Gänseblümchen-Wurzel – eine unterirdische Energieknolle

Es gibt wohl keine Wildpflanze, die bekannter ist als das Gänseblümchen. Schon Kinder kommen mit dem Gewächs in Kontakt und bei Fans der Naturküche gilt es als beliebte Zutat. Damit sich die Wurzeln im Garten wohlfühlen, sind bestimmte Bedingungen notwendig.

gaensebluemchen-wurzel
Gänseblümchen haben für ihre Größe relativ lange, dicke Wurzeln

So wächst das Gänseblümchen

Bellis perennis ist eine krautige und ausdauernde Pflanze, die ein kurzes Wurzelrhizom entwickelt. Dieses überdauert den Winter im Boden und treibt im kommenden Frühjahr erneut aus. Es ragt senkrecht in die Tiefe und ist umsäumt von faserigen und verzweigten Feinwurzeln, welche die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen gewährleisten. Die Außenhaut der Wurzelknolle erscheint beige bis dunkelbraun. Das Wurzelwerk erinnert an Feldsalatwurzeln.

Lesen Sie auch

Wissenswerte Besonderheiten:

  • wegen der dicht am Boden liegenden Blattrosetten ist häufiges Mähen kein Problem
  • Blütenkörbchen richten sich nach der Sonne aus
  • an regnerischen Tagen und während der Nacht sind Blüten geschlossen

Gänseblümchen im Garten

Das heimische Wildkraut wächst bevorzugt unter vollsonnigen Bedingungen auf einem mäßig feuchten Boden. Es liebt nährstoffreiche und humose Substrate. Bietet der Außenbereich überwiegend schattige Bedingungen, fühlt sich das Korbblütengewächs nicht besonders wohl. Trockene und sandige Böden beeinträchtigen das Wachstum. Am richtigen Standort nimmt die Wildart innerhalb kurzer Zeit große Flächen ein.

Pflege

Einmal auf der Wiese angesiedelt, benötigt das Gänseblümchen kaum Aufmerksamkeit. Wenn die Erde zu Trockenheit neigt, sollten Sie auf eine regelmäßige Bewässerung achten. Auf nährstoffreichen Böden erfordert das Gewächs keine zusätzliche Düngung. Sofern es mehrere Jahre am gleichen Standort wächst, oder das Substrat wenig Nährstoffe bietet, ist eine gelegentliche Verabreichung von Kompost sinnvoll. Ein Winterschutz ist nicht erforderlich, da die Wildpflanze frosthart ist.

Vermehren

Aus dem kurzen Rhizom entwickeln sich unterirdische Ausläufer, mit denen sich die Pflanze vegetativ vermehrt. Die Ausbreitung erfolgt zudem über Samen, die zu den Lichtkeimern gehören. Wenn Sie nicht warten möchten, bis sich auf dem frisch ausgesäten Rasen automatisch Gänseblümchen ansiedeln, mischen Sie die feinen Samenkörner mit Grassamen und streuen Sie die Mischung breitwürfig auf der Fläche aus.

Ernte

Bellis perennis liefert essbare Blüten und Blätter. Die Rosettenblätter bleiben im Winter erhalten, sodass Sie die Pflanze ganzjährig abernten können. Besonders schmackhaft und zart ist das im Frühjahr austreibende Blattgrün. Es hat eine leicht säuerliche Nuance und erinnert im Geschmack an milden Sauerampfer. Die Blüten schmecken nussig und liefern eine ästhetische Zutat für Salate.

Zuchtformen

Im Handel werden häufig Zuchtformen als Gänseblümchen angeboten, die von anderen Arten abstammen und ähnliche Blütenformen entwickeln. Das Blaue Gänseblümchen gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Hinter diesem Korbblütler mit den blauvioletten Strahlenblüten verbirgt sich die Art Brachyscome iberidifolia. Wenn Sie sicher sein möchten, dass es sich tatsächlich um das bekannte Tausendschön handelt, sollten Sie auf den Artnamen achten. Eine verbreitete Zuchtform ist die rotblühende Variante ‚Rob Roy‘.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Diederik Hoppenbrouwers/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.