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Gänseblümchen sind zweijährig

Sind Bellis mehrjährig? – So wachsen Gänseblümchen im Garten

Sind Bellis im Pflanzplan aufgeführt, rätseln Hausgärtner über die Lebensdauer der aparten Blumen. Dieser Ratgeber erklärt klipp und klar, ob Sie im Beet und Kübel über mehrere Jahre mit blühenden Gänseblümchen rechnen können.

Zweijähriger Lebenszyklus zeichnet Bellis perennis aus

Unter den 12 Bellis-Arten aus dem Mittelmeerraum machte sich in grauer Vorzeit als einziges Exemplar Bellis perennis auf den Weg nach Norden. Im Laufe der Evolution entwickelte die aparte Blütenpflanze eine geniale Überlebensstrategie für die bitterkalten Winter in Mittel- und Nordeuropa. Das Resultat ist ein Wachstum als zweijährige Mini-Staude mit einem derart durchschlagenden Erfolg, dass Gänseblümchen heute zu den bekanntesten Pflanzen in Europa zählen. Die Zusammenhänge kurz gefasst:

  • Im Jahr der Aussaat: Wachstum einer grünen, dichten Blattrosette
  • Im folgenden Frühjahr: Austrieb von blattlosen, aufrechten Stielen mit jeweils einem Blütenkörbchen
  • Einjährige Blütezeit vom Frühjahr bis zum ersten Frost
  • Parallel zur Blütezeit: Aussaat von Samen für die Fortpflanzung

Im Anschluss an die Blütezeit stirbt ein Bellis perennis ab. Da die Mutterpflanze zuvor mittels Selbstaussaat für zahlreiche Nachkommen gesorgt hat, setzt sich von Jahr zu Jahr das zierliche Blütenfestival fort. Wirklich winterhart bis – 34 Grad Celsius ist folglich die Blattrosette, aus der sich im Jahr nach der Aussaat die Blütenstiele erheben.

Bellis-Blüten bieten Frost die Stirn

Von der robusten Winterhärte ihrer grünen Blattrosetten profitieren Bellis-Blüten. Die weiß-gelben Zungenblüten entfalten sich schon früh im Jahr, wenn andere Stauden noch in ihrer Winterruhe verharren. Temperaturen bis – 8 Grad Celsius hindern Tausendschön nicht daran, mit den ersten Sonnenstrahlen zu flirten. Bei Regenwetter oder klirrendem Frost schließen die cleveren Mini-Stauden kurzerhand ihre Blütenkörbchen und warten auf den nächsten sonnigen Tag.

Hybriden benötigen Winterschutz

Auf eine stabile Winterhärte von bis zu – 34 Grad Celsius kann vornehmlich das wilde Gänseblümchen zurückgreifen. Zuchtformen, wie das üppig gefüllte Gänseblümchen ‚Roggli‘, haben an Frostverträglichkeit eingebüßt. Im Beet schützt eine dicke Laubschicht vor Erfrierungen. In Kübel und Kasten empfehlen wir eine Hülle aus Wintervlies oder Luftpolsterfolie.

Tipps

Im Verlauf seiner langen Blütezeit bescheren uns Gänseblümchen urgesunden Gaumenkitzel. Die Blüten, Blätter und Knospen wissen findige Hausfrauen zu nutzen als leckere Zutat zu Salaten, Süßspeisen und Getränken. Zubereitet als Tee, lindern Tausendschön quälende Magenbeschwerden und lästigen Husten.

Text: Paula Jansen Artikelbild: Alexander Dolonsky/Shutterstock

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