Birnengitterrost: Wie gefährdet sind Koniferen?

Der Birnengitterrost ist eine Pilzerkrankung, die vor allem von Birnbaumbesitzer gefürchtet wird. Doch auch Koniferen sind davon betroffen, denn sie dienen dem Erreger als Zwischenwirt. Welche Koniferenarten betroffen sind und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Birnengitterrost befällt nur Wacholder unter den Koniferen

Welche Koniferen können vom Birnengitterrost befallen werden?

Der Birnengitterrost befällt ausschließlich Wacholderarten. Insbesondere der Sadebaum (Juniperus sabina), eine Unterart des Wacholders, ist anfällig für die Pilzerkrankung. Heimische Sorten wie der Juniperus communis dagegen können weder sich selbst noch andere Pflanzen mit dem Birnengitterrost infizieren. Auch andere Koniferen wie Zypressen oder Thujen werden nicht von dem Pilz befallen.

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Wie erkennt man den Birnengitterrost an Wacholderbüschen?

Der Pilz überwintert in Wacholder. Zwischen März und Mai kann man an den befallenen Trieben die Vermehrungsorgane in Form von kleinen Punkten erkennen. Bei Nässe quellen sie zu orangefarbenen Zapfen aus einer gallertartigen Masse auf. Die Größe dieser Fruchtkörper ist von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter, der Stärke des Befalls und der Pilzart abhängig. Sobald das Wetter wieder trockener wird, schrumpfen die Fruchtkörper wieder zusammen und sind nur noch schwer zu erkennen.

Wie infiziert sich eine Konifere mit Birnengitterrost?

Als Ursache für die starke Vermehrung des Erregers steht die Vielzahl der Wacholderbüsche und deren unterschiedliche Arten im Verdacht. Diese ist in den 90er Jahren zusammen mit der Verbreitung des Birnengitterrosts stark angestiegen. Der Pilz überlebt nur, wenn Wacholder und Birnbäume in direkter Umgebung voneinander wachsen, da er im Winter den Wacholder und im Sommer den Birnbaum als Wirt nutzt.

Welche Schäden verursacht Birnengitterrost an Koniferen?

Wacholder ist relativ robust gegenüber einem Befall mit Birnengitterrost. Er wird durch den Pilz kaum geschädigt. Allerdings ist der Anblick des orangefarbenen Gelees nicht besonders ansprechend und gleichzeitig kann sich der Befall durch einen Birnbaum in der Nachbarschaft weiter ausbreiten. Es wird deshalb empfohlen, den Pilz zu behandeln.

Wie bekämpft man Birnengitterrost?

  1. Identifizieren Sie Ihre Wacholderart genau und bestimmen Sie, ob diese vom Birnengitterrost befallen werden kann.
  2. Kontrollieren Sie von März bis Mai Ihre Wacholderbüsche regelmäßig auf Anzeichen des Birnengitterrosts.
  3. Entfernen Sie befallene Triebe großzügig. Sie können sie auf dem Kompost entsorgen.
  4. Ist der Befall bereits zu stark, müssen Sie die gesamte Pflanze entfernen.

Wie kann man einem erneuten Befall vorbeugen?

  • Entfernen Sie befallene Birnenblätter frühzeitig, sodass diese keine Aecidien ausbilden können, deren Sporen im Herbst wieder auf die Wacholderbüsche übertragen werden.
  • Düngen Sie Ihre Wacholderbüsche regelmäßig, sodass diese widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten werden.
  • Wässern Sie den Wacholder während Trockenperioden.
  • Entscheiden Sie sich zwischen Wacholder und Birnbaum und entfernen Sie eine der beiden Pflanzen.
  • Sprechen Sie auch Ihre Nachbarschaft auf den Birnengitterrost an. Die Sporen können bis zu einem Kilometer weit übertragen werden und beschränken sich somit nicht auf das eigene Grundstück.

Tipp

Birnengitterrost chemisch behandeln

Es gibt inzwischen ein paar wenige Fungizide, mit denen man befallene Wacholdersträuche behandeln kann. Die Anwendung ist jedoch nicht gelingsicher, da die Erreger hauptsächlich in den verholzten Teilen der Pflanze sitzen. Für einen ökologisch wertvollen Garten wird empfohlen, auf chemische Maßnahmen zu verzichten und stattdessen die vorgestellten natürlichen Methoden anzuwenden.

Text: Mareen Schergut
Artikelbild: Kazakov Maksim/Shutterstock

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