Wunderbaum
Der schöne Rizinus ist hochgradig giftig

Rizinus – prachtvoller Wunderbaum mit teuflischer Kehrseite

Die Rizinus-Pflanze besticht mit phänomenaler Optik, rasantem Wachstum, riesigen Blättern und leuchtend roten Früchten. Wenn den flauschigen Blüten die spektakulären Stachelfrüchte folgen, können wir uns der magischen Ausstrahlung nicht mehr entziehen. Dennoch geht vom Wunderbaum eine lebensbedrohliche Gefahr aus aufgrund der giftigen Inhalte seiner Samen. Wie Sie damit umgehen und eine majestätische Pflanze kultivieren, erläutern die folgenden Antworten auf häufige Fragen im Detail.

Rizinus richtig pflanzen

Der Wunderbaum ist ausgesprochen kälteempfindlich. Pflanzen Sie die eigenhändig vorgezogene oder fertig gekaufte Pflanze frühestens ab Mitte/Ende Mai ins Beet. Wählen Sie hierzu einen sonnigen Standort mit nahrhaftem, frisch-feuchtem Boden. Im Vorfeld tauchen Sie den eingetopften Wurzelballen solange in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Derweil heben Sie eine geräumige Grube aus, um die Erde anzureichern mit Kompost und Hornspänen. Daraufhin topfen Sie den Ricinus communis aus und pflanzen ihn mittig so tief ein, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Gießen Sie großzügig bemessen an und setzen die konstante Wasserversorgung kontinuierlich fort, damit die Verwurzelung ungehindert fortschreitet.
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Pflegetipps

Solange Sie dem hoch giftigen Status eines Ricinus communis genügend Beachtung schenken, stellt das Pflegeprogramm keine sonderlichen Herausforderungen dar. Oberste Prämisse ist, dass der majestätische Wunderbaum mächtigen Durst und gewaltigen Hunger an den Tag legt. So machen Sie es richtig:

  • Durchdringend gießen, sobald die Erde angetrocknet ist
  • Von Mai bis September organisch oder mineralisch-organisch düngen
  • Im Herbst die eingezogenen Pflanzenteile bodennah abschneiden, sofern eine Überwinterung stattfindet
  • Beetpflanzen dick anhäufeln mit Stroh, Laub, Kompost und Reisig
  • Kübelpflanzen einräumen ins helle Winterquartier mit Temperaturen von 8-10 Grad Celsius

Da sich der Wunderbaum mittels Aussaat kinderleicht vermehren lässt, macht der Aufwand einer Überwinterung einzig in milden Weinbauregionen Sinn.

Welcher Standort ist geeignet?

Der Wunderbaum favorisiert einen sonnigen, warmen und geschützten Standort auf dem Balkon. In wintermilden Regionen gedeiht die Rizinus-Pflanze ausgezeichnet im Beet mit nährstoffreicher, locker-humoser und frisch-feuchter Erde. Ideal ist ein sonnenheller Platz vor mächtigen Gehölzen, die heftige Winde abfangen können, damit die krautige Pflanze nicht umgeworfen wird.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Das atemberaubende Wachstum und die gewaltige Biomasse einer Rizinus-Pflanze verlangen nach einer nährstoffreichen und humosen Erde. Frisch-feucht sollte der Boden sein, gut durchlässig und nicht von Staunässe bedroht. Für die Kultivierung im Kübel empfehlen wird die Verwendung eines hochwertigen, strukturstabilen Substrats auf Kompostbasis mit geringem Torfanteil.

Wann ist Blütezeit?

Von Juli bis in den Oktober hinein legt der Wunderbaum sein Blütenkleid an. Dabei erheben sich mächtige Blütenrispen über den gefingerten Blättern. Charakteristisch für den Rizinus ist die Anordnung der Blüten. Im unteren Teil gedeihen ausschließlich männliche Blüten, deren Aufgabe es ist, die weiblichen Blüten im oberen Teil mithilfe von Insekten zu befruchten. Die leuchtend roten Früchte sind folglich stets in der oberen Region zu entdecken.

