Schmetterlingsbaum korrekt schneiden – wann und wie es gelingt

Das sommerliche Blütenmärchen inszeniert Schmetterlingsflieder auch als Hochstamm mit malerischer Pracht. Damit sich die edle Krone auf robustem Stamm wohlgeformt und blütenreich entwickelt, steht jedes Jahr ein umfassender Schnitt auf dem Pflegeplan. Diese Anleitung erklärt, wann und wie Sie einen Schmetterlingsbaum vorbildlich schneiden.

Schmetterlingsflieder schneiden
Ein professioneller Rückschnitt sorgt für reiche Blüte

Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr

Ein Schmetterlingsflieder erblüht an seinen diesjährigen Trieben, unabhängig davon, ob er als Strauch oder Baum gedeiht. Aus diesem Gebaren ergibt sich das Frühjahr als perfekter Schnittzeitpunkt. Erschöpftes oder befrorenes Holz am Schmetterlingsflieder oder Sommerflieder können Sie an einem frostfreien Tag nach eigenem Ermessen verschneiden, ohne wertvolle Blütenknospen zu vernichten.

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Kraftvoller Rückschnitt für opulente Blütenfülle

Ein Schmetterlingsbaum prahlt mit blütenreicher Krone, wenn am stabilen Gerüst junge Triebe dominieren. Die kundige Hand des Gärtnermeisters hat die Veredelung aus Stamm und Krone erzogen. Fortan obliegt es dem Hausgärtner, Kronenform und Blühfreudigkeit mithilfe der richtigen Schnittführung zu bewahren. So gelingt das gärtnerische Vorhaben:

  • Abgeblühte Seitenzweige der Leitäste zurückschneiden auf 2 bis 4 Augen
  • Überlange Gerüsttriebe um ein Drittel einkürzen bis kurz oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe
  • Befrorene, abgestorbene oder quer wachsende Triebe auslichten

Im Sinne einer kontinuierlichen Revitalisierung empfehlen wir, ab dem vierten Standjahr einen alten Leitast auf Astring zu entfernen. Im Gegenzug wählen Sie einen jungen Seitentrieb entlang der Stammverlängerung als Nachfolger aus. Der ideale Kandidat zeichnet sich aus durch ein schräges bis waagerechtes Wachstum in einem Winkel von etwa 60° zur Stammverlängerung.

Verblühtes ausputzen – so geht es

In wintermilden Regionen sind Schmetterlingsflieder gefürchtet als Neophyten mit invasivem Ausbreitungsdrang. Indem sich die großen Blütenrispen in Kapselfrüchte verwandeln, bergen sie Myriaden von Samen. Steht Ihnen nicht der Sinn nach einem Garten voller wilder Sommerflieder? Dann schieben Sie der Selbstaussaat rechtzeitig einen Riegel vor. So geht es:

  • Verwelkte Blütenrispen zeitnah abschneiden
  • Schere ansetzen über dem nächsten gegenständigen Blattpaar oder einer kräftigen Knospe

Reife Kapselfrüchte entsorgen Sie bitte nicht auf dem Kompost. Das widerstandsfähige, frostfeste Saatgut findet von hier aus einen Weg ins Beet, um sich in Gestalt von Sämlingen den Garten untertan zu machen.

Wilde Stammtriebe entfernen

Ein Schmetterlingsbaum ist die gärtnerische Kombination aus Wildunterlage als Stamm und veredelter Krone. Unter idealen Rahmenbedingungen macht die Unterlage keinen Hehl aus ihrem Streben, die Krone zu überwuchern. Erkennbar ist das dreiste Unterfangen an seitlichen Trieben direkt aus dem Stamm. Damit sich die Blütenkrone ungehindert entfalten kann, werden wilde Stammtriebe zeitnah entfernt. Schneiden Sie einen Wildling am Ansatz ab, ohne die Stammrinde zu verletzen.

Tipp

Handelt es sich bei Ihrem Schmetterlingsbaum (Buddleja davidii) um eine Veredelung aus Hänge-Sommerflieder (Buddleja alternifolia), besteht Verwechslungsgefahr bei der Schnittführung. Hänge-Sommerflieder erblüht an den Trieben des Vorjahres. Aus diesem Grund verbietet sich ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr. Überlange Kronentriebe können unmittelbar nach der Blütezeit zurückgeschnitten werden. Totholz ist im Spätwinter Anlass für einen Auslichtungsschnitt.

Text: Paula Jansen

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