Syrisches Brandkraut
Das Syrische Brandkraut ist pflegeleicht und winterhart

Syrisches Brandkraut: Pflanzen und pflegen

Das Syrische Brandkraut (Phlomis russeliana), wegen der charakteristischen Form seiner quirlig angeordneten Blüten auch als Goldquirl bezeichnet, ist recht unempfindlich gegenüber Trockenheit und eignet sich daher hervorragend für Steppen- und Kiesgärten. Auch sonst ist die Staude robust, pflegeleicht, langlebig und passt sich vielen Gartenstandorten problemlos an.

Herkunft und Verbreitung

Das in vielen Gärten beliebte Syrische Brandkraut (bot. Phlomis russeliana), auch als Goldquirl oder nach seinem Entdecker, dem schottischen Naturforscher Dr. Alexander Russell, bezeichnete Russels Brandkraut ist eine von mindestens 100 verschiedenen Arten von Brandkräutern. Die zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) zählende, artenreiche Gattung umfasst sowohl Stauden als auch Halbsträucher. Die Heimat der meisten Arten erstreckt sich von Südosteuropa über den ganzen zentralasiatischen Kontinent bis hin nach China. Das Syrische Brandkraut stammt ursprünglich aus den gebirgigen Waldregionen des nördlichen Anatoliens.

Hier ist es wild sowohl in Nadel-als auch in Laubwäldern als auch auf Kahlflächen anzutreffen, vorzugsweise im Verbund mit Haselnusssträuchern. Die sonnenliebende Staude wächst besonders gut an Gehölzrändern, auf Freiflächen und bevorzugt trockene oder felsige Untergründe.

Verwendung

Brandkräuter lassen sich in viele Gartenumgebungen einpassen und machen sowohl an Gehölzrändern, an Böschungen, in Steingärten sowie auch im Präriebeet eine gute Figur. Ein trockener Untergrund sowie Wurzelkonkurrenz machen der robusten Pflanze nichts aus, weshalb sie sich sehr vielseitig verwenden lässt. Aufgrund seines markanten Wuchses und der Wuchshöhe zwischen – je nach gewählter Art und Sorte – 90 und 150 Zentimetern pflanzen Sie die kräftigen Stauden am besten in die Beetmitte, wo sie hervorragend zu Stauden wie der Königskerze (bot. Verbascum), der Blauraute (Perovskia), Storchschnabel (Geranium), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Gamander (Teucrium), Lavendel (Lavandula) oder verschiedenen Ziergräsern passt. Das leuchtend goldgelb blühende Syrische Brandkraut harmoniert dabei mit blau oder violett blühenden Arten besonders gut.

Aussehen und Wuchs

Die horstig wachsende Staude ist sehr wüchsig und erobert innerhalb kurzer Zeit größere Gartenflächen, weshalb sie sich gut als Bodendecker bzw. Lückenfüller etwa an Böschungen eignet. Aus den unterirdischen Rhizomen wachsen zahlreiche Ausläufer, die möglichst mit Wurzelsperren o. ä. in Schach gehalten werden sollten. Die Pflanze ist vor allem im unteren Bereich bis ca. 30 Zentimeter Höhe dicht belaubt, wobei das filzig behaarte, herzförmige Laub den Winter über am Stängel haften bleibt und bis zum Frühjahr vertrocknet. Aus dem Rhizom treibt die Staude jedes Jahr aufs Neue aus und lässt sich so problemlos überwintern.

Blüten, Blütezeit und Früchte

Die kräftig goldgelben Blüten des Syrischen Brandkrauts öffnen sich zwischen Juni und Juli, wobei die typischen Lippenblüten auf mehreren Etagen in dekorativen Scheinquirlen zusammenstehen und sich teilweise sogar verzweigen. Die Blütenstiele können eine Wuchshöhe von bis zu 90 Zentimetern erreichen. Wie alle Brandkräuter ist auch das Syrische Brandkraut eine beliebte Bienenweide.

Die sich nach dem Abblühen entwickelnden, dreikantigen Nussfrüchte sind eiförmig, an der Oberfläche leicht behaart und enthalten zahlreiche Samen. Um ein unkontrolliertes Aussamen der Pflanzen zu verhindern, sollten Sie verblühte Stängel entfernen – das Syrische Brandkraut vermehrt sich nicht nur über Wurzelausläufer, sondern auch über Selbstaussaat sehr erfolgreich.

