Jasmin

Jasmin-Arten: Unterschiede und Pflegehinweise im Überblick

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Der betörende Duft von Jasminblüten verzaubert Gärten weltweit. Erfahren Sie mehr über die vielfältigen Arten des Echten Jasmins und entdecken Sie ähnliche Pflanzen, die oft als „Falscher Jasmin“ bezeichnet werden.

Jasmin Sorten
Die Jasminum grandiflorum begeistert mit großen Blüten

Echter Jasmin: Ein Hauch von Exotik im Garten

Die Gattung Jasminum, die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört, ist bekannt für ihren betörenden Blütenduft. Ursprünglich in den Tropen und Subtropen Asiens, Afrikas und Australiens beheimatet, haben sich vereinzelte Arten auch im Mittelmeerraum sowie auf den Kanaren und Azoren etabliert. Die Gattung Jasminum umfasst sowohl verholzende Kletterpflanzen als auch aufrecht wachsende Sträucher und kleine Bäume. Ihre Stängel sind oft kantig und hart, während die Blätter in verschiedenen Anordnungen (wechselständig, gegenständig oder quirlständig) auftreten können. Diese Blattvielfalt zeigt sich in einfachen, dreiteiligen oder unpaarig gefiederten Formen.

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Erscheinungsbild des Echten Jasmins

Erscheinungsbild des Echten Jasmins

Die Blüten des Echten Jasmins duften betörend

Innerhalb der Gattung Jasminum variieren die Pflanzenarten zwischen laubabwerfenden und immergrünen Exemplaren. Die Blattformen sind vielfältig, von einfachen bis zu dreiteiligen oder unpaarig gefiederten Strukturen. Die Blüten dieser Gattung zeichnen sich vor allem durch ihren starken und angenehmen Duft aus, der den Garten bereichert. Die Blütenfarbe bewegt sich überwiegend zwischen Weiß und Gelb, selten findet man auch rosafarbene oder rötliche Blüten. Sie bilden verschiedene Blütenstände, die von traubenförmigen über rispenförmige bis hin zu dolden- oder köpfchenförmigen Arrangements reichen.

Verbreitung und Verwendung

Jasminum-Arten bevorzugen Standorte in Dickichten und Büschen, oft am Rande von Wäldern oder entlang von Flussufern. Aufgrund ihres bezaubernden Blütendufts und -aussehens werden sie weltweit als Zierpflanzen geschätzt und haben sich auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gut angepasst. Einige Arten haben sich sogar außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat verwildert.

Der Echte Jasmin (Jasminum officinale) spielt eine besonders wichtige Rolle in der Gartengestaltung. Aus seinen Blüten wird Jasminöl gewonnen, das in der Parfümherstellung von großer Bedeutung ist. Ursprünglich in Asien beheimatet, ist er mittlerweile auch im Mittelmeerraum als kultivierter Exot anerkannt und wird dort häufig in Gärten und Anlagen gefunden.

Arten des Echten Jasmins: Vielfalt für jeden Garten

Zu den bemerkenswerten Arten des Echten Jasmins gehören:

  • Echter Jasmin (Jasminum officinale): Mit seiner ursprünglichen Heimat im Himalaja, Südwest-China und Kaschmir, besticht er mit duftenden Blütendolden. Besonders verbreitet ist er in Gärten des Mittelmeerraums, wo er für die Gewinnung von Jasminöl angebaut wird. Der Zierstrauch erreicht Höhen von bis zu 2-3 Metern und kann bei entsprechender Pflege auch in kühleren Regionen Europas gedeihen, sofern er im Winter geschützt wird.
  • Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum): Er ist bekannt für seine Winterhärte und die Fähigkeit, auch in Mitteleuropa den Garten zu bereichern. Aus Westchina stammend, erfreut er mit gelben Blüten in den kälteren Monaten und belebt somit den winterlichen Garten.
  • Primel-Jasmin (Jasminum mesnyi): Ein südchinesisches Gewächs, das mit seinen gelben Blüten nicht nur im Frühjahr eine Augenweide ist. Dieser Jasmin verkörpert durch seine teils überhängende Wuchsform eine Bereicherung für jede Gartenlandschaft.
  • Azoren-Jasmin (Jasminum azoricum): Er stammt von den malerischen Azoren und zeichnet sich durch seine weißen, duftenden Blüten aus, die besonders in der Nacht ihren betörenden Duft verströmen.
  • Arabischer Jasmin (Jasminum sambac): Eine Art mit intensiv duftenden weißen Blüten, die ihren Ursprung in Indien hat. Er spielt eine bedeutende Rolle für kulturelle und religiöse Anlässe und wird aufgrund seines intensiven Dufts häufig in der Parfümherstellung genutzt.

Arten des Falschen Jasmins: Duftende Doppelgänger

Der Begriff „Falscher Jasmin“ umfasst eine Vielzahl von Pflanzenarten aus unterschiedlichen Gattungen, die in ihrer Erscheinung oder durch ihren Duft an den Echten Jasmin erinnern, jedoch botanisch gesehen nicht mit ihm verwandt sind.

Duftjasmin

Als Duftjasmin (Philadelphus) bekannt, oft auch Pfeifenstrauch genannt, verkörpert diese robuste und blühfreudige Pflanzengattung keine botanische Verwandtschaft zum Echten Jasmin (Jasminum). Die Sträucher schmücken sich ab Mai mit weißen, intensiv duftenden Blüten und erreichen eine Wuchshöhe von 2 bis 4 Metern.

Sternjasmin

Der Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides), ursprünglich aus Asien, brilliert als Kletterpflanze mit einem intensiven Duft, der an Jasmin erinnert. Aufgrund seiner Frostempfindlichkeit wird er vorrangig in milden Regionen mit Winterschutz oder in Kübelkultur gepflegt. Die prachtvollen weißen Blüten erscheinen ab Juni und verströmen bis in den Sommer hinein ihren charakteristischen Duft.

Jasminblütiger Nachtschatten

Jasminblütiger Nachtschatten

Der Jasminblütige Nachtschatten erfreut mit großen weißen Blüten von Juni bis Oktober

Solaminum jasminoides, bekannt als Jasminblütiger Nachtschatten oder Sommerjasmin, teilt keinerlei botanische Verwandtschaft mit dem Echten Jasmin. Diese Pflanze aus Brasilien ist besonders bekannt für ihre großen, weißen Blüten, die von Juni bis Oktober erscheinen und an Kartoffelblüten erinnern. Meist in Kübeln kultiviert, ist er eine attraktive Wahl für frostfreie Überwinterungen.

Chilenischer Jasmin

Unter dem Namen Chilenischer Jasmin wird eine weißblühende Art der Mandevillea, Mandevilla laxa, zusammengefasst. Entgegen der Annahme, sie stamme aus Chile, umfasst ihr natürliches Verbreitungsgebiet Argentinien und Bolivien. Die Blüten, weiß mit einer gelben Mitte, bestechen durch ihren Jasmin-ähnlichen Duft und bereichern Gärten vom Frühling bis in den Herbst.

Carolina-Jasmin

Mit Gelsemium sempervirens tritt der Carolina-Jasmin auf, der eine eigene Pflanzenfamilie darstellt und somit keine Verwandtschaft zum Echten Jasmin aufweist. Die gelben Blüten präsentieren sich vom Frühjahr bis in den Frühsommer und machen ihn zu einem weiteren Highlight in der Gruppe der Falschen Jasmin-Arten.

Bilder: elescordo / iStockphoto