Algen im Pool erkennen und bekämpfen

Oft scheinen sie über Nacht zu entstehen und wenn sie einmal im Wasser sind, können sie nur schwer beseitigt werden. Algen besiedeln den Pool, wenn die Wasserparameter nicht mehr im Normalbereich liegen. Um das Poolwasser reinzuhalten, sind Vorkehrungen wichtig.

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Algen im Pool können verschiedene Ursachen haben

Das Wichtigste in Kürze

  • Algen entstehen bei einem zu hohen pH-Wert, hohem Nährstoffgehalt und Wärme
  • Chlor und eine regelmäßige Wasserreinigung beugen einem Befall vor
  • Algen können mit Chor, Algiziden, Wasserstoffperoxid oder Salzsäure bekämpft werden

Verschiedene Algenarten im Pool

Algen gehören zu den Pflanzen, die ein- bis mehrzellig sein können. Für ihr Wachstum benötigen sie Sonnenlicht, weswegen Algen nur an belichteten Stellen wachsen. Die Organismen sind sehr anspruchslos und nutzen CO2 und die Sonne als Energielieferanten, um Kohlenhydrate und Sauerstoff zu produzieren. Es gibt besonders hartnäckige Algen.

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 wissenschaftlichVorkommenHinweise
Rote AlgenRhodophytaLitoralzone des MeeresBakterienfilm in Pools wird fälschlicherweise als Rotalgen bezeichnet
Braune AlgenPhaeophytafast ausschließlich marinwiderstandsfähige Organismen mit fädiger Struktur
Grüne AlgenChlorophytaüber 50 % der Arten leben im Süßwasserbilden Schwebepartikel oder lange Fäden
Gelbe AlgenXanthophyceaeSüßwasserhäufig als Senfalgen bezeichnet
Schwarze AlgenCyanobakterienüberwiegend im Süßwasserkeine Algen; wurzeln in Gips und Beton

Vermeintliche Weiß-, Rot- und Schwarzalgen

Wenn sich rot schimmernde oder schwarze Flecken auf den Poolwänden bilden, sind dafür meist keine Algen verantwortlich. Es handelt sich um Bakterienrasen, die durch Umwelteinflüsse und fehlende Desinfektion entstehen. Gelegentlich können diese Bakterienansammlungen auch weiß gefärbt sein. Die Patches lösen sich vom Haftgrund und schwimmen dann im Wasser. Manchmal werden auch Ablagerungen, die von außen kommen und sich am Boden absetzen, für Algen gehalten.

Ursache für Algenwachstum

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Ist der pH-Wert zu hoch, begünstigt das Algenwuchs

Der pH-Wert und die Färbung des Wassers geben Hinweise auf die Wasserqualität und zeigen, welche Reinigungsmaßnahmen notwendig sind. Idealerweise liegt der pH-Wert bei 7,4. Algen fühlen sich bei höheren Werten wohl. Nicht immer sind Algen und Bakterien verantwortlich für verfärbtes Wasser oder Ablagerungen an den Wänden:

  • gelbgrünes Wasser: Hinweis auf erhöhte Eisenkonzentration
  • milchiges Wasser: Verschmutzung durch organische Rückstände
  • glitschige Wände: Algenwuchs oder Bakterienrasen
  • raue Beckenwände: Verkalkung des Wassers

Wie entstehen Algen im Pool?

Wenn nicht ausreichend Algenschutzmittel im Poolwasser vorhanden ist, erhöht sich die Gefahr eines Algenbewuchses. Der pH-Wert hat ebenfalls einen Einfluss auf das Algenwachstum. Die Organismen benötigen Nährstoffe zum Wachsen, die sie durch Blätter, Haare, Kosmetika oder Hautschuppen bekommen.

Sind Algen gefährlich?

Algen in Pools stellen keine Gefahr für die Gesundheit dar. Trotz der unschönen Wasserfärbung können Sie bedenkenlos im Wasser baden. Allerdings sollte der Algenbewuchs nicht ausufern, denn einige Arten produzieren dann für den Menschen giftige Substanzen. Das gilt vor allem für Cyanobakterien. Sie produzieren sekundäre Stoffwechselprodukte, die sie für ihr eigentliches Wachstum nicht unbedingt benötigen.

