Blaustern pflanzen und pflegen

Mit zierlichen 10 cm Wuchshöhe entfaltet das Blausternchen eine erstaunliche Präsenz im Frühlingsgarten. Geht der grazilen Blume Ende April die Puste aus, sind andere Scilla-Arten zur Stelle für eine frühsommerliche Blütenpracht. Nähere Informationen über die facettenreiche Zwiebel-Pflanze vermitteln die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen.

Scilla
Der Blaustern ist ein beliebter Frühjahrsblüher

Blaustern richtig pflanzen

Als typische Zwiebel-Blume folgt die Pflanzung von Blausternchen – im Gegensatz zu klassischen Stauden – besonderen Vorgaben. So hat die herbstliche Pflanzzeit keine sinnvollen Alternativen, während Containerpflanzen nahezu das ganze Jahr hindurch in die Erde dürfen. Die Pflanztechnik als solche verläuft indes denkbar einfach. So machen Sie es richtig:

  • Im Abstand von 10 cm mehrere Löcher graben mit 5-10 cm Tiefe
  • Darin jeweils eine Zwiebel einsetzen mit aufwärts gerichteter Spitze
  • Den mit Kompost und Hornspänen (12,66€ bei Amazon*) angereicherten Aushub einfüllen und andrücken

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Pflegetipps

Gedeiht die Blume im Freiland, übernimmt erfahrungsgemäß Mutter Natur die Wasserversorgung von Scilla. Einzig wenn der Regen ausbleibt, gießen Sie Blausternchen regelmäßig. Die Nährstoffversorgung beschränkt sich im Beet auf die einmalige Gabe von Kompost, Hornspänen, Guano (13,80€ bei Amazon*) oder Rindenhumus. Als wichtiges Kriterium für die fachgerechte Pflege gilt überdies der Rückschnitt. Im ersten Schritt schneiden Sie die verwelkten Blütenstände ab. In der Folge gewähren Sie der Pflanze ausreichend Zeit, um die restlichen Nährstoffe aus dem Laub einzuziehen. Die vergilbten Blätter schneiden Sie bodennah ab. Bitte bedenken Sie bei allen Pflegearbeiten den leichten Giftgehalt von Szilla und tragen Handschuhe.

Welcher Standort ist geeignet?

Es sind vornehmlich die Zweiblättrigen Blausternchen, die im zeitigen Frühjahr ihren floralen Charme versprühen. Die dafür geeigneten Standortbedingungen sind breit gefächert:

  • Sonnige, halbschattige Lage bis hin zu lichtem Schatten unter Laubgehölzen
  • Nährstoffreicher, humoser Boden, frisch-feucht bis mäßig trocken
  • Gerne sandig-lehmig, mit gutem Wasserabzug

Die Blütenzwerge eignen sich somit perfekt zum Verwildern im Rasen oder als Teil einer Blumenwiese. Überall dort, wo das Erdreich nicht extrem sauer oder exorbitant alkalisch strukturiert ist, zeigen Szilla, was an floraler Power in ihnen steckt.

Wann ist Blütezeit?

Mit diesen Blütezeiten beschenkt uns die vielseitige Szilla-Gattung:

  • Sibirischer Blaustern (Scilla sibirica): Februar bis März
  • Zweiblättriges Blausternchen (Scilla bifolia): März bis April
  • Glocken-Blausternchen (Scilla campanulata): April bis Mai
  • Hasenglöckchen (Scilla non-scripta): Mai bis Juni

Für fröhliche Farbtupfer auf der winterlichen Fensterbank sorgt der Peruanische Blaustern (Scilla peruviana), der – je nach Standort und Pflege – seine Blütentrauben zwischen November und Februar präsentiert.

Blaustern richtig schneiden

Unabhängig von der Blütezeit, folgt der fachgerechte Schnitt von Blausternchen dem gleichen Schema. Die verwelkten Blütenstände werden zeitnah abgeschnitten bis knapp über den Blättern. Diese Maßnahme unterbindet einerseits eine unerwünschte Selbstaussaat. Andererseits investiert die Blume auf diese Weise nicht unnötig Energie in das Wachstum der Kapselfrüchte. Die grünen Blätter verweilen solange an der Pflanze, bis sie vollständig vergilbt sind. In dieser Zeit lagert die Zwiebel alle verbliebenen Nährstoffe ein, um daraus ein Depot anzulegen für die nächste Blütezeit.

