Bedroht der Borkenkäfer meine Fichte?

Auch wenn er relativ klein ist, kann der Borkenkäfer sehr große Schäden anrichten. Selten tritt er einzeln auf, an einer einzelnen Fichte können mehrere Tausend Exemplare leben. Die Bekämpfung ist leider nicht ganz einfach.

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Die Larven des Borkenkäfers fressen Tunnel unter der Rinde

Anders als vielfach vermutet tritt der Borkenkäfer nicht nur im Wald auf, er kann auch Ihre Fichte im Garten befallen. Trockenheit und Wärme sorgen für eine massive Verbreitung des Schädlings. Folgt auf einen heißen trockenen Sommer ein milder Winter, dann ist die Gefahr eines Befall besonders groß. Oft treten dann innerhalb eines Jahres drei Generationen statt der üblichen zwei auf.

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Gibt es verschieden Arten des Borkenkäfers?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Borkenkäfern, die Rindenbrüter (Larven ernähren sich von der Rinde) und die Holzbrüter (Larven leben im Holz). Bei der Fichte treten vor allem der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) auf.

Beide Arten gehören zu den Rindenbrütern. Ein starker Befall führt unweigerlich zum Absterben der Fichte. Je dichter Ihr Grundstück an einem Fichtenwald liegt, desto höher ist das Risiko für einen Borkenkäferbefall. An einem idealen Standort erkrankt eine Fichte jedoch nur selten.

Wie erkenne ich einen Befall mit Borkenkäfern?

Die ersten Anzeichen eines Befalls mit Borkenkäfern ist meistens feines braunes Bohrmehl am Fuße der Fichte. Wenn Sie dieses entdecken müssen Sie schnell handeln. Auch Harztröpfchen am Stamm und helle Flecken auf der Baumrinde weisen auf Borkenkäfer hin. Wenn sich die Nadeln färben oder die Fichte ihre Rinde verliert, dann ist es oft schon zu spät für eine erfolgreiche Borkenkäferbekämpfung.

Was kann ich gegen Borkenkäfer tun?

Die befallene Fichte ist kaum zu retten, allenfalls dann, wenn nur ein einzelner Ast betroffen ist. Das kommt jedoch eher selten vor. Befallene Äste müssen unbedingt entfernt und ordentlich entsorgt werden. Am besten hilft Verbrennen, dann können sich die Käfer nicht weiter ausbreiten und auf andere Bäume übergehen.

Insektizide helfen nur sehr begrenzt beziehungsweise gar nicht, ihr Einsatz sollte sorgfältig überlegt werden, bei starkem Befall reicht es definitiv nicht aus. Eine befallene Fichte muss unverzüglich gefällt und schnellstmöglich von seiner Rinde befreit werden, damit sich die Käfer nicht auf die Nachbarbäume verteilen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • bei Trockenheit und Wärme steigt das Risiko für Borkenkäferbefall
  • geschwächte Fichten sind besonders anfällig
  • erstes Anzeichen für einen Befall oft braunes Bohrmehl am Stamm
  • mittlerweile oft 3 statt 2 Generationen pro Jahr
  • Lebensdauer eines Borkenkäfers: ca. 1 Jahr
  • Buchdrucker: auf Fichten spezialisierter Borkenkäfer
  • befallener Baum kaum zu retten

Tipps

Informieren Sie die Forstbehörde, wenn Sie Borkenkäfer in Ihrem Garten haben, damit keine Plage entsteht.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: jaroslava V/Shutterstock

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