Giftigkeit

Das Syrische Brandkraut ist weder für den Menschen noch für Tiere giftig.

Standort und Boden

Pflanzen Sie das Syrische Brandkraut am besten an einen vollsonnigen Standort, da es hier am schönsten blüht. Die Staude fühlt sich jedoch auch an einem licht halbschattigen Platz wohl, sofern der Boden gut durchlässig, eher trocken und reich an Nährstoffen ist. Ein lockerer Untergrund ist zudem der beste Garant dafür, dass das ausgedehnt wachsende Wurzelwerk ausreichend Platz findet.

Brandkraut richtig pflanzen

Grundsätzlich können Phlomis während der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden, sofern die Witterung es zulässt und eine Fröste (mehr) drohen. Allerdings empfiehlt sich eine Anpflanzung im Frühjahr, möglichst erst ab Mitte bis Ende Mai, weil die Pflanzen bis zum endgültigen Anwachsen oft einige Zeit brauchen. Aus diesem Grund ist mit einer Blüte häufig erst nach ein bis zwei Jahren Standzeit zu rechnen, dafür allerdings zeigt die langlebige Staude ihre üppige Pracht die nächsten Jahrzehnte umso freudiger. Pro Quadratmeter sollten Sie mit ca. vier bis sechs Pflanzen rechnen, die im Abstand von etwa 50 Zentimetern zueinander gepflanzt werden. Reichern Sie den Boden mit reifem Kompost an und gießen Sie die Stauden nach dem Einpflanzen gut an.

Das arttypische Wuchern lässt sich mit Hilfe von Wurzelsperren eingrenzen. Aber auch eine natürliche Begrenzung durch konkurrenzstarke Pflanzenarten wie beispielsweise Ziergräser oder Storchschnabel erfüllt diesen Zweck.

Brandkraut gießen

Zusätzliches Gießen ist nur während heißer Sommermonate notwendig, da sonst die hübschen, filzigen Blätter schnell unansehnlich werden. Wässern Sie immer von unten, niemals von oben und vor allem nicht zu reichlich – das an Trockenheit gewöhnte Syrische Brandkraut ist recht genügsam und kommt mit zu feuchtem Boden und vor allem Staunässe nicht zurecht. Gelegentliche Trockenzeiten werden daher problemlos überstanden.

Brandkraut richtig düngen

Auch in puncto Düngen macht Ihnen das genügsame Blühwunder nicht viel Arbeit: Versorgen Sie es im Frühjahr nach dem Schneiden mit etwas reifem Kompost, dann hat es ausreichend Nährstoffe für sein üppiges Wachstum.

Brandkraut richtig schneiden

Da die grau-grünen Blätter bis weit in den Herbst und oft sogar noch in den Wintermonaten am Stängel bleiben und so ein dekoratives Element im herbstlichen Garten bilden, müssen Sie die Pflanzen erst im Frühjahr zurückschneiden. Kappen Sie die oberirdischen, nun vertrockneten Pflanzenteile knapp über dem Boden und verabreichen Sie anschließend reifen Kompost. In der Regel treibt die Staude anschließend sehr schnell wieder aus.

Brandkraut vermehren

Über die Vermehrung des Brandkrauts brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen: Das erledigt die sehr wüchsige Staude so zuverlässig selbst, dass Sie stattdessen eher begrenzende Maßnahmen ergreifen sollten. Ist eine teppichartige Ausbreitung im Garten gewünscht, lassen Sie einfach die durch Bienen bestäubten Blütenstände ausreifen. Das Brandkraut wird sich anschließend selbst aussäen. Alternativ sammeln Sie die Nussfrüchte einfach ab und säen Sie feinen Samen am gewünschten neuen Standort direkt aus. Ein Vorziehen auf der Fensterbank oder ähnliches ist nicht notwendig.

Brandkraut teilen

Auch durch eine Teilung lässt sich das Syrische Brandkraut sehr gut vermehren, wobei Sie diese Maßnahme erstmalig nach etwa zehn bis 15 Jahren durchführen sollten. Frisch gepflanzte Brandkräuter brauchen zwei bis drei Jahre bis sie am neuen Standort etabliert sind, weshalb Sie sie, einmal gepflanzt, so schnell nicht wieder umsetzen sollten. Lediglich wenn sich die Staude am neuen Standort wohlfühlt und sich deshalb allzu rasch ausbreitet, können Sie besonders vorwitzige Wurzelausläufer einfach mit einem Spaten von der Mutterpflanze abtrennen und an einem neuen Standort wieder anpflanzen. Bei der Teilung älterer Pflanzen gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Legen Sie den Wurzelballen vorsichtig frei.
  • Stechen Sie mit einem scharfen Spaten einen oder mehrere Teile vorsichtig ab.
  • Zerquetschen Sie dabei die Wurzeln nicht!
  • Graben Sie die Wurzelteile aus und pflanzen Sie sie separat an einem neuen Standort wieder ein.