Exkurs

Algenblüte

Erhöhte Temperaturen in Kombination mit einer Überdüngung des Gewässers mit Phosphat können zur sogenannten Algen- oder Wasserblüte kommen. Diese bezeichnet eine plötzlich auftretende und massenhafte Vermehrung von Algen und Cyanobakterien. Je nach Art färbt sich die Wasseroberfläche grün, rot oder blau. Das Wasser wird stark getrübt und nur noch wenig Licht gelangt in die unteren Schichten. Einige Algen und Cyanobakterien produzieren toxische Substanzen, die für Badegäste gefährlich werden können. Allerdings sind es nur etwa 50 Algenarten, die solche Toxine entwickeln.

Wann bilden sich Algen im Pool?

Algen wachsen dort, wo die Wasserumwälzung nur gering ist. Hitze und wechselhafte Witterung sowie Rückstände im Wasser begünstigen die Entwicklung von Algen. Daher kommt es hauptsächlich im Frühjahr und Sommer zum Algenwachstum. Die häufigsten Algenarten in Pools gehören zu den Grünalgen. Braunalgen zeigen sich als Ablagerungen auf Poolboden und an den Wänden. Gelbe Algen entstehen seltener und entwickeln einen pulvrigen Niederschlag auf dem Boden. Bakterien entstehen in Folge einer fehlenden Reinigungsroutine an den Wänden oder auf dem Boden.

Mögliche Ursachen für Algen im Pool

Entfernen und bekämpfen

Algen erfolgreich zu bekämpfen, erfordert meist chemische Mittel. Dadurch wird das Wasser belastet und bei falscher Dosierung bestehen gesundheitliche Risiken. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Sie das Algenwachstum durch die richtige Wasseraufbereitung verhindern.

Grundlagen zum richtigen Reinigen:

  • grobe Verschmutzungen mit einem Kescher entfernen
  • Wände und Boden absaugen
  • mechanische Wasseraufbereitung mit Pumpen und Filtersystemen
  • chemische Wasseraufbereitung
  • Wassertausch durch Tauchpumpe

Algen im Pool sind nicht gefährlich. Sie zeigen deuten jedoch auf ein Ungleichgewicht hin.

Chlor

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Chlor schützt vor Algen, darf aber nur in Maßen eingesetzt werden

Chlor ist das klassische Desinfektionsmittel in Schwimmbädern. Es verhindert, dass sich Algen und Bakterien vermehren und tötet diese ab. Auch bei einem bestehenden Algenbewuchs kann Chlor eingesetzt werden. Die Konzentration sollte bei etwa drei parts per million liegen. Haben Sie Algen im Pool trotz Chlor, können verschiedene Faktoren in Frage kommen:

  • unzureichende Wasserströmung
  • Folien wirken als Strömungsbremsen
  • zu geringe Chlorkonzentration

Algizid

Diese Biozide zeigen sich wirkungsvoll gegen die Entstehung von Algen. Wird es regelmäßig angewendet, kann es eine vorbeugende Wirkung entfalten. Ist der Pool bereits von Algen befallen, helfen diese Mittel meist nicht mehr. Die Organismen vermehren sich trotz Algizid. Viele Algizide haben einen hohen Gehalt an Metallen, was zu weiteren Problemen führen kann. Wenn Sie diese Biozide dennoch nutzen möchten, sollten die Mittel frei von Kupfer sein.

Kupfersulfat

Kupfer ist ein wirksames Mittel, welches das Wachstum der meisten Algen stoppt. Früher war Kupfersulfat der Hauptbestandteil von Algiziden. Heute wird es nur noch vereinzelt angewendet. Es tötet auch die äußerst resistente Schwarzalge an den Wänden ab. Allerdings bringt es auch Nachteile mit sich. Poolwasser, welches mit Kupfersulfat behandelt wurde, darf nicht in die Kanalisation geleitet werden. Es muss fachgerecht entsorgt werden, da das Schwermetall schädlich für Wasserorganismen ist.

  • Bakterien und Viren werden nicht abgetötet
  • Algen können Resistenzen entwickeln
  • erhöhter Kupfergehalt für zu schwarzen Flecken oder gelblichen Verfärbungen

Wasserstoffperoxid

Eine Alternative zu Chlor stellt die Wasseraufbereitung mit Aktivsauerstoff dar. Wird Wasserstoffperoxid in das Poolwasser gegeben, kommt es unter UV-Einstrahlung zur Bildung von Hydroxyl-Radikalen. Diese haben eine weitaus stärkere Wirkung als das Peroxid und sorgen für den Abbau organischer Verunreinigungen. Die Nachteile bestehen darin, dass das Wasser schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Das ist vor allem in der Hochsaison der Fall. Werden Chlor und Wasserstoffperoxid gleichzeitig angewandt, kann es zur Wassertrübung kommen und ein Wasseraustausch wird fällig.

