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Nestlinge tot: Ursachen & Hilfe bei Meisensterben

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Das Beobachten von Meisen beim Nestbau und der Aufzucht ihrer Jungen kann eine faszinierende Erfahrung sein. Leider kommt es vor, dass die Jungvögel im Nistkasten versterben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für dieses Phänomen und bietet hilfreiche Tipps, um Meisen bei der erfolgreichen Brut zu unterstützen.

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Sterben die Eltern verhungern die jungen Meisen im Nistkasten

Natürliche Einflussfaktoren

In der Natur gibt es einige Herausforderungen, die die Überlebenschancen von jungen Meisen im Nistkasten beeinflussen können. Dazu zählen:

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Verwaiste Nestlinge: Der Verlust eines Elternteils stellt eine große Gefahr für die Jungvögel dar, da Meisen auf die Versorgung durch beide Altvögel angewiesen sind. Verschiedene Faktoren können zum Tod eines Elternvogels führen:

  • Fressfeinde: Katzen, Greifvögel und Marder stellen natürliche Feinde der Meisen dar. Auch Unfälle, beispielsweise Zusammenstöße mit Fensterscheiben oder Fahrzeugen, können zum Verlust eines Elternteils führen.
  • Krankheiten: Infektionen und bakterielle Erkrankungen, wie beispielsweise die durch das Bakterium „Suttonella ornithocola“ verursachte Lungenentzündung bei Blaumeisen, können ebenfalls zum Tod der Altvögel führen.

Witterungseinflüsse: Insbesondere in den ersten Lebenstagen reagieren junge Meisen sehr empfindlich auf ungünstige Wetterbedingungen. Kälte, Nässe und späte Frostperioden können für die noch nicht vollständig befiederten Nestlinge lebensbedrohlich sein.

Parasiten und Krankheiten: Der Befall des Nistkastens mit Parasiten wie Milben oder Flöhen schwächt die Nestlinge und kann Krankheiten übertragen. Auch durch die Altvögel eingeschleppte Krankheitserreger können die Gesundheit der Jungvögel beeinträchtigen und zum Tod führen.

Nahrungsknappheit: Extreme Wetterbedingungen oder der Einsatz von Pestiziden können die Verfügbarkeit von Insekten reduzieren. Dies kann dazu führen, dass die Elternvögel nicht genügend Nahrung für ihre Jungen finden, was zu Unterernährung und im schlimmsten Fall zum Verhungern der Nestlinge führt.

Einfluss des Menschen

Auch menschliches Handeln kann, oft ungewollt, das Leben von Meisen im Nistkasten gefährden.

  • Chemische Pflanzenschutzmittel: Der Einsatz von Pestiziden, Insektiziden oder Fungiziden im Garten kann fatale Folgen für Meisen haben. Diese Stoffe reichern sich in der Nahrungskette an und können sowohl für die Altvögel als auch für die Jungvögel tödlich sein.
  • Ungeeignetes Nistmaterial: Künstliche Materialien, wie beispielsweise Plastikfasern oder Schnüre, können für Meisen gefährlich werden. Die Jungvögel können sich darin verheddern und strangulieren.
  • Fütterung: Obwohl die Absicht, Vögel zu unterstützen, gut gemeint ist, kann falsche Fütterung negative Folgen haben. Meisen sollten nicht ganzjährig mit Sonnenblumenkernen oder Erdnüssen gefüttert werden, da diese für Jungvögel schwer verdaulich sind und zu Gesundheitsproblemen führen können.
  • Standort des Nistkastens: Die Platzierung des Nistkastens spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden der Meisen. Eine falsche Ausrichtung kann zu Überhitzung, Durchnässung oder Zugluft führen und die Gesundheit der Nestlinge gefährden.
  • Nistkastenhygiene: Eine regelmäßige Reinigung des Nistkastens nach der Brutsaison beugt Parasitenbefall vor. Dabei sollten keine chemischen Reinigungsmittel verwendet werden, da diese für die Vögel giftig sein können.

Um Meisen bei der erfolgreichen Aufzucht ihrer Jungen zu unterstützen, sollten Sie diese Faktoren berücksichtigen und Ihren Garten zu einem sicheren und naturnahen Lebensraum für die gefiederten Freunde gestalten.

Bilder: YK / Shutterstock