Rizinus richtig schneiden

Schneiden Sie die krautige Pflanze vor dem Winter erst dann bodennah ab, wenn alle Blätter eingezogen sind. Im Beet bedecken Sie den Wurzelballen anschließend mit Laub und Reisig. Einen Wunderbaum im Topf räumen Sie anschließend ein ins helle, frostfreie Winterquartier. Ob sich in Anbetracht der kinderleichten Aussaat lohnt, unterliegt Ihrer individuellen Entscheidung.

Rizinus gießen

Sobald die Oberfläche der Erde angetrocknet ist, wird ein Wunderbaum gegossen. Lassen Sie das Wasser solange laufen, bis es aus der Bodenöffnung herausläuft. Während heißer Sommertage kann diese Maßnahme täglich erforderlich sein. Wässern Sie Ihren Rizinus vorzugsweise in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend.

Rizinus richtig düngen

Einen Wunderbaum düngen Sie von Mai bis September wöchentlich mit handelsüblichem Flüssigdünger. Wem das zu zeitaufwändig ist, appliziert einen mineralisch-organischen Langzeitdünger als Stäbchen, Kegel oder Granulat nach Anleitung des Herstellers. Im Beet verabreichen Sie reifen Kompost mit Hornspänen. Arbeiten Sie hier das Material oberflächlich ein und gießen nach.

Überwintern

Befindet sich Ihr Garten in einer wintermilden Weinbauregion, bestehen gute Aussichten auf eine erfolgreiche Überwinterung. Nachdem der Wunderbaum im Herbst seine oberirdischen Pflanzenteile einzog, bedecken Sie den Wurzelballen 20-30 cm hoch mit Laub, Stroh und Nadelreisig. Ein Rizinus im Kübel siedelt vor dem ersten Frost um in ein helles Winterquartier mit Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad Celsius. Schneiden Sie die Pflanze zuvor bodennah ab. Während der kalten Jahreszeit gießen Sie ab und zu, damit der Wurzelballen nicht vertrocknet.
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Rizinus vermehren

Die Aussaat der Samen hat sich als unkomplizierte Methode der Vermehrung im Hobbygarten erwiesen. So machen Sie es richtig:

  • Beste Zeit für die Aussaat ist im März und April
  • Geeignete Schutzkleidung und Handschuhe anlegen
  • In 12-cm-Töpfe nahrhafte Erde füllen
  • Darin 2-3 Samen in das Substrat drücken und angießen
  • Am halbschattigen Fensterplatz setzt die Keimung bei 20 Grad Celsius innerhalb von 14 Tagen ein

Bis Mitte Mai topfen Sie die Jungpflanzen immer dann um, wenn der bisherige Topf zu eng wird. Halten Sie das Substrat konstant feucht und beginnen ab Ende April mit der Gabe verdünnten Flüssigdüngers.

Rizinus im Topf

Auf dem sonnigen Balkon gedeiht der Wunderbaum im großen Topf mit hochwertiger Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis. Einige Tonscherben oder Kieselsteine über der Bodenöffnung lassen Staunässe keine Chance. Gießen Sie reichlich und regelmäßig, denn Trockenheit resultiert in einer Wachstumsdepression. Gleiches gilt für die Nährstoffversorgung. Von Mai bis September verwöhnen Sie den Rizinus wöchentlich mit Flüssigdünger. Eine Überwinterung ist möglich im hellen, frostfreien Winterquartier. Schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile ab und gießen nur soviel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ist Rizinus giftig?

In den Samen birgt der Wunderbaum eine tödliche Gefahr. Die stacheligen Früchte sind prall gefüllt mit Rizin, einem hoch toxischen Eiweiß. Schon die winzige Menge von 0,25 Milligramm kann tödlich sein. Spätestens 48 Stunden nach einem Verzehr setzt ein letales Kreislaufversagen ein. Ein Gegengift steht bislang nicht zur Verfügung. So handhaben Sie das lebensbedrohliche Gefahrenpotenzial:

  • Wunderbaum außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren pflanzen
  • Die Samen aus Gründen der Vorsicht rechtzeitig entfernen und in den Sondermüll geben
  • Für die Aussaat gedachte Samen sicher aufbewahren
  • Für Pflege- und Pflanzarbeiten eine geeignete Schutzkleidung anlegen

Fernerhin gehört die Herstellung des als Arznei bekannten Rizinusöls als Abführmittel ausschließlich in fachmännische Hände.