Salzsäure

Um den pH-Wert abzusenken und das Algenwachstum einzudämmen, werden Säuren genutzt. Salzsäure ist eine stark ätzende Flüssigkeit, die nicht im privaten Pool eingesetzt werden sollte. Ein weiterer Nachteil ist, dass mit der Salzsäure Chloride ins Wasser gelangen. Diese können die Korrosion fördern.

Ungeeignete Mittel

Es gibt einige Hausmittel, die nicht in den Pool gegeben werden sollten. Entweder ist ihre Wirksamkeit nicht gegeben oder sie dienen nicht zur Behebung des Algenproblems. Überdenken Sie Ihre Methoden daher gut im Voraus und wägen Sie die möglichen Gefahren gegen die Vorteile ab.

Vitamin C

Ascorbinsäure sorgt kurzfristig dafür, dass das durch Algen getrübte Wasser wieder klar erscheint. Dieses Phänomen beruht auf einer chemischen Reaktion, wodurch Eisenteilchen unsichtbar werden. Vitamin C ist aber nicht in der Lage, diese Teilchen zu entfernen oder die Algen zu bekämpfen. Die Grundproblematik ist weiterhin vorhanden, weswegen sich dieses Hausmittel nicht für die Algenbekämpfung eignet.

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Soda

Waschsoda oder Natriumcarbonat kann in das Poolwasser gegeben werden, um einen zu niedrigen pH-Wert zu erhöhen. Pro 1.00 Liter Wasser sind etwa fünf Gramm Soda notwendig, um den pH-Wert um 0,2 Punkte zu erhöhen. Durch diese Maßnahme kann allerdings nicht das Algenwachstum bekämpft werden, da Algen bevorzugt in Wasser mit pH-Werten über 7,5 leben. Soda sollte nicht mit Natron verwechselt werden, denn dahinter verbirgt sich Natriumhydrogencarbonat.

Hausmittel gegen Algen im Pool

Den Pool ohne Chemie zu reinigen, kommt der Gesundheit zugute. Da Wasser sensibel auf die Zugabe verschiedener Mittel reagiert, ist die richtige Dosierung äußerst wichtig. Die erfolgreichste Waffe in der Algenbekämpfung ist frisches Wasser. Ein kompletter Wassertausch ist bei einem starken Algenbewuchs sinnvoll.

Salz

Viele Poolbesitzer greifen zu Kochsalz, um Algen zu vernichten. Leicht salziges Wasser wirkt nicht nur antiseptisch, sondern kann auch Süßwasseralgen abtöten. Daher werden Salzanlagen eingesetzt, die mit einer Salzkonzentration von 0,4 bis 0,7 Prozent arbeiten. Auch eine Kochsalzgabe kann zur Algenbekämpfung eingesetzt werden. Allerdings greift das Salz mit der Zeit metallische Gegenstände an und im schlimmsten Fall muss das gesamte Wasser ausgetauscht werden.

Essig

Genauso wie Zitronensäure ist Essig ein natürliches Mittel, welches den pH-Wert absenken kann. Unter dem Verbrauch von Sauerstoff baut sich Essigsäure ab und Salze bleiben zurück. Dadurch können Lebewesen im Wasser abgetötet werden, wenn für eine ausgiebige Wasserumwälzung gesorgt wird. Der Nachteil besteht darin, dass Essig das Wachstum von Bakterien fördern kann.

Tipps

In der Apotheke können Sie Teststreifen kaufen, mit denen Sie den pH-Wert testen können.

Wasseraufbereitung

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Poolwasser sollte regelmäßig gereinigt werden

Damit es erst gar nicht zum Algenwachstum kommt, muss das Wasser regelmäßig gereinigt und aufbereitet werden. Nach der Wintersaison sollte der Pool gründlich gereinigt werden, damit keine Rückstände das Wasser beeinträchtigen. Genauso wichtig ist es, dem Pool regelmäßig frisches Wasser zuzuführen. Je älter das Wasser ist, desto höher ist die Gefahr der Algenbildung. Da die Organismen Licht zum Wachsen benötigen, ist eine lichtundurchlässige Plane als Abdeckung notwendig. Entfernen Sie korrodierte Gegenstände sowie abgestorbenes organisches Material

  • pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen
  • Chlorwert beträgt idealerweise 0,3 bis 0,2 Milligramm pro Liter
  • Werte wöchentlich überprüfen

Tipps

Vor dem Urlaub sollten Sie einen Chlorschock durchführen, um organische Verbindungen und Bakterien zu vernichten.

