So erkennen Sie Bettwanzen-Kot

Wenn unerklärliche Kotspuren im Schlafzimmer auftreten, ist die Sorge groß. Viele unschädliche Insekten können für die Hinterlassenschaften verantwortlich sein. Eine genauere Untersuchung des Kots und der Orte, an denen dieser gefunden wurde, liefern Hinweise.

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Tintenartige Flecken auf der Matratze sind kein gutes Zeichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kot von Bettwanzen sieht je nach Untergrund anders aus. Tintenartige Flecken entstehen auf Laken, während die Ausscheidungen auf nicht saugfähigen Untergründen Punkte bilden.
  • Um Bettwanzenkot von den Hinterlassenschaften anderer Insekten zu unterscheiden, sollte das Gesamtbild im Raum in Betracht gezogen werden. Bettwanzen halten sich versteckt in Ritzen und Spalten. Der typische Duft ihrer Signalstoffe hilft bei der Enttarnung.
  • Bettwanzen werden vom Kohlendioxid in der Atemluft angezogen. Sie bevorzugen trockene Umgebungen und kommen oft durch gebrauchte Möbel oder Koffer in die Wohnung.
  • Zur Bekämpfung empfehlen sich thermische Behandlungen oder das Auslegen von Bohnenkraut.

Wie sieht der Kot von Bettwanzen aus?

Bettwanzen sind nachtaktive Blutsauger, die mit ihren stechenden Werkzeugen die menschliche Haut durchbohren. Der Stechrüssel dient zugleich der Nahrungsaufnahme und übernimmt somit eine Saugfunktion. Innerhalb von zehn Minuten saugen sie sich voll, wobei sie das Siebenfache ihres eigenen Körpergewichts zu sich nehmen.

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Typische Kotflecken im Bett

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Kotflecken von Bettwanzen erinnern an Tinte

Direkt nach der Mahlzeit produzieren sie wässrige Ausscheidungen, die mit der Zeit austrocknen. Ihr Aussehen unterscheidet sich durch die Zusammensetzung von Harnsäure und aufgenommenem Blut und ist abhängig von Saugfähigkeit und Art des Untergrunds:

  • Bettlaken: an Tinte erinnernde schwarze Flecken
  • Holzrahmen: unregelmäßige dunkle Masse, die hart wird und leicht erhöht ist
  • Tapeten: häufig treten flächige Kotfelder auf
Bettwanzen-Kot: Wo sich Bettwanzen aufhalten

Kot von Bettwanzen und anderen Insekten unterscheiden

Die Hinterlassenschaften der blutsaugenden Schädlinge ähneln Fliegen- oder Spinnenkot. Oft gibt der Fundort einen deutlichen Hinweis auf den Verursacher, denn jedes Insekt bevorzugt andere Aufenthaltsorte. Während sich Fliegen meist an Deckenlampen oder Wänden aufhalten, sind Spinnen in Nischen und Ecken zu finden. Bettwanzen mögen tagsüber trockene Verstecke hinter Leisten und Schränken. Der Gesamteindruck der Kotspuren im Zimmer ist ausschlaggebend für eine Beurteilung.

 FarbeOrtGrößeKonsistenz
Spinnengrauweißauf Scheiben und Wändenausgedehnte Streifendünnflüssig
Fliegenhell bis dunkelimmer an hellen Stellen, oft an hängenden Gegenständenähnlich Bettwanzenkotfest
Schabenschwarzbraunverlaufen oft in einer Spur an Wändenwenige Millimeter großkrümelig
Bettwanzentiefschwarz bis bräunlichhauptsächlich Textilien und Bettenvergleichbar mit einem Partikel Kaffeepulverzunächst flüssig, später eintrocknend

Bettwanzen ausfindig machen

Oft bleibt der Kot von Bettwanzen unentdeckt, da er sich meist nur in den Verstecken ansammelt. Juckende Stichstellen am Körper sind ein erstes Indiz für einen Schädlingsbefall, wobei mehrere Verursacher in Frage kommen können. Kleine Details, auf die Sie achten sollten, liefern weitere Hinweise.

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Wo sich Bettwanzen aufhalten

Am Tag halten sich die Insekten in spaltenförmigen Verstecken auf, die ein trockenes Milieu gewährleisten. Wenn Sie verdächtige Kotspuren entdeckt haben, sollten Sie sämtliche Rückzugsmöglichkeiten überprüfen. Oft sind die unerwünschten Gäste unter Matratzen oder Bodenbelägen und hinter Fußleisten zu finden. Gelegentlich stoßen Betroffene auf Flecken hinter der Tapete an der Wand.

