Kaffernlimette verboten

Ist die Kaffernlimette in Deutschland verboten?

Die Kaffernlimette bzw. Kaffir Limette, lateinisch Citrus hystrix (d. h. stachelig, aufgrund der stark bedornten Zweige) zählt botanisch zu den Papedas, einer nur wenig mit den bekannteren Arten verwandten Zitrusfamilie. Die Pflanze wird auch als Mauritius-Papeda oder Makrut bezeichnet.

Woher stammt die Bezeichnung Kaffir Limette?

Weshalb die exotische Zitrusart in vielen europäischen Sprachen als “Kaffir Limette” bezeichnet wird, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel. Eigentlich handelt es sich dabei um eine beleidigende Bezeichnung, schließlich war “Kaffer” insbesondere in der Kolonialzeit ein stark herabsetzender Ausdruck für farbige Menschen. Vor allem die südafrikanische Volksgruppe der Xhosa wurde während der Zeit der Apartheid so bezeichnet. Der Begriff “Kaffer” wird heute als Hate Speech eingeordnet und ist daher verboten.

Hat die Kaffir Limette ihren Namen aus dem Arabischen?

Doch das in Südostasien sehr weit verbreitete Gewächs muss seinen Namen nicht zwangsläufig von den “Kaffern” haben. Stattdessen gibt es noch eine zweite Art der Deutung, wonach das Wort von dem Arabischen “kafir” für “ungläubig” oder auch “Dorf” (im Sinne von “rückständig”) erhalten hat. Allerdings lässt auch diese Herleitung keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Bedeutung des Namens zu.

Einfuhr von Kaffir Limetten nicht verboten

Abgesehen von dem sehr merkwürdigen Namen – dessen Herkunft wahrscheinlich so schnell nicht entschlüsselt werden wird – kursieren von Zeit zu Zeit immer mal wieder Gerüchte durchs Web, wonach die Einfuhr von Kaffir Limetten und anderen südostasiatischen Produkten / Waren verboten wäre. Nun, die Liebhaber der thailändischen Küche brauchen sich keine Gedanken zu machen, denn die Kaffir Limette ist und bleibt in Zeiten des Internets recht gut erhältlich – auch, wenn ein solches Einfuhrverbot bislang weder angesprochen noch realisiert worden wäre. Kaffir Limetten werden mittlerweile auch in spezialisierten Gärtnereien gezüchtet, wobei die Bäumchen meist aus Stecklingen gezogen und auf einer geeigneten Unterlage veredelt werden. Sie können eine solche Pflanze in jedem Online-Gartenshop erwerben.

Verwandte Arten der Kaffir Limette

Verwandte Arten der Kaffir Limette sind beispielsweise die Alemow (Citrus macrophylla) mit ihren großen, rauschaligen Früchten sowie die Melanesische Papeda (Citrus macroptera). Erstere wird oft als Veredelungsunterlage genutzt, letztere ist eine beeindruckende Pflanze mit riesigen, glänzenden Blättern und orangegroßen Früchten.

Frische Blätter und Früchte sind in Supermärkten nicht erhältlich

Im Gegensatz zur ganzen Pflanze sind allerdings frische Blätter und Früchte in deutschen Supermärken nicht erhältlich. Sie können allenfalls getrocknete bzw. gefrorene Blätter der Kaffir Limette in speziell sortierten Asia Läden erwerben – dort aber auch nur selten, weil diese Gewürze nicht häufig nachgefragt werden. Die Fruchtschalen bzw. die Früchte selbst sind in Deutschland weder frisch noch getrocknet zu bekommen – dafür ist auch einfach kein Markt vorhanden. Wenn Sie also gern original thailändisch kochen möchten, bleibt Ihnen im Grunde nichts anderes übrig, als einen kleinen Kaffir Limetten Baum zu erwerben – keine Angst, dessen Pflege ist nicht sonderlich aufwändig.

Tipps & Tricks

Sie können statt den Blättern der Kaffir Limette bzw. deren Fruchtschale auch Blätter und Schale der bei uns handelsüblichen Limette (Key-Limette oder Mexikanische Limette, lateinisch Citrus aurantiifolia) verwenden. Diese ist leichter zu besorgen (in jedem Supermarkt). Allerdings schmecken daraus bereitete Gerichte längst nicht so aromatisch wie das Original.

Text: Ines Jachomowski

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