Fleißige Kletterkünstlerin mit furioser Blütenfülle – die Trichterwinde

Unansehnliche Lauben, triste Mauern und stählerne Obelisken verwandelt die Trichterwinde in ein spektakuläres Blütenmeer. Für dieses florale Meisterstück erwartet die einjährige Kletterpflanze keine zeitaufwändige Pflege. Bereiten Ihnen noch einige Fragen zur Kultivierung Kopfzerbrechen? Dann lesen Sie hier kompakte Antworten direkt aus der Gartenpraxis.

Ipomoea
Die Trichterwinde verzaubert mit ihren glockenförmigen, blauen Blüten

Trichterwinde richtig pflanzen

Die zuvor über 2 Wochen auf dem Balkon abgehärtete Trichterwinde nimmt ab Mitte Mai ihren Platz im Garten ein. Lockern Sie am vollsonnigen, geschützten Standort den Boden feinkrümelig auf, um im Abstand von 30-50 cm kleine Gruben auszuheben. Schaufeln Sie die Erde in eine Schubkarre, um sie – je nach Bedarf – anzureichern mit Kompost, Rindenhumus, Hornspänen oder Sand. Nachdem der Wurzelballen ausgiebig in Wasser getaucht wurde, topfen Sie vorsichtig aus und pflanzen die Prunkwinde ein. Bitte schenken Sie den zarten Ranken Ihr besonderes Augenmerk, da diese schnell zerreißen. Behalten Sie dabei die bisherige Pflanztiefe möglichst bei und gießen großzügig bemessen an.

Pflegetipps

Hinsichtlich ihrer Ansprüche an die Pflege erweist sich die Trichterwinde als eine Pflanze ohne Allüren. Das gilt insbesondere dann, wenn der Standort alle wichtigen Rahmenbedingungen erfüllt. So pflegen Sie die Prunkwinde richtig:

  • Die Erde konstant leicht feucht halten mit zwischenzeitlichen Trocknungsphasen
  • Von Mai bis Oktober wöchentlich flüssig düngen oder 14-tägig mit Kompost und Hornspänen verwöhnen
  • Verwelkte Blüten zeitnah ausputzen, um Platz zu schaffen für die floralen Nachfolger

Im Herbst schneiden Sie die Prunkwinden bodennah ab oder graben die Pflanzen mitsamt des Wurzelballens aus.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die umsichtige Wahl des Standortes stellt die Weichen für eine phänomenale Blütenfülle. Auf die folgenden Rahmenbedingungen legt die Trichterwinde besonderen Wert:

  • Vollsonnige Lage, warm und windgeschützt
  • Normale Gartenerde, gerne lehmhaltig, humos und gut durchlässig

Idealerweise windet sich die Ipomoea unter dem Schutz eines Dachvorsprungs oder einer Markise gen Himmel, denn prasselnder Regen lässt die prachtvollen Glockenblüten verkümmern.

Welche Erde braucht die Pflanze?

In lehmhaltiger Gartenerde, frisch-feucht, humos und gut durchlässig, fühlt sich die Prunkwinde bestens aufgehoben. Ein neutraler pH-Wert ist willkommen, wobei leichte Ausschläge in die saure oder alkalische Richtung toleriert werden. Wo der Boden nicht den Wunschvorstellungen entspricht, gleichen Bodenhilfsstoffe eventuelle Mängel aus. Sandig-trockene Erde wird mithilfe von Kompost und Rindenhumus optimiert. Verdichteter Boden erhält mit Quarzsand und Lauberde eine lockere Konsistenz.

Wann ist Blütezeit?

Von Juni bis Oktober prahlt die Trichterwinde mit einem dichten Flor farbenprächtiger Glockenblüten. Da die einzelnen Blüten nur einige Tage durchhalten, putzen Sie verwelkte Stängel regelmäßig aus. Dank dieser Umsicht haben die darunter befindlichen Knospen freie Bahn ans Sonnenlicht, sodass die Prunkwinde ihr gepflegtes, üppiges Erscheinungsbild bewahrt.

Trichterwinde richtig schneiden

Schneiden Sie verwelkte Blüten zeitnah ab. Darunter befinden sich bereits zahlreiche neue Knospen, die auf diese Weise schnell den Weg ans Sonnenlicht finden. Nimmt die Prunkwinde unerwünschte Dimensionen an, ist ein Rückschnitt jederzeit möglich. Neigt sich im Herbst das Blütenfestival dem Ende zu, schneiden Sie die Trichterwinde bodennah ab. Wenn möglich, belassen Sie die Wurzeln im Boden, sehr zur Freude emsiger Bodenorganismen.

