Felsenbirne

Felsenbirne: Früchte ernten, verwerten und genießen

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Die Felsenbirne besticht durch ihre schmackhaften Früchte und ihre dekorative Erscheinung. Erfahren Sie mehr über verschiedene Sorten, die richtige Pflege und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der Früchte.

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Die Früchte der Felsenbirne sind essbar

Sind Felsenbirnen-Früchte essbar?

Die Früchte der Felsenbirne sind essbar und haben je nach Art und Sorte einen süßlichen bis leicht säuerlichen Geschmack. Besonders beliebt sind die nordamerikanischen Sorten, da ihre Früchte aromatischer sind. Die europäische Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) hat hingegen einen eher faden Geschmack.

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Giftigkeit der Felsenbirnen-Früchte

Kerner und Blätter der Felsenbirne enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside, die Blausäure abspalten können. Diese Stoffe sind in großen Mengen giftig, jedoch ist der Gehalt in den Felsenbirnenkernen so gering, dass unter normalen Umständen keine ernsthafte Gefahr ausgeht. Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere bei kleinen Kindern und während der Schwangerschaft, die Kerne vor dem Verzehr zu entfernen.

Beliebte Felsenbirnen-Sorten

Es gibt eine Vielzahl an Felsenbirnen-Arten und -Sorten. Einige der beliebtesten sind:

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Auch bekannt als Korinthenbaum oder Rosinenstrauch, zeichnet sie sich durch tief dunkelrote bis blauschwarze Früchte aus, die sich zum Trocknen eignen. Mit einer Höhe zwischen vier und neun Metern und einer prächtigen Herbstfärbung in Kupfer-, Orange- und Rottönen, ist diese Sorte besonders eindrucksvoll.

Kanadische Felsenbirne (Amelanchier canadensis)

Diese Art trägt rote bis dunkelviolette Früchte und wurde schon von den Ureinwohnern Nordamerikas genutzt. Sie kann bis zu acht Meter hoch werden und bevorzugt feuchte Standorte.

Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis)

Mit etwa 15 Millimetern sind die Früchte dieser Art besonders groß und dunkelpurpurn bis fast schwarz. Sie wächst als Strauch oder kleiner Baum und erreicht Höhen von drei bis acht Metern. Die Sorte ‚Ballerina‘ ist bekannt für ihre reichhaltige Ernte und ihren süßen Geschmack.

Baum-Felsenbirne (Amelanchier arborea)

Diese besonders wüchsige Art kann in ihrer Heimat bis zu 20 Meter hoch werden. Ihre kleinen, fade schmeckenden Früchte machen sie eher zu einem Ziergehölz.

Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia)

In Nordamerika heimisch und dort auch kommerziell angebaut, trägt diese Art saftig-süße, blau-schwarze Früchte, die sich hervorragend zum Frischverzehr oder zur Verarbeitung eignen. Sie erreicht eine Höhe von zwei bis vier Metern und zeigt im Herbst eine auffällige gelb-rote Färbung.

Erntezeit und Haltbarkeit

Felsenbirnen reifen je nach Standort, Sorte und Witterung von Ende Juni bis August. Erntereife Früchte sind dunkelrot bis schwarz-blau gefärbt und haben eine weiche Konsistenz. Da die Früchte nicht gleichzeitig reifen, ist eine mehrmalige Ernte notwendig.

Haltbarmachung der Früchte

Felsenbirnen können auf verschiedene Arten haltbar gemacht werden:

  • Frischverzehr: Am besten schmecken die Früchte frisch vom Strauch.
  • Einfrieren: Sie können eingefroren und später für verschiedene Gerichte verwendet werden.
  • Trocknen: Getrocknet eignen sie sich hervorragend als Rosinen-Ersatz.
  • Verarbeitung: Felsenbirnen lassen sich zu Marmelade, Gelee, Saft, Likör, Kompott oder Mus verarbeiten.

Gesundheitswert der Felsenbirnen

Felsenbirnen sind kalorienarm und reich an gesunden Inhaltsstoffen wie Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie enthalten Pektin, das die Verdauung unterstützt und ein langanhaltendes Sättigungsgefühl fördert, sowie Vitamin C, Vitamin A und B-Vitamine. Daneben bieten sie Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen, die für Blut, Nerven und Muskeln wichtig sind. Antioxidantien wie Carotinoide und Flavonoide schützen die Zellen vor Schäden und beugen Entzündungen vor. Gerbstoffe wirken zusätzlich entzündungshemmend und fördern die Verdauung.

Verwendung der Felsenbirnen-Früchte

Felsenbirnen sind vielseitig verwendbar und können roh oder gekocht genossen werden. Hier einige Verwendungsmöglichkeiten:

  • Frischverzehr: Die süßlichen Früchte schmecken pur, im Obstsalat oder als Topping für Müsli und Joghurt hervorragend.
  • Marmelade und Gelee: Aufgrund ihres hohen Pektin-Gehalts eignen sie sich ideal für die Herstellung von Marmelade und Gelee.
  • Saft und Likör: Köstliche Säfte und Liköre lassen sich aus den Früchten herstellen, ebenso wie Wein.
  • Kompott und Mus: Sie können zu Kompott oder Mus verarbeitet werden, das als Dessert oder Brotaufstrich dient.
  • Backen: Getrocknete Felsenbirnen eignen sich ähnlich wie Rosinen zum Backen von Brot, Kuchen oder Plätzchen.
Bilder: Matthias Mahlstedt / Shutterstock