Welche Eibe hat keine Beeren?

Eiben (Taxus baccata und Taxus media) sind im Garten beliebte Heckenpflanzen, allerdings auch hochgiftig. Insbesondere Eltern mit Kindern interessieren sich daher für eine Eibensorte ohne leuchtend rote Beeren. Gibt es fruchtlose Eiben und falls ja, was muss man bei ihrer Pflege beachten?

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Es gibt Eibensorten ohne Beeren

Welche Eibe hat keine Beeren?

Als derzeit einzige Eibensorte trägt die männliche Zuchtform ‚Hillii‘ keine giftigen roten Früchte, die neugierige Kinder zum Naschen verlocken könnten. ‚Hillii‘ ist, wie alle Eiben, immergrün und besitzt attraktiv glänzende, dunkelgrüne Nadeln. Die Sorte gehört zur Hydrid- oder auch Bechereibe Taxus media, die als robust und extrem winterhart gilt.

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Besonders wohl fühlt sich ‚Hillii‘ an einem sonnigen bis schattigen Standort mit nährstoffreicher und eher feuchter Erde. Wie alle Eiben wächst auch diese Sorte sehr langsam und gewinnt in den ersten fünf Jahren durchschnittlich 40 bis 60 Zentimeter an Wuchshöhe hinzu. Ausgewachsen kann ‚Hillii‘ bis zu 500 Zentimeter hoch und 300 Zentimeter breit werden.

Wie wird die nicht fruchtende Eibe verwendet?

Die nicht fruchtende ‚Hillii‘ lässt sich sehr vielseitig verwenden:

  • als Einfassung, z. B. von Beeten oder Rasenflächen
  • als Wegbegleitung
  • als Sichtschutzhecke
  • als niedrige Hecke
  • für reine Taxushecke
  • für gemischte Hecken
  • als Solitär, z. B. für einen Formschnitt
  • als Kübelpflanze

‚Hillii‘ hat von Natur aus einen aufrechten, kegelförmigen Wuchs und ist zudem oft mehrtriebig. Zudem wächst die Heckenpflanze sehr dicht, mit vielen Verzweigungen und bildet daher mit der Zeit einen guten Sichtschutz aus.

Sollten Sie ‚Hillii‘ als Kübelpflanze verwenden, setzen Sie sie in ein ebenso tiefes wie breites Pflanzgefäß mit mindestens 30 Litern Volumen.

Worauf muss ich bei der Pflege nicht fruchtender Eiben achten?

Das männliche Gegenstück zur fruchtenden Taxus media ‚Hicksii‘ wird genau so gepflanzt und gepflegt wie alle anderen Eibensorten auch. Achten Sie darauf, dass die frisch gepflanzten Eiben in den ersten zwei Jahren stets ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, so können Sie das Wachstum etwas beschleunigen.

Allerdings darf dabei keine Staunässe entstehen, denn dies wiederum führt zu Wurzelfäule und damit zum Verlust der Pflanze. Ein lockerer, durchlässiger Boden sowie eine gute Drainage sind daher unerlässlich. Typisch für Eibenhecken ist zudem, dass Sie die langsam wachsenden Pflanzen nicht jedes Jahr schneiden müssen.

Wie giftig sind Eibenfrüchte?

Alle Pflanzenteile der Eibe sind potenziell tödlich giftig. Sie enthalten das herzwirksame Taxin, das schon in geringen Dosen schwere Vergiftungen auslösen kann. Besonders giftig sind die Nadeln sowie die Samen, wobei das umgebende Fruchtfleisch als einziger Pflanzenbestandteil ungiftig ist.

Dies erklärt auch, weshalb etwa Vögel so gern Eibenfrüchte fressen – sie verschlucken die Beeren im Ganzen und scheiden die hochtoxischen Samen später unbeschädigt aus. Das Fruchtfleisch ist auch für den Menschen ungefährlich, doch sobald der innen liegende Samen verletzt wird, tritt das gefährliche Gift aus. Daher sollten die Beeren nicht gegessen werden.

Tipp

Junge Eiben nicht zu früh schneiden

Egal um welche Eibensorte es sich handelt: Junge, frisch gepflanzte Eiben sollten in den ersten zwei bis drei Jahren nicht geschnitten werden. So legen die Pflanzen mehr Kraft ins Wurzelwachstum, was wiederum ihrer Robustheit und Gesundheit zugute kommt. Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist der späte Sommer bzw. frühe Herbst.

Text: Ines Jachomowski