Bananenbaum überwintern: So kommt der Exot durch die kalte Jahreszeit

Bananen gehören zum erklärten Lieblingsobst vieler Deutscher. Seit einigen Jahren gibt es zudem die Möglichkeit, selbst einen Bananenbaum zu kultivieren – entweder ausgepflanzt im Garten oder in einem Kübel. Lesen Sie, wie Sie die exotische Pflanze gesund über den WInter bekommen.

Bananenbaum im Winter
Ein tropischer Bananenbaum kann in unseren Breitengraden nicht draußen überwintert werden

Kann man den Bananenbaum draußen überwintern?

Tatsächlich gibt es einige winterharte Bananenbäume, die im Freien überwintern können. Dies gilt beispielsweise für die Japanische Faserbanane (Musa basjoo). Diese ist zwar im subtropischen Klima Ostasiens beheimatet, dort aber vor allem in den kälteren Höhenlagen zu finden und deshalb relativ tolerant gegenüber Kälte.

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Auch diese Bananenarten gelten als winterhart:

  • Abessinische Banane (Ensete ventricosum ‚Maurelii‘)
  • Darjeeling-Banane (Musa sikkimensis ‚Red Tiger‘)
  • Blaue Burmesische Banane (Musa itinerans ‚Burmese Blue‘)
  • Balbis‘ Banane (Musa balbisiana)
  • Cheesman-Banane (Musa cheesmanii)
  • Yunnan-Banane (Musa yunnanensis)

Auch die so genannte Indianerbanane (Asimina triloba) aus Nordamerika ist winterhart, allerdings handelt es sich bei dieser nicht um eine Bananenpflanze im eigentlichen Sinn.

Wie viel Kälte verträgt ein Bananenbaum?

Doch Vorsicht: Auch ein so genannter „winterharter“ Bananenbaum kann nicht ohne Schutz im Freien überwintern, da die Exoten nur wenig und / oder kurzfristig Frost vertragen. Die oben genannten Arten sind also in unseren Breitengraden nur eingeschränkt frostverträglich und benötigen daher einen guten Winterschutz.

Als besonders robust gilt die Japanische Faserbanane, die Temperaturen von bis zu minus 10 bis 12 Grad Celsius verträgt. Allerdings gilt diese Angabe nur für die unterirdischen Pflanzenteile, die Blätter erfrieren schon bei minus drei Grad Celsius. Allerdings treibt die Pflanze in der Regel wieder aus.

Wie überwintert man nicht winterharte Bananenbäume?

Tropische Bananenbäume hingegen dürfen auf keinen Fall draußen überwintern, sie müssen die kalte Jahreszeit frostfrei verbringen. Zu diesen Arten gehören beispielsweise die

  • Zwerg-Essbanane (Musa acuminata)
  • Rote Zwergbanane (Musa uranoscopus)
  • Dessert-Banane (Musa x paradisica)
  • Zwerg-Dessertbanane (Musa ‚Dwarf Cavendish‘)

Diese Bananenpflanzen überwintern am besten frostfrei, aber kühl bei etwa fünf bis zehn Grad Celsius. Sie benötigen einen hellen (aber nicht direkt sonnigen!) Platz, weil sie bei Lichtmangel die Blätter abwerfen. Die Winterruhe sollte von November bis April bzw. Mai dauern.

Welche Schritte sind vorbereitend auf die Überwinterung nötig?

Sofern winterharte Bananenbäume draußen überwintern sollen, schneiden Sie sie im Herbst kräftig bis knapp über dem Boden zurück. Anschließend bedecken Sie den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht Laub und Stroh, über die Sie noch Styroporplatten mit Hilfe von Planen befestigen können. Alternativ können Sie den Scheinstamm auch mit einer winterfesten Verpackung (Gartenvlies, welches mit Laub gefüllt wird) umwickeln.

Tropische Bananen hingegen werden nicht zurückgeschnitten, sondern lediglich bei Bedarf ausgelichtet. Hierbei entfernen Sie abgestorbene oder beschädigte Pflanzenteile.

Wann kann der Bananenbaum aus dem Winterquartier geholt werden?

Ab April können Sie den Bananenbaum schließlich von seiner Winterverpackung befreien bzw. ihn aus dem Winterquartier holen. Doch Vorsicht: Da es nachts noch sehr kalt werden kann, brauchen die Pflanzen weiterhin einen nächtlichen Schutz bzw. sollten über Nacht ins Haus geholt werden.

Tipp

Kann man Bananenblätter kompostieren?

Tatsächlich lässt sich das Schnittgut von Bananen gut kompostieren, sofern Sie es zuvor klein häckseln.

Text: Ines Jachomowski