Heiligenkraut und seine Heilwirkung

Heiligenkraut stammt aus dem Mittelmeerraum und ist dort seit der Antike als Heilkraut bekannt. Im mitteleuropäischen Raum wird die Staude erst seit dem 17. Jahrhundert als Hausmittel, als Würzmittel in der Küche und als Heilmittel in der Naturheilkunde verwendet.

Heiligenkraut Anwendung
Das Heiligenkraut kommt sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung

Die Inhaltsstoffe des Heiligenkrauts

Heiligenkraut enthält in Blättern, Samen und Blüten eine Reihe von Inhaltsstoffen, die in der Naturheilkunde genutzt werden:

  • ätherische Öle
  • Harze
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe

Besonders hoch ist der Anteil der Inhaltsstoffe in den oberen Sprossen und den Blüten. Sie sollten Heiligenkraut deshalb am besten während der Blütezeit von Juni bis August schneiden, wenn Sie es als Heilkraut nutzen möchten.

Innerlich und äußerlich anwendbar

Das Kraut kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Giftig ist die Pflanze in keinem ihrer Bestandteile.

Heiligenkraut sollte nur als unterstützende Maßnahme bei Beschwerden angewendet werden. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit gibt es bisher nicht. Bei ernsten Erkrankungen sollte auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden.

Innerliche Anwendung als Teeaufguss

Für Tee aus Heiligenkraut lassen sich Blätter, Blüten und Samen verwenden. Die Bestandteile werden entweder frisch oder getrocknet aufgebrüht.

Der Tee wirkt anregend aufgrund der ätherischen Öle. Bitterstoffe und Gerbstoffe fördern die Verdauung und lösen Magenkrämpfe. Manche Naturheilkundler empfehlen Tee aus Heiligenkraut auch bei Menstruationsbeschwerden. Die Wirkung wird vermutlich durch die enthaltenden Gerb- und Bitterstoffe ausgelöst.

Die Wirkung der äußerlichen Anwendung des Heiligenkrauts

Heiligenkraut soll eine beruhigende Wirkung auf gereizte Haut haben. Dafür wird die Badewanne mit nicht zu heißem Wasser gefüllt und die gemahlenen Blätter als Badezusatz hineingegeben.

Mücken- und andere Insektenstiche behandeln

Ätherische Öle und Harze des Heiligenkrauts zeigen bei den Stichen von Mücken und anderen Insekten eine Heilwirkung. Es mindert den Juckreiz und unterstützt die Haut bei der Regeneration der Wunden.

Dazu werden frische Blätter gemahlen und zu einem Brei verarbeitet, der auf die Stich- oder Bisswunde gestrichen wird.

Samen des Heiligenkrauts als Wurmmittel

Der Samen des Heiligenkrauts gilt in der Naturheilkunde als Entwurmungsmittel. Es soll Würmer und andere Darmparasiten bekämpfen.

Tipps

Der botanische Name des Heiligenkrauts lautet Santolina. Er setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern sanctus = heilig und linum = Flachs.

Text: Sigrid Hestermann

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.