Exkurs

Die Bettwanze als Überlebenskünstler

Das zwischen drei und fünf Millimeter große Insekt kann nach dem Vollsaugen bis zu neun Millimeter lang werden. In diesem Zustand erscheint der Körper in Dunkelrot oder Tiefschwarz. Bei etwa 13 Grad können Bettwanzen maximal zwölf Monate überleben, ohne erneut Blut zu saugen. Ihre Überlebenschancen sinken, je höher die Temperaturen steigen. Ohne Nahrungsaufnahme sterben die Schädlinge nach zwei bis drei Monaten, wenn sie normalen Zimmertemperaturen ausgesetzt sind.

Auf Duftspuren achten

Die winzigen Kotspuren werden oft übersehen, da sie häufig nur in den typischen Verstecken zu finden sind. Ein süßlicher Duft im Zimmer tritt nur bei einem starken Wanzenbefall auf. Dennoch ist gelegentlich ein an Koriander erinnerndes Aroma wahrnehmbar. Es ist der Geruch von Botenstoffen, welche die Wanzen bei Störung absondern. Auf diese Weise kommunizieren die Insekten miteinander und verursachen eine fluchtartige Auflösung einer Wanzenansammlung.

Wie man Befall und Ausbreitung verhindern kann

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Nach einer Reise sollte Wäsche möglichst heiß gewaschen werden

Häufig werden die Schädlinge von außen eingetragen, wobei unterschiedliche Quellen in Frage kommen. Sind die Insekten einmal in der Wohnung, erfordert die Bekämpfung viel Geduld. Daher sind vorbeugende Maßnahmen nach Urlaubsreisen oder Flohmarktbesuchen dringend angeraten.

Tipps

Ein Bettwanzenweibchen legt in ihrem Leben bis zu 300 Eier, die sich innerhalb von sechs Wochen zu geschlechtsreifen Insekten entwickeln. Schnelles Handeln ist bei einem Verdacht äußerst wichtig.

Was Bettwanzen anzieht

Obwohl wissenschaftliche Belege fehlen, wird davon ausgegangen, dass Bettwanzen durch Kohlendioxid angezogen werden. Höhere Konzentrationen in der menschlichen Atemluft sowie weitere ausgeschiedene Stoffe, die sogenannten Kairomone, sollen die Schädlinge in der Nacht aus ihren Verstecken locken. Bettwanzen scheinen bereits getragene Textilien im Gegensatz zu frisch gewaschener Wäsche zu bevorzugen.

So schützen Sie sich:

  • Koffer nicht auf dem Boden oder neben dem Bett platzieren
  • Kleidung nach der Reise bei mindestens 60 Grad waschen
  • gebrauchte Gegenstände von Flohmärkten gründlich auf Spuren untersuchen

Hitze- und Kältebehandlung

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Sind nur einzelne Kleidungsstücke befallen oder in Verdacht, können diese in Tüten gepackt in den Gefrierschrank getan werden

Befallene Möbelstücke oder Kleidung können durch Hitze oder Kälte behandelt werden. Packen Sie CD’s, Holzrahmen oder Bücher in eine Plastiktüte und frieren diese für mindestens drei Tage bei -18 Grad ein. Ausgewachsene Insekten, Larven und Eier sterben auch bei Temperaturen von 50 bis 60 Grad. Im Sommer empfiehlt es sich, eingepackte Gegenstände direkt in die Sonne zu legen. Der Inhalt erhitzt sich so stark, dass die Schädlinge keine Überlebenschance haben.

Tipps

Wenn es die Minustemperaturen im Winter zulassen, können Sie Textilien und Matratzen auch für einige Tage auf Balkon oder Terrasse deponieren.

Bohnenpflanze als Falle

Die Blätter der Bohnenpflanze besitzen mikroskopisch kleine Härchen, welche sich mit den Beinen der Bettwanzen verhaken. Krabbelt ein Insekt über das Blatt, legen sich die sogenannten Trichome um die Extremitäten wie ein Klettverschluss. Durch weitere Bewegungen bohren sich die scharfen Spitzen der häkchenförmigen Haare in die Beine, sodass sich die Wanzen nicht mehr befreien können.

Bohnenblätter dienen auf dem Balkan seit Jahrhunderten als Mittel, um Bettwanzen zu fangen. Am Morgen werden die Blätter mitsamt der Insekten verbrannt.

Häufig gestellte Fragen

Was sind typische Anzeichen für einen Bettwanzenbefall?

