Fetthenne nur bedingt essbar

Heutzutage nahezu in Vergessenheit geraten ist, dass die in vielen Gärten anzutreffende Fetthenne in früheren Zeiten sowohl als Salatgewürz sowie auch als Heilpflanze verwendet wurde. Daher stammt auch die Bezeichnung "Mauerpfeffer", denn die fleischigen Blätter des Dickblattgewächses sollen recht scharf und würzig schmecken. Allerdings gilt die leicht zu pflegende Pflanze auch als leicht giftig.

Mauerpfeffer essbar
Der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) ist in Maßen essbar

Fetthenne ist leicht giftig

Alle Teile der Fetthenne, vor allem jedoch ihre dicken Blätter, enthalten giftige Alkaloide sowie Gerbstoffe, Flavonoide, Glykoside sowie Gerbsäuren. Jedoch ist die Konzentration der Giftstoffe sehr gering, so dass die Pflanze dennoch verzehrt werden kann. Davon ist allerdings abzuraten, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben oder gerade schwanger sind, denn ein Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Dies gilt übrigens auch, wenn Sie zu viele Fetthennenblätter verspeisen. Deshalb wird grundsätzlich nur zu einer äußerlichen Anwendung geraten.

Lesen Sie auch

Essbare Teile der Fetthenne

Verwendet werden vor allem die dicken, fleischigen Blätter der Fetthenne. Bei manchen Arten (z. B. Sedum telephium) lassen sich auch die Wurzelknöllchen wie Gemüse kochen und verwenden. Die Blätter wiederum können frisch genutzt oder auch in Öl eingelegt und so haltbar gemacht werden. Fügen Sie die frischen Blätter bunten Salaten als Gewürz hinzu oder kochen Sie sie als Gemüse.

Essbare Sedum-Arten

Grundsätzlich sind alle Sedum-Arten essbar, vor allem jedoch folgende Arten:

  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)
  • Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium)
  • Rötliche Fetthenne (Sedum rubens)
  • Große Fetthenne oder Purpur-Fetthenne (Sedum telephium)

Fetthenne als Heilpflanze

In der Volksmedizin wurden sowohl die Blätter als auch daraus gewonnener Presssaft sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Der Saft soll Blutungen (z. B. bei Wunden) stillen sowie die Wundheilung unterstützen. Außerdem wurde Fetthennensaft aufgrund seiner abführenden Wirkung auch als Wurmmittel verwendet. Wegen der leicht giftigen Inhaltsstoffe reizt der Saft außerdem die Haut und kann daher gegen Warzen, Hühneraugen oder Schwielen eingesetzt werden. Zu diesem Zweck schneiden Sie die dicken Blätter einfach auf und legen sie an die zu behandelnde Stelle.

Tipps

Sehen Sie von einem Verspeisen der Fetthenne bzw. dem Schlucken des Presssaftes vorsichtshalber ab. Einer äußerlichen Anwendung (z. B. als Warzenmittel) steht jedoch nichts im Wege.

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.