Giftigen Riesen-Bärenklau erfolgreich bekämpfen

Der Riesen-Bärenklau hat sich zu einer rechten Plage entwickelt: Einst als Zierpflanze nach Europa importiert, verdrängt der aggressive Neophyt nun heimische Gewächse und ist zudem durch seine Giftigkeit extrem gefährlich: Schon eine Berührung kann durch die feinen Nesselhaare schwere Verbrennungen verursachen. Daher ist es immens wichtig, die Pflanze sofort zu vernichten sobald sie irgendwo auftaucht.

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Riesen-Bärenklau ist hochgiftig

Keine Bekämpfung ohne Schutzkleidung!

Bevor Sie sich jedoch an die Arbeit machen, sollten Sie zunächst Schutzkleidung anziehen, um Augen, Haut und Schleimhäute vor den Nesselhaaren sowie vor den Pflanzensäften zu schützen. Wichtig ist es dabei

  • Bedecken des gesamten Körpers mit fester Kleidung und geschlossenen Schuhen
  • Das gilt ebenfalls für das Gesicht!
  • Tragen Sie feste Schutzhandschuhe.
  • Eine Schutzbrille aus Plexiglas und mit seitlichem Schutz ist ebenfalls Pflicht.

Des Weiteren sollten sämtliche Maßnahmen an einem Tag mit verdecktem Himmel stattfinden: Verletzungen mit Bärenklau entstehen hauptsächlich unter Einfluss des Sonnenlichts.

Riesen-Bärenklau erfolgreich bekämpfen – Methoden

Der Riesen-Bärenklau lässt sich durch mechanische Methoden wirksam bekämpfen, wohingegen der Einsatz von Herbiziden und anderen chemischen Stoffen im Regelfall nicht erlaubt ist – vor allem nicht im Freizeitbereich sowie in der Nähe von Gewässern!

Rechtzeitiges Entfernen der Blüten / Samenstände

Die riesigen Blütendolden des Riesen-Bärenklaus bilden bis zu 50.000 Samen aus, die durch Wind, Wasser, Tiere oder Fahrzeuge weite Verbreitung finden. Aus diesem Grund dürfen die Blüten erst gar nicht das Stadium der Samenbildung erreichen. Trennen Sie also spätestens im Juni die Blütendolden ab.

Ausgraben mitsamt Wurzelstock

Besser und effektiver ist es jedoch, gleich die ganze Pflanze auszugraben. Dabei sollte mit einem scharfen Spaten mindestens 15 Zentimeter tief in den Boden gegraben und neben den oberirdischen Pflanzenteilen auch der einer Rübe nicht unähnliche Wurzelstock – Vegetationskegel genannt – abgetrennt bzw. vollständig ausgegraben werden. Anschließend kann der Riesen-Bärenklau aufgrund nicht vorhandener Wurzel nicht neu austreiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, trägt die Bodenschicht ab, entsorgt diese und bringt neue Erde auf.

Abmähen / Fräsen

Allerdings ist das Ausgraben der Pflanze nur bei einzelnen Exemplaren sinnvoll. Manchmal jedoch sind größere Flächen befallen, die anschließend regelmäßig bodennah abgemäht und möglichst auch bis zu 15 Zentimeter tief gefräst werden müssen. Starten Sie damit im Mai und wiederholen Sie die Prozedur alle zehn Tage – und das den ganzen Sommer lang. Lassen Sie, falls vorhanden, Schafe oder Ziegen weiden. Den Tieren macht die Giftpflanze nichts aus und sie fressen sie rechtzeitig ab. Auf beweideten Flächen ist der Riesen-Bärenklau daher so gut wie nie zu finden.

Sichere Entsorgung der Pflanzenreste

Um die Pflanzenreste sicher zu entsorgen, müssten Sie sie verbrennen. Der Riesen-Bärenklau gehört nicht auf den Kompost, nicht in den Bio-Müll und hat eigentlich auch im Restmüll nichts zu suchen.

Tipps

So mancher überbrüht die betroffenen Flächen mit heißem Wasser. Tatsächlich ist diese thermische Methode effektiv, werden doch Wurzeln und Samen durch die Hitze abgetötet. Allerdings gilt dies auch für alle andere Pflanzen im betreffenden Bereich, weshalb besser eine andere Methode angewandt werden sollte.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Steidi/Shutterstock
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