Pilzbefall bei der Fichte – so äußert er sich

Aus Sicht des Waldschutzes ist die Fichte die kritischste Baumart Mitteleuropas. Sie kann von verschiedenen Pilzen befallen und dadurch nachhaltig zerstört werden. Wie sich Pilzbefall bei der Fichte äußert und welche Pilzerkrankungen bei ihr vorkommen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Hallimasch sehen hübsch aus, können aber großen Schaden anrichten

Welche Pilzerkrankungen können bei der Fichte auftreten?

Zwar wird ein Pilzbefall bei der Fichte deutlich seltener beobachtet als eine Schädigung durch Insekten; dennoch gibt es mehrere pilzliche Schaderreger und Krankheitsbilder, die bei dem Nadelbaum auftreten können und erwähnenswert sind:

  • Hallimasch-Infektion (durch verschiedene Hallimasch-Arten)
  • Rotfäule (v.a. durch den Wurzelschwamm und Blutenden Schichtpilz)
  • Sirococcus-Triebsterben (durch den Sirococcus conigenus)

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Wie äußert sich eine Hallimasch-Infektion?

Die Arten der Pilzgattung Hallimasch ernähren sich hauptsächlich saprophytisch von abgestorbenen Holzteilen im Boden. Sie können aber auch in eine parasitische Lebensweise wechseln, wenn die potenzielle Wirtspflanze vorgeschädigt ist. Als Wurzel- und Stammfäuleerreger können Hallimasch-Pilze zum Absterben stehender Fichtenbäume führen.

Erkennungsmerkmale:

  • unter die feineren Wurzeln des Fichtenbaums gemischte dunkelbraune bis schwarze, im Querschnitt eher rundliche Myzelstränge (Rhizomorphen)
  • weißliches flächiges, fächerartig verzweigtes Geflecht unter der abgestorbenen Rinde oberhalb der Stammbasis (kann nach dem Absterben des Baums auch schwarz und krustenförmig werden)
  • Harzfluss im unteren Stammbereich

Woran erkennt man die Rotfäule?

Verschiedene Pilzarten können bei der Fichte die Rotfäule auslösen. Als wichtigster Erreger gilt der Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum). Er verursacht eine Wurzelfäule, die eine aufsteigende Weißfäule im Kernholz nach sich zieht und insbesondere im Frühherbst auch gefällte Fichten noch gefährdet.

Neben wurzelförmigen Stammfäulen sind auch Wundfäulen zu erwähnen. Diese dringen über Rindenverletzungen in den Stamm ein. Typischer Verursacher eines solchen Pilzbefalls bei der Fichte ist der Blutende Schichtpilz (Stereum sanguinolentum).

Was kennzeichnet das Sirococcus-Triebsterben?

Für das Sirococcus-Triebsterben bei der Fichte zeichnet der Sirococcus conigenus verantwortlich. Dieser Pilz befällt typischerweise die jüngsten Triebe. Wenn sich Letztere krümmen und ihre Nadeln verlieren, können Sie von einem Pilzbefall ausgehen. An den Triebspitzen bleibt häufig ein Büschel verbraunter Fichtennadeln als „Fahne“ hängen; diese Nadeln waren zum Infektionszeitpunkt noch nicht vollständig ausgebildet.

Bei einem mehrjährigen Befall wird die Krone immer schütterer. Sie verlichtet sich von außen nach innen. Ein chronisches Befallsgeschehen führt zum Absterben der betroffenen Fichte.

Was kann man gegen einen Pilzbefall bei der Fichte tun?

Bei einem einmal erfolgten Pilzbefall lässt sich unglücklicherweise nicht mehr viel dagegen unternehmen. Der Baum sollte frühzeitig gefällt werden, da er durch die Pilzerkrankung zunehmend an Stabilität einbüßt und windanfälliger wird.

Wichtig: Um benachbarte Fichtenbäume vor einem Befall zu schützen, sollte der Wurzelstrunk eines gefällten Baums mit einem Mittel behandelt werden, das den Pilz unschädlich macht. Das Ziel ist, einem Pilzbefall vorzubeugen. Dies gelingt am besten, wenn die Fichte an ihrem Standort alles hat, was sie für ein gesundes Wachstum und Leben braucht.

Tipp

Rostpilz: unschön, aber nicht bedrohlich

Anders als die oben beschriebenen Pilzerkrankungen sind Rostpilze für die Fichte keine ernsthafte Bedrohung. Sie können den Nadelbaum zwar befallen, sorgen dann aber „nur“ für eine etwas unschöne Optik, da sie die Nadeln gelblich verfärben und mit weißlichen Sporen verunzieren.

Text: Natascha Mussger
Artikelbild: Danler/Shutterstock