Kolkwitzie vermehren – drei Wege