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Kirschbaum ohne Kirschen: Ursachen & Lösungen

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Kirschbäume erfreuen uns mit ihrer Blütenpracht und ihren köstlichen Früchten. Doch manchmal bleiben die erhofften Kirschen aus. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für das Ausbleiben von Früchten und zeigt Lösungen auf, wie Sie die Bestäubung und den Fruchtansatz Ihres Kirschbaums fördern können.

Kirschbaum ohne Kirschen

Selbstfruchtende Kirschbäume: Eine praktische Alternative

Wenn Ihr Garten nicht genügend Platz für mehrere Bäume bietet, stellen selbstfruchtende Kirschsorten eine hervorragende Option dar. Diese modernen Sorten benötigen keinen Befruchtungspartner, um reiche Ernten zu erzielen.

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Zu den empfehlenswerten selbstfruchtenden Süßkirschen zählen ‚Burlat‘, ‚Lapins‘, ‚Queen Mary‘, ‚Sara‘, ‚Stella‘, ‚Sunburst‘, ‚Sylvia‘ und ‚Van‘. Auch im Bereich der Sauerkirschen gibt es zahlreiche selbstfruchtbare Sorten. Besonders hervorzuheben sind der ‚Meckenheimer Zwerg‘ und ‚Pumuckl‘, die beide eine Resistenz gegen die Monilia-Spitzendürre aufweisen. Weitere interessante Optionen sind die Schattenmorelle ‚Kobold‘ und die Sorte ‚Achat‘, die sowohl als Busch als auch in Säulenform erhältlich sind.

Zierkirschen: Ein Blütenmeer ohne Früchte

Zierkirschen, insbesondere die japanische Zierkirsche (Prunus serrulata), bestechen durch ihre üppige Blütenpracht und sind ein Blickfang in jedem Garten. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Bäume keine Früchte tragen. Der Grund hierfür liegt in ihrer speziellen Züchtung, die auf die Maximierung der Blütenfülle ausgerichtet ist. Ihre Blüten besitzen eine Vielzahl an Blütenblättern, während die für die Fortpflanzung notwendigen Staubgefäße und Stempel entweder fehlen oder nur unvollständig ausgebildet sind. Ohne diese essenziellen Bestandteile kann keine Befruchtung und somit auch keine Fruchtbildung stattfinden.

Bestäubung: Die Rolle von Bienen und anderen Insekten

Bienen und andere Insekten spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Kirschbäumen. Durch den Besuch der Blüten übertragen sie den Pollen von einer Blüte zur anderen, was für den Fruchtansatz unerlässlich ist. Bei Süßkirschen ist die Bestäubung durch Pollen einer anderen Sorte oft erforderlich, da viele dieser Sorten nicht selbstfruchtbar sind. Daher empfiehlt es sich, in der Nähe geeignete Befruchtersorten zu pflanzen.

Die Effektivität der Bestäubung durch Bienen kann durch die Entfernung der Bienenstöcke beeinflusst werden. Idealerweise sollten diese nicht weiter als 500 Meter vom Kirschbaum entfernt sein.

Neben Honigbienen leisten auch Wildbienen und Hummeln einen wertvollen Beitrag zur Bestäubung. Hummeln sind besonders in kühleren Jahren wichtig, da sie bereits bei niedrigeren Temperaturen aktiv sind als Bienen.

Einflussfaktoren auf die Bestäubung

Neben der Verfügbarkeit von Bestäubern spielen auch die Wetterbedingungen und der Standort der Bäume eine wichtige Rolle für den Bestäubungserfolg.

Kühle Temperaturen und Regen während der Blütezeit können die Aktivität der bestäubenden Insekten erheblich einschränken. Kaltes Wetter kann nicht nur den Insektenflug beeinträchtigen, sondern auch die Entwicklung der Blüten negativ beeinflussen.

Auch die räumliche Nähe der Kirschbäume zueinander ist von Bedeutung. Die Bäume sollten nicht zu weit voneinander entfernt stehen, damit die Insekten den Pollen effizient von Blüte zu Blüte transportieren können.

Maßnahmen zur Verbesserung der Bestäubung

Um die Bestäubung Ihrer Kirschbäume zu optimieren, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Pflanzung von Befruchtungspartnern: Für nicht selbstfruchtende Kirschsorten ist die Pflanzung eines geeigneten Befruchtungspartners in der Nähe empfehlenswert.
  • Förderung von Bestäubern: Schaffen Sie bienenfreundliche Lebensräume in Ihrem Garten, beispielsweise durch Blühstreifen oder Insektenhotels, um die Anwesenheit von bestäubenden Insekten zu fördern.
  • Handbestäubung: In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei anhaltend schlechtem Wetter oder einem Mangel an Bestäubern, können Sie die Bestäubung auch manuell mit einem weichen Pinsel durchführen.
  • Anlage von Blühstreifen: Früh blühende Pflanzen in Blühstreifen bieten bestäubenden Insekten ein frühes Nahrungsangebot und unterstützen so den Bestäubungsprozess.
  • Förderung der Biodiversität: Eine vielfältige Gartenlandschaft mit verschiedenen Pflanzenarten unterstützt eine reiche Insektenpopulation und verbessert die Bestäubungsleistung.

Weitere Ursachen für das Ausbleiben von Kirschen

Neben einer unzureichenden Bestäubung können verschiedene andere Faktoren dazu führen, dass Ihr Kirschbaum keine Früchte trägt:

  • Alter des Baumes: Kirschbäume beginnen in der Regel erst ab einem Alter von etwa fünf Jahren Früchte zu tragen.
  • Frostschäden: Frost während der Blütezeit kann die empfindlichen Blütenknospen schädigen und zum Ausbleiben der Früchte führen.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen, insbesondere Kupfer und Zink, kann das Wachstum und die Fruchtbildung des Kirschbaums beeinträchtigen.
  • Krankheiten und Schädlinge: Krankheiten wie die Schrotschusskrankheit und Schädlinge können die Blätter und Blüten angreifen und die Fruchtbildung stören.