Überwintern

Da das Syrische Brandkraut sich problemlos im Garten überwintern lässt, sind besondere Maßnahmen für einen Winterschutz nicht notwendig. Allerdings sollten Sie die oberirdischen Pflanzenteile während der kalten Jahreszeit stehen lassen und erst im Frühjahr zurückschneiden, da dies dem Winterschutz dient. In sehr nassen Wintern sollten Sie die Wurzelstöcke zudem vor der Feuchtigkeit schützen, da sich sonst Schimmelpilze ausbreiten können. Dies lässt sich bewerkstelligen, indem Sie beispielsweise Tannen- oder Fichtenreisig auf dem Boden ausbreiten – das Reisig hält den Boden gut trocken, sollte aber im Frühjahr rechtzeitig vor dem Austrieb entfernt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Auch im Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge sind Brandkräuter erfreulich unkompliziert. Problematisch ist lediglich zu große Feuchtigkeit, die die Ansiedlung von Pilzen fördert. Deshalb breitet sich in feuchten Sommern häufig der Falsche Mehltau aus, den Sie an gelblichen bis bräunlichen Flecken an den Blattoberseiten und einem grau-weißen Pilzrasen an den Unterseiten leicht erkennen. Schneiden Sie befallenes Laub weg und besprühen Sie die erkrankten Pflanzen mit einer selbst angesetzten Ackerschachtelhalmbrühe. Anschließend sollten die Blätter rasch abtrocknen können, zudem muss der Standort trocken gehalten werden.

Typische Gartenschädlinge wie beispielsweise die sonst so gefräßigen Schnecken lassen das Brandkraut hingegen meist in Ruhe.

Tipps

Die kräftigen Blütenstängel des Brandkrauts lassen sich prima als Schnittblumen für die Vase schneiden. Zudem sind sie gut zu trocknen und werden daher gern für Trockensträuße verwendet.

Arten und Sorten

Neben dem Syrischen Brandkraut sind vor allem noch die folgenden drei Arten in vielen Gärten anzutreffen. Alle Arten blühen zwischen Juni und Juli, wobei ihre markanten Blütenquirle gelb, rosa oder rot sein können. Im Hinblick auf ihre Bedürfnisse an Standort, Boden und Pflege sind sich die einzelnen Arten sehr ähnlich.

Knollen-Brandkraut (Phlomis tuberosa)

Das rosa blühende Knollen-Brandkraut braucht einen vollsonnigen, warmen Standort und verträgt sich mit anderen sonnenliebenden Stauden wie etwa Purpursalbei (Salvia officinalis ‚Purpurascens‘) oder Lavendel (Lavandula) sehr gut. Wie der Name schon andeutet, breitet sich das Knollen-Brandkraut durch unterirdisch wachsende Wurzelsysteme aus. Allerdings wächst es eher langsam und horstig. Empfehlenswert sind beispielsweise die Sorten ‚Bronze Flamingo‘ oder ‚Amazone‘.

Samos-Brandkraut (Phlomis samia)

Das auch als Griechisches Brandkraut bezeichnete Samos-Brandkraut blüht hübsch bräunlich bis rosaviolett und bildet dichte Blattrosetten aus, weshalb diese Art häufig Verwendung als Bodendecker findet. Die Art wird wie das Syrische Brandkraut etwa 90 Zentimeter hoch.

Strauchiges Brandkraut (Phlomis fruticosa)

Diese aus dem Mittelmeerraum stammende, leuchtend gelb blühende Art wächst strauchig und erreicht bei uns Höhen von bis zu 100 Zentimetern. Da die wintergrüne Art nicht frosthart ist, friert sie in kalten Wintern häufig stark zurück. Allerdings treibt sie im Frühjahr zuverlässig aus dem Wurzelstock wieder aus, so dass ein Überwintern in der Regel unproblematisch ist. Phlomis fructicosa eignet sich für die Gestaltung mediterraner oder Steppen-Gärten.

Text: Ines Jachomowski

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