Hornblatt als effizienter Teichputzer

Das Raue Hornblatt - fälschlicherweise oft auch Hornkraut genannt - gehört zu den effektivsten Wasserreinigungspflanzen und ist deshalb für Gartenteichbesitzer höchst interessant. Widmen wir dem schwimmenden Nützling einmal etwas Aufmerksamkeit.

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Hornblatt klärt Wasser besser als jeder Filter

Das Hornblatt ist kein Hornkraut

Wenn von Horn-irgendwas in Bezug auf klärende Teichbepflanzung die Rede ist, rutscht der Volksmund immer wieder leicht in das Hornkraut ab. Hornkraut gibt es zwar auch und seine Arten bilden eine ganze Pflanzengattung mit botanischem Namen Cerastium. Hierbei handelt es sich aber keineswegs um Wasserpflanzen – beim Hornblatt, botanisch Ceratophyllum, ist das aber durchaus der Fall.

Hornblattarten ähneln vom Habitus her sehr den Armleuchteralgen. Ihre langen, tannenzweigartigen Wedel sehen denen der Armleuchteralgen recht ähnlich und wachsen außerdem auch submers, also vollständig unter der Wasseroberfläche. Als Unterwasserpflanzen ohne richtige Wurzeln haben sie auch die Eigenschaft, Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufzunehmen. Dadurch eignen sie sich sehr gut als Klärpflanzen für die mittleren Wasserschichten eines Gartenteichs.

Die wichtigsten Charakteristika des Hornblatts in Kürze:

  • Submerse Wasserpflanze
  • Aussehen ähnlich wie Armleuchteralgen
  • Tannenzweigartige Wedel
  • Nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf – stark wasserklärende Wirkung

Das Raue Hornblatt

Eine für die Gartenteichkultur besonders relevante Hornblattart ist das Raue Hornblatt. Seine gräulichen bis gelbgrünen Blätter fühlen sich tatsächlich ziemlich rau an und sind einerseits sehr flexibel im Wasser, bei mechanischem Kontakt aber auch bruchempfindlich. Die zuweilen rötlich akzentuierten Stängel mit den gabelförmig geteilten Blättern können bis zu einen Meter lang werden. Unscheinbare Blüten und Früchte bringt das Raue Hornblatt auch komplett unter Wasser hervor.

Clevere Überwinterungstaktik

Interessant und praktisch für die Kultivierung im Gartenteich: Das Raue Hornblatt kommt auch in schattigen Arealen gut zurecht und ist mehrjährig. Die oberen Pflanzenteile sterben im Winter zwar ab. Die kalte Jahreszeit überdauert das Raue Hornblatt aber durch Überwinterungsorgane, sogenannte Turionen, die am Gewässerboden überwintern und im Frühjahr wieder aufsteigen.

Um durch die absinkenden, abgestorbenen Pflanzenteile keinen Nährstoffüberschuss zu bekommen, können Sie das Raue Hornblatt im Herbst auch selbst herausnehmen und die Triebspitzen mit den Überwinterungsknospen abschneiden und in den Teich zurückwerfen. Der Rest wird kompostiert.

Beste Reinigungsqualitäten

Wie andere Hornblattarten auch hat das Raue Hornblatt eine ausgesprochen gute Wasserklärungseigenschaft. Es nimmt eine Menge Nährstoffe aus dem Teichwasser auf und kann so eine Algenblüte verhindern helfen. Nicht nur deswegen ist es für einen Fischteich, der durch Fischfutter und -kot besonders mit Nährstoffüberschuss belastet ist, besonders geeignet. Seine feinen, dicht verzweigten Stängel bieten den Tieren auch gute Versteckmöglichkeiten.

Besser nicht mit anderen Unterwasserpflanzen kombinieren

Generell ist es nicht empfehlenswert, mehrere Unterwasserpflanzen auf einmal in der Flachwasserzone eines Gartenteichs zu kultivieren. Sie können nämlich schnell durcheinanderwuchern und sich ineinander verheddern. Bei den langen, gabelig verzweigten Tieben des Rauen Hornblatts passiert das besonders leicht. Wenn Sie sich dafür entscheiden, dann also besser gleich in Reinkultur.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: shinoportogis/Shutterstock

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