Disteln: Die Vermehrung der attraktiven Stauden

Disteln fügen sich mit ihren imposanten Blüten und dem bizarren Wuchs wunderschön in Rabatten und naturnahe Gärten ein. Die pflegeleichten Pflanzen lassen sich durch selbst gesammeltes Saatgut oder Wurzelschnittlinge unkompliziert vermehren. Wie – das erläutern wir hier.

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Disteln lassen sich gut über Samen vermehren

Wie vermehren sich Disteln?

Alle Disteln bilden aus ihren attraktiven Blütenköpfen Samen aus, die im Herbst heranreifen. Aus diesen können Sie neue Stauden heranziehen.

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Einige Kugeldistel-Arten vermehren sich sogar eigenständig durch Selbstaussaat. Bei den Mannstreu-Arten hingegen eignen sich Wurzelschnittlinge besser für die Nachzucht.

Wie kann ich Distelsamen für die Vermehrung sammeln?

Die Samen können Sie von den abgeblühten Blütenständen gewinnen. Besonders einfach gelingt das, indem Sie um den Samenstand eine Butterbrottüte binden, in welche die kleinen Körnchen hineinfallen. Alternativ können Sie die Blütenstände abschneiden, in einer Schale trocknen lassen und die Samenkörnchen anschließend herausschütteln.

Distelsamen bleiben, in Papiertütchen verpackt und an einem trockenen Ort gelagert, bis zum nächsten Frühjahr keimfähig.

Wie werden Disteln durch Samen vermehrt?

Edeldisteln können Sie im Haus vorziehen und nach den Eisheiligen ins Freiland verpflanzen:

  1. Füllen Sie im zeitigen Frühjahr eine Schale mit Anzuchterde.
  2. Streuen Sie die Samen darauf, gießen Sie an und stellen Sie das Gefäß an einen hellen, warmen Platz.
  3. Gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten.
  4. In der Regel geht die Saat innerhalb weniger Tage auf. In Ausnahmefällen kann das jedoch auch bis zu drei Wochen dauern.

Samen sich Disteln selbst aus?

Manche Distelarten wie die vermehrungsfreudigen Kugeldisteln samen sich eigenständig aus, sodass Sie auf die Vorkultur verzichten können. Belassen Sie die verblühten Blütenstände einfach an den Stauden, damit sich die Samen im Beet verteilen können.

Klappt die Vermehrung von Disteln durch Wurzelschnittlinge?

Bei manchen Distelarten wie Silberdistel (Carlina) oder Kugeldistel (Echinops) empfiehlt es sich, Wurzelabschnitte von drei bis fünf Zentimeter zur Vermehrung zu gewinnen:

  1. Heben Sie die Distel mittels einer Grabgabel aus dem Boden.
  2. Waschen Sie die Erde von den Speicherorganen und schneiden Sie einige Wurzelstücke ab.
  3. Die Mutterpflanze anschließend wieder einsetzen.
  4. Topfen Sie die Wurzelschnittlinge in mit Anzuchterde gefüllte Blumentöpfe, wo sie innerhalb weniger Wochen Wurzeln, Stiele und Blätter bilden.
  5. Im Herbst können Sie die Disteln ins Blumenbeet verpflanzen.

Tipp

Disteln aus dem Rasen entfernen

So hübsch Edeldisteln im Blumenbeet auch sind; machen sich ihre stacheligen Verwandten im Rasen breit, ist das ein Ärgernis. Ziehen Sie deshalb die mit einem Distelstecher gelockerten Pflanzen zeitnah heraus. Ist das nicht möglich, schneiden Sie zumindest die Blütenköpfe konsequent ab, denn nur so lässt sich eine Ausbreitung durch Samen verhindern.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Golden Family Foto/Shutterstock