Sandfilter

Eine richtig dimensionierte Sandfilteranlage reinigt das gesamte Poolwasser mit Hilfe von Sand der Körnung 0,5 bis 0,8 Millimeter. Wird das Wasser durch die Filteranlage gepumpt, bleiben kleine Schwebeteilchen zurück und das Wasser gelangt sauber in den Pool.

Damit die Filterleistung nicht beeinträchtigt wird, muss der Schmutz im Abfluss rückgespült werden. Hierbei werden die Schmutzpartikel aus dem Filter in das Abwasser gespült. Dieser Vorgang sollte jede Woche wiederholt werden, damit sich keine Partikel im Wasser ansammeln. Der Quarzsand (13,99€ bei Amazon*) sollte im Abstand von zwei Jahren erneuert werden.

Kartuschenfilter

Diese Filtersysteme sind eine Alternative zum Sandfilter, die mit einer Papierkartusche ausgestattet sind. Auch hier werden Schmutzpartikel entfernt, indem das Poolwasser durch den Filter gepumpt wird. Um die herausgefilterten Partikel zu entfernen, muss die Kartusche abgespritzt oder gewechselt werden. Blätter, kleine Steinchen oder Sand werden nicht ausgefiltert und müssen mit einem Poolsauger entfernt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wodurch entstehen Algen im Pool?

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Algen brauchen Nährstoffe, Wärme und einen erhöhten pH-Wert

Algen sind pflanzliche Organismen, die zum Wachsen Nährstoffe, warme Temperaturen und Sonnenlicht benötigen. Sie fühlen sich bei höheren pH-Werten über 7,5 wohl. Wenn die Konzentration an Desinfektionsmitteln im Wasser nachlässt und die Umweltbedingungen optimal sind, kann es im Frühjahr und Sommer über Nacht zur Algenbildung kommen.

Algen im Pool und trotzdem baden?

Die meisten Algen, die sich im Pool ansiedeln, sind weder gesundheitsschädlich und giftig noch gefährlich. Nur wenige Algenarten entwickeln während der Algenblüte, wenn sie sich massenhaft vermehren, toxische Substanzen. Auch die Bakterien, die häufig für rote oder schwarze Algen gehalten werden, sind unbedenklich. Sie können problemlos im Wasser baden. Eine Gefahr geht nur durch die Wassertrübung aus, die grüne Schwebalgen verursachen. Sie behindern die Sicht beim Tauchen.

Was hilft gegen Algen im Pool?

Die schwimmenden Fäden sollten zuerst mit dem Kescher entfernt werden. Algen- und Bakterienrasen müssen mechanisch von Wänden und Boden entfernt werden, da diese mitunter festsitzende Wurzeln entwickeln können. Messen Sie die Wasserwerte um festzustellen, ob diese im Normalbereich liegen. Eine Schockchlorung erweist sich effektiv in der Algenbekämpfung. Bei starkem Wachstum ist ein Wasserwechsel empfehlenswert. Denken Sie auch daran, sämtliche Filteranlagen zu reinigen.

Was tun gegen Algen und Würmer im Pool?

Wenn die Umgebungstemperaturen steigen, kann es plötzlich zum Wachstum von Algen und kleinen roten Würmern kommen. Hinter den Würmern verbergen sich die Larven der Stechmücken, die ihre Eier bevorzugt auf dem Wasser ablegen. Diese Lebewesen können nicht überleben, wenn das Wasser entsprechend desinfiziert wird. Eine Chlorung kann Abhilfe verschaffen. Außerdem sollten die Filtersysteme überprüft und bei Bedarf gereinigt werden.

Warum habe ich täglich abgestorbene Algen im Pool?

Flockungsmittel werden in den Skimmer gegeben, da diese feinste Schmutzpartikel binden. Es wird in den Skimmer gegeben, der bis zur vollständigen Auflösung laufen sollte. Wird er ausgeschaltet, kann das Mittel im Wasser flocken. In der Folge können sich Strukturen im Wasser bilden, die an weiße Algen erinnern. Wenn regelmäßig grüne Algen entstehen, sollten Sie über einen kurzfristige Chlorschock nachdenken.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Julie Lainesse/Shutterstock, THIPPTY/Shutterstock, kelifamily/Shutterstock, Bignai/Shutterstock, Svineyard/Shutterstock

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