Trivia

Das in den Samen der Rizinus-Pflanze enthaltene toxische Eiweiß ist so gefährlich, dass es als Massenvernichtungswaffe eingestuft wird. Demzufolge unterliegt Rizin der Chemiewaffenkonvention der Vereinten Nationen. Dieser Umstand basiert primär auf der Tatsache, dass bereits winzige Mengen der Samen tödlich wirken, ohne dass ein Gegenmittel zur Verfügung steht.

Schöne Sorten

  • Carmencita: Majestätische Sorte mit glänzenden, braunroten Blättern und leuchtenden Früchten ab Oktober
  • Apache: Mit 100 cm Wuchshöhe ist dieser Wunderbaum ideal geeignet für die Kultivierung im Kübel
  • Sanguineus: Die Sorte besticht mit dunkelbraunem Laub an roten Stielen und roten Früchten im Herbst
  • Unguja Green: Ein seltener Ricinus communis mit durchgängig grünen Blättern und cremefarbener Blüten ab Juli
  • Zanzibariensis: Dieser Wunderbaum bringt die größten Blätter hervor unter feuerroten Fruchtständen

Beiträge aus dem Forum

  1. Ochs vorm Berg, verunsichert

    Habe ein 5mx3m Gemüsebeet den Herbst/Winter hindurch ausgehoben und bin nun fast fertig. Der ausgehobene Schotter füllt inzwischen die Schlaglöcher auf dem Weg über die Felder.

    Jetzt fehlt noch das mit am Wichtigste: die Erde.

    Nur da bin ich etwas ratlos.

    Ein Teil des Beetes ist bereits gefüllt, aber die Konsistenz dieser Erde erscheint so etwas von unpassend: wenn naß so zäh und naßgetränkt, dass da sicherlich keine Luft durchkommt. Habe mich beim Anpflanzen von Kartoffeln beim händischen Graben schon schwer getan (zu hoher Ton-Anteil).

    Tatsächlich ist das eine mir in ihren Anteilen nicht weiter bekannte Mischung aus Humus, Erde, die für den Rasen vorgesehen war (daher mit vielen Sandanteilen?) sowie Erde, die ich bei Süderde gezielt für 's Beet gekauft hatte. Die hatten mir dort damals zwei unterschieldiche Erden zur Auswahl gestellt und ich hab'e eine genommen. Die Rechnungen hab' ich natürlich nicht mehr. :-)

    Kann ich meine bestehende Erde analysieren lassen und mit einer richtig gemischten Erde ergänzen? Wäre schade sie zu entsorgen ohne verlässlich zu wissen, das sie das unbedingt sein muss.

    inkatron

  2. Was ist das?

    Hallo, ich habe ein strauchartige Pflanze gekauft und leider den Namen vergessen, der mir genannt wurde. Sie blüht gelb und soll eine Heilpflanze sein. Weiß wer, wie sie heißt? Vielen Dank!

  3. Minze oder Pfefferminze?

    Ist das (Foto unten) eine Minze oder eine Pfefferminze? Ich habe mich schon immer gefragt, wo die Unterschiede liegen. Weiß das jemand? Welche Merkmale unterscheiden die beiden und woran kann man sie erkennen?

  4. Was hat meine Minze?

    Hallo,
    meine Minze hat weiße Flecken auf den Blättern und zwar schon eine ganze Weile. Was ist das und woran kann das liegen? Was kann ich dagegen tun?
    Lieben Dank im Voraus!

  5. Zitronenbäumchen gießen

    Liebe Gartengemeinde,
    um unsere sonnige Loggia zu schmücken, haben wir uns ein Zitronenbaümchen zugelegt.
    Auf mehreren Internetseiten habe ich gelesen, dass diese nur mit kalkfreiem Wasser gegossen werden sollen.
    Auf dem Begleitzettel an der Pflanze steht jedoch genau das Gegenteil:
    "Tipp vom Gärtner: Verwenden Sie kein zu weiches Wasser (Regenwasser), da Zitruspflanzen durchaus auch Kalk benötigen! Mittelhartes Wasser ist ideal (mind. 15 Grad deutscher Härte)"
    Laut unserer Wasserversorgung haben wir weiches Wasser (5 Grad Härte).
    Kann ich also Leitungswasser zum Gießen verwenden???
    Wer weiß Rat?