Häufig zeigen Betroffene an unbedeckten Körperstellen wie Beinen und Armen Stiche, die gerötet und etwa so groß wie der Nagel des kleinen Fingers sind. Diese Bisse jucken und erscheinen flach. Typisch sind tropfenartige Flecken auf der Haut, die vom Kot der Bettwanzen verursacht werden. Die Insekten sondern während der Nahrungsaufnahme wässrige Ausscheidungen ab. Diese können auch auf dem Schlafanzug oder an der Tapete erkennbar sein. Meist bleiben Kleidungsstücke verschont, da sich die Krabbeltiere auf dem Stoff schwer fortbewegen können.

Wie sieht der Biss einer Bettwanze aus?

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Bettwanzenbisse hinterlassen viele rote Pusteln

Die Insekten suchen sich bevorzugt freiliegende Hautstellen. Oft stechen sie mehrmals hintereinander und saugen Blut. Dass linienartig angeordnete Einstichstellen entstehen, ist jedoch ein Mythos. Die Pusteln können flächig auf der Haut verteilt erscheinen. Das Aussehen variiert je nach Mensch zwischen punktiert blasig bis großflächig. Mückenstiche sehen gelegentlich ähnlich aus, wenn die Insekten mehrere Male zugestochen haben. Daher stellen Erscheinung und Anordnung der Stichwunden keine eindeutigen Hinweise für einen gesicherten Bettwanzenbefall dar.

Sind Bisse von Bettwanzen gefährlich?

Als Krankheitsüberträger spielen die Schädlinge keine große Rolle. Experimente zeigten, dass die Insekten knapp 30 verschiedene Krankheitserreger in sich tragen. Darunter fanden Forscher auch Hepatitis-B-, Hepatitis-C- und HI-Viren. Da sich die Erreger nicht in den Wanzen vermehren, sind diese nicht infektiös. Infektionen entstehen zufällig:

  • Krankheitserreger gelangen durch Zerquetschen der Wanzen über Verletzungen in den Körper
  • Kontakt zwischen Hautwunden und infektiösen Ausscheidungen
  • wird der Saugvorgang unterbrochen, kann halbverdautes Material mit Viren in die Wunde gelangen

Wie kann ich Bettwanzen bekämpfen?

Aufgrund der gesundheitlichen Risiken von chemischen Bekämpfungsmitteln gewinnen physikalische Methoden zunehmend an Bedeutung. Weit verbreitet ist das Ausstreuen von Kieselgur in typische Verstecke der Insekten. Die scharfkantigen Partikel zerstören die Wachsschicht des Chitinpanzers, sodass die Wanzen durch Dehydrierung sterben. Gegen Eier und ausgewachsene Schädlinge hilft eine thermische Behandlung. Bei mindestens 46 Grad sterben die Insekten nach sieben Minuten. Räume werden gewöhnlich für 24 Stunden auf 55 Grad erhitzt, damit auch in den Ecken und Spalten die kritische Temperatur erreicht wird.

  • Wäsche sollte bei 45 Grad gewaschen werden
  • bei 40 Grad sterben etwa ein Viertel aller Eier
  • im Wäschetrockner werden die bestmöglichen Erfolge bei einer Laufzeit von 30 Minuten erzielt

Neben der Hitzebehandlung schafft die Kälteeinwirkung Abhilfe. Bettwäsche und Textilien können für mindestens 120 Minuten im Tiefkühler mit einer Temperatur von -17 Grad deponiert werden. Je mehr Kleidung Sie auf diese Weise behandeln, desto länger sollten Sie die Wäsche tiefkühlen. Empfohlen sind drei Tage, um sämtliche Eier und Wanzen abzutöten.

Wie kann ich mich vor Bettwanzen schützen?

Häufig gelangen die Schädlinge durch Flohmarktartikel in die eigenen vier Wände. Um festzustellen, ob Möbelstücke befallen sind, sollten Sie diese mit den Füßen in erhöhte Gefäße stellen. Glatte Wandungen oder Wasser verhindern, dass die Tiere aus den Gefäßen herauskrabbeln. Es gibt spezielle Sammeluntersetzer, die einem Aschenbecher ähneln und einen zusätzlichen vertieften Ring um eine zentrale Mulde besitzen. Die Vertiefung stellt für die Insekten eine Falle dar. Werden die Wandungen mit Talkum bestäubt, verstärkt sich der Falleneffekt.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: whitejellybeans/Shutterstock, Elnur/Shutterstock, Serhii Fedoruk/Shutterstock, OttoPles/Shutterstock

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