiefe von etwa 2 Zentimetern ist ideal.
  4. Der richtige Standort: Wählen Sie für die Aussaat einen sonnigen Platz mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden, um den jungen Bäumen optimale Wachstumsbedingungen zu bieten.
  5. Pflege der Jungpflanzen: Sorgen Sie dafür, dass die Erde um die jungen Kirschbäumchen feucht, aber nicht zu nass ist, um ein gesundes Wachstum zu fördern.

Die Anzucht von Kirschbäumen aus Kernen ist ein spannendes Unterfangen, auch wenn es einige Jahre dauern kann, bis die ersten Früchte erscheinen. Die Vorfreude auf die erste Ernte und die Überraschung, welche Art von Kirschen der Baum tragen wird, machen den Reiz dieser Methode aus.

Vegetative Vermehrung: Kirschbäume nach Wunsch

Die vegetative Vermehrung ist eine sichere Methode, um sicherzustellen, dass die neuen Kirschbäume die gewünschten Eigenschaften besitzen, da sie genetisch identisch mit der Mutterpflanze sind. Die gängigsten Verfahren hierfür sind die Stecklingsvermehrung und die Veredelung.

Stecklingsvermehrung: Kirschbaum-Klone selbst ziehen

Die Vermehrung durch Stecklinge ermöglicht es, eine große Anzahl genetisch identischer Pflanzen zu erzeugen. Entscheidend ist hierbei die Wahl einer gesunden und kräftigen Mutterpflanze. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten die ausgewählten Triebe fest und ausgereift sein.

  1. Stecklinge schneiden: Entnehmen Sie im Spätsommer Stecklinge von gesunden Bäumen. Verwenden Sie hierfür Triebabschnitte, die fest und nicht mehr biegsam sind.
  2. Stecklinge vorbereiten: Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich des Stecklings und kürzen Sie die oberen Blätter um zwei Drittel, um die Verdunstung zu minimieren.
  3. Stecklinge pflanzen: Verwenden Sie ein Gefäß mit Ablauflöchern und füllen Sie es mit nährstoffarmer Erde. Stecken Sie die Stecklinge etwa 4-5 cm tief in die Erde. Achten Sie auf eine warme und feuchte Umgebung, ohne dass Staunässe entsteht.
  4. Pflege der Stecklinge: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht und stellen Sie die Stecklinge an einen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 20°C.
  5. Auspflanzen: Sobald sich Wurzeln gebildet haben, was in der Regel nach vier Wochen der Fall ist, können Sie die jungen Pflanzen in normale Pflanzenerde umtopfen und im darauffolgenden Frühjahr ins Freiland setzen.

Veredelung: Die Kunst der Kombination

Die Veredelung ist eine bewährte Methode zur Vermehrung von Kirschbäumen. Hierbei wird ein Edelreis (ein Trieb der gewünschten Sorte) auf eine Unterlage (einen Baum mit robustem Wurzelsystem) gepfropft. Diese Methode ermöglicht nicht nur die Erhaltung der sortentypischen Eigenschaften, sondern kann auch die Widerstandsfähigkeit und Wuchsstärke des Baumes verbessern.

Vorteile der Veredelung:

  • Sortenechtheit: Die Früchte des veredelten Baumes sind genetisch identisch mit denen der Pflanze, von der das Edelreis stammt.
  • Frühere Erträge: Veredelte Bäume tragen oft früher Früchte und erreichen schneller ihre volle Produktivität.
  • Anpassungsfähigkeit: Durch die Auswahl geeigneter Unterlagen lässt sich ein Baum schaffen, der besser an die örtlichen Gegebenheiten angepasst ist, beispielsweise hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit und der Widerstandsfähigkeit gegen lokale Schädlinge und Krankheiten.
Bilder: Franco Lo / iStockphoto