Dahlien überwintern: Warum die Knollen kopfüber trocknen sollten
Jedes Jahr wandern prachtvolle Dahlienknollen ins Winterquartier, doch im Frühling sind viele davon matschig und unbrauchbar. Dabei kann schon ein einfacher Handgriff direkt nach dem Ausgraben helfen, das Fäulnisrisiko zu senken. Mit einer simplen Drehung lässt sich das Risiko für Fäulnis verringern.
Warum sollten Dahlienknollen kopfüber trocknen?
Wer ausgegrabene Dahlienknollen vor dem Einlagern für ein paar Tage verkehrt herum aufstellt, lässt das Wasser aus den Stängeln ablaufen und schützt das Herz der Knolle vor Fäulnis. Dahlienstängel sind innen hohl wie Trinkhalme, weshalb sich dort leicht Regen- oder Spülwasser sammelt. Bleibt Wasser in den hohlen Stängeln stehen, kann die Knolle im Winterquartier leichter faulen.

Schritt für Schritt ins Winterlager
Dahlien sind nicht frosthart. In den meisten Regionen werden die Knollen nach dem ersten, spätestens nach dem zweiten Nachtfrost (meist Oktober/November) ausgegraben, wenn das Laub geschwärzt ist. Das Laub erfriert erst bei Frost. Danach ist der passende Zeitpunkt für die Ernte gekommen:
- Einkürzen: Vor dem Ausgraben die erfrorenen Stängel auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden abschneiden.
- Ausgraben: Mit einer Grabegabel großzügig um die Pflanze herum einstechen und den Knollenstock vorsichtig aus dem Boden heben, ohne die Knollen zu verletzen.
- Umdrehen: Angesammeltes Wasser aus den Stängeln ausschütteln und den Knollenstock anschließend mit den Stängelresten nach unten aufstellen.
- Abtrocknen: Die Knollen für einige Tage – meist reichen drei bis sieben Tage – an einem luftigen, frostfreien Ort ohne direkte Sonne abtrocknen lassen, etwa in der Garage oder im Schuppen.
- Einlagern: Die abgetrockneten Knollen in luftdurchlässige Kisten oder Körbe legen, die beispielsweise mit Zeitungspapier ausgekleidet sind. Danach mit leicht feuchtem Sand, Blättern oder Sägespänen bedecken und dunkel sowie frostfrei bei etwa 4 bis 8 Grad Celsius lagern.
Warum der Trick die Knollen schützt
Nach kräftigem Herbstregen sitzt oft reichlich Feuchtigkeit in den hohlen oder markigen Stängeln der Dahlien. Steht der Knollenstock nach der Ernte aufrecht, kann dieses Wasser in den Knollenhals gelangen. Zusammen mit eingeschlossenen Pflanzenresten entstehen dort ideale Bedingungen für Pilze und Bakterien.
Durch das Kopfüber-Stellen folgt das Wasser schlicht der Schwerkraft und fließt ab. Gleichzeitig trocknet die äußere Oberfläche der Knolle ab, was das Fäulnisrisiko im Lager verringert. Im kühlen Keller verlangsamen die niedrigen Temperaturen anschließend den Stoffwechsel der Pflanze und hemmen das Wachstum von Mikroorganismen, während das leicht feuchte Substrat ein Schrumpfen und Austrocknen verhindert.
Typische Fehler beim Überwintern vermeiden
Stehendes Wasser im Stängel ist ein wichtiger Faktor für Fäulnis, aber nicht der einzige. Auch Verletzungen an der Knolle oder ein dauerhaft zu nasses Winterlager führen zu Ausfällen. Ein häufiger Fehler ist zudem das gründliche Abspülen der Knollen nach dem Ausgraben. Das bringt unnötig viel Nässe an die Pflanze, vor allem wenn die Knollen danach nicht vollständig abtrocknen. Anhaftende, lehmige Erde muss gar nicht vollständig entfernt werden – sie dient im Lager als natürliche Schutzschicht und spart zusätzliches Material zum Einbetten.
Auch sollten die Stängel vor dem Trocknen nicht komplett bis zur Knolle weggeschnitten werden, da sonst der Abfluss für das Wasser fehlt. Im Winterquartier selbst sind dichte Plastiktüten ohne Luftlöcher tabu, weil sich darin Kondenswasser und Schimmel bilden. Ebenso schaden Temperaturen deutlich über 8 bis 10 Grad, da die Knollen sonst vorzeitig austreiben. Eine regelmäßige Kontrolle im Winter hilft, schimmelnde oder faulige Knollen rechtzeitig zu entdecken und auszusortieren.
Tipp
Zeigen sich beim Ausgraben bereits erste faulige Stellen an der Knolle, lassen sich diese vor dem Einlagern mit einem scharfen Messer sauber herausschneiden und die Schnittflächen mit etwas Holzkohlepulver abstäuben.
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