Blaustern gießen

An Szilla ist ein zweigeteilter Wasserhaushalt zu berücksichtigen. Während der Blütezeit gießen Sie die Blume mäßig, damit sie nicht unter Trockenstress gerät. Neigt sich die Blüte dem Ende zu, reduzieren Sie schrittweise die Gabe von Wasser mit dem Ziel einer trockenen Überwinterung respektive Übersommerung.

Blaustern richtig düngen

Im Beet nehmen Scilla eine Kompostdüngung in Verbindung mit der Pflanzung im Herbst gerne an. Winterharte Blausternchen erhalten ergänzend eine Schicht aus Kompost als nahrhaften Winterschutz. Eine Szilla im Topf wird nach ihrer individuellen Wachstumsruhe umgetopft, sodass die Blume mit dem frischen Substrat ausreichend Nährstoffe erhält. Kultivieren Sie Blausternchen im Balkonkasten, empfehlen wir einen Flüssigdünger alle 14 Tage bis zum Ende der Blütezeit.

Überwintern

Mehrheitlich sind Blausternchen vollkommen winterhart. Frisch gepflanzt im Herbst, raten wir dennoch im ersten Winter zu einer schützenden Abdeckung mit Laub oder Kompost. Spätestens Anfang Februar wird die Schutzschicht entfernt, um den Austrieb nicht zu behindern. Im Topf und Balkonkasten könnte die Zwiebel-Pflanze durchfrieren. Wickeln Sie daher bei Frost Jutebänder oder Noppenfolie um das Gefäß und stellen es auf Holz vor die Südwand des Hauses. Die wenigen nicht frostfesten Scilla-Arten, wie den Peruanischen Blaustern, überwintern Sie bei 10-20 Grad Celsius auf der halbschattigen Fensterbank.

Blaustern vermehren

Für die Nachzucht weiterer Szilla liefert die Blume das geeignete Pflanzenmaterial, indem sie Brutzwiebeln hervorbringt. Graben Sie die Zwiebel einer gut etablierten Pflanze aus, sind an der Basis die kleinen Tochterzwiebeln zu erkennen. Diese schneiden Sie mit einem scharfen, desinfizierten Messer ab und pflanzen sie maximal 8-10 cm tief am neuen Standort oder im Blumenkasten (13,30€ bei Amazon*) ein.

Ist Blaustern giftig?

Ungeachtet ihrer unterschiedlichen Blütezeiten und Wachstumseigenschaften, sind alle Szilla-Arten und Sorten als Gift-Pflanze zu behandeln. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Saponine, die bei Hautkontakt Entzündungen auslösen können. Werden die Zwiebeln absichtlich oder unabsichtlich verzehrt, sind unangenehme Vergiftungserscheinungen die Folge, wie Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Herzrhythmusstörungen.
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Wie ist ein Peruanischer Blaustern zu pflegen?

Da einem Peruanischen Blaustern jegliche Winterhärte fehlt, empfehlen wir die Kultivierung im Topf als winterblühende Zimmerpflanze. Verwenden Sie als Substrat Kakteenerde oder mit Sand abgemagerte Blumenerde, die über einer Drainage aus Tonscherben eingefüllt wird. Während der Blütezeit gießen Sie regelmäßig, ohne Staunässe zu verursachen. Die in der Folge eingezogenen Blätter schneiden Sie erst ab, wenn sie vollständig vergilbt sind. Den Sommer hindurch möchte dieser Scilla ruhen und wird bis September alle 3-4 Wochen ein wenig gegossen. Treibt die Pflanze im Herbst wieder aus, topfen Sie um in frisches Substrat. Die Gabe von Dünger erübrigt sich in diesem Fall. Von Oktober bis Februar platzieren Sie die Szilla peruviana auf der halbschattigen Fensterbank bei 12 bis 20 Grad Celsius und erfreuen sich an den bunten Blüten während der dunklen Jahreszeit.

Schöne Sorten

  • Rosea: Historisches Blausternchen mit zartrosa Blüten und robuster Winterhärte; gedeiht in sonnigen bis schattigen Lagen
  • Alba: Sibirische Scilla mit rein weißen Glockenblütchen im März und April, die wunderbar mit Schneeglöckchen harmonieren
  • Peruanischer Blaustern: Mediterrane Szilla mit blauen Blüten von Mai bis Juni und einer Wuchshöhe von 30-40 cm; nicht winterhart
  • Spring Beauty: Enzianblaue Scilla sibirica, die sich im April bis 15 cm gen Himmel streckt; robuste und winterharte Pflanze
  • Atrocoerulia: Rarität unter den Szilla-Sorten mit schwarz-blauen Blüten von März bis April an bis zu 20 cm hohen Stängeln
Text: Paula Jansen

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