Trichterwinde gießen

Die Standort- und Witterungsbedingungen geben den Gießbedarf vor. Je heller die Lage und trockener der Sommer, desto reichlicher wird gegossen. Prüfen Sie täglich, ob die Erde angetrocknet ist. Fühlen sich die oberen 1-2 cm trocken an, kommt die Gießkanne zum Einsatz. Wenngleich Prunkwinden einen hohen Wasserbedarf aufweisen, wollen sie mit Staunässe nichts zu schaffen haben. Lassen Sie daher das Wasser langsam auf den Wurzelballen laufen und stoppen, sobald sich eine Pfütze bildet.

Trichterwinde richtig düngen

Um die gewaltige Biomasse hervorzubringen, spielt die konstante Nährstoffversorgung eine zentrale Rolle im Pflegeprogramm. Düngen Sie die Trichterwinde von Mai bis zum Ende der Blütezeit wöchentlich mit mineralisch-organischem Flüssigdünger. Alternativ arbeiten Sie alle 1-2 Wochen reifen Kompost oberflächlich in die Erde ein und gießen anschließend ausgiebig.

Trichterwinde vermehren

Für die Vermehrung einjähriger Trichterwinden hat sich die Aussaat ausgezeichnet bewährt. Dies gilt ebenso für die Anzucht, sofern Sie das Prachtstück zum ersten Mal im Garten kultivieren. Die folgende Kurz-Anleitung zeigt, wie es gelingt:

  • Im März kleine Töpfe füllen mit Saaterde oder Torf-Sand und anfeuchten
  • Die feinen Samen über Nacht einweichen, um sie dünn auszusäen
  • Mit Sand oder Substrat 0,5 cm übersieben und eine Plastiktüte überstülpen

Bei konstanten 20-25 Grad Celsius am halbschattigen Fensterplatz nimmt die Keimung 10-21 Tage in Anspruch. Die kräftigsten Sämlinge pikieren Sie in 8-cm-Töpfchen, wenn sich 2 oder mehr Blattpaare gebildet haben. Bis zur Auspflanzung Mitte Mai halten Sie die Erde leicht feucht. Ab Ende April verleihen 14-tägige Gaben verdünnten Flüssigdüngers Ihren Zöglingen den nötigen Schwung.

Trichterwinde im Topf

Im großen Topf mit integriertem Spalier oder Obelisken gibt die Trichterwinde ein blütenreiches Intermezzo auf dem Balkon und der Terrasse. Eine gute Blumenerde auf Kompostbasis enthält alle wichtigen Bestandteile für eine sommerliche Prachtentfaltung. Breiten Sie auf dem Boden einige Tonscherben oder Kieselsteine aus, bevor Sie das Substrat einfüllen. Pflanzen Sie die junge Ipomoea vorsichtig ein, da die zarten Triebe reißen könnten. In der Pflege dreht sich alles um einen ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt. Gießen Sie immer dann, wenn das Substrat angetrocknet ist. Über eine wöchentliche Dosis Flüssigdünger freut sich die Kletterkünstlerin von Mai bis zum Ende der Blütezeit. Da die verwelkten Blüten einer dekorativen Optik nicht zuträglich sind und frische Knospen behindern, putzen Sie diese alle paar Tage aus. Auf diese Weise unterbinden Sie zugleich die Entwicklung der Kapselfrüchte mit den giftigen Samen.

Ist Trichterwinde giftig?

In den Samen einer Trichterwinde sind verschiedene Giftstoffe enthalten, der bei Verzehr lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Kultivieren Sie die tropische Kletterpflanze daher nicht in Reichweite von Kindern und Haustieren. Ebenso empfehlen wir einen vorsichtigen Umgang mit selbst gesammelten oder erworbenen Samen.
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Schöne Sorten

  • Sunrise Serenade: Premium-Sorte mit gefüllten karminroten Blüten und weißem Schlund; windet sich 2-3 m in die Höhe
  • Kniola’s Black: Prachtvolle Ipomoea purpurea, deren dunkelrote Blüten ein kirschroter Schlund ziert; 180-240 cm Wuchshöhe
  • Seta: Bezaubernde Trichterwinde mit weißen Blüten, rosafarbener Zeichnung und dunkelgrünem Laub; 250 cm
  • Blu: Hellblaue Prunkwinde mit unzähligen Glockenblüten für Mauern, Lauben und Spaliere; 250-300 cm
  • Cardinal Climber: Fleißiger Kletterer, der sich mit leuchtend roten Blüten und geschlitzten Blättern in Szene setzt; 100-200 cm
Text: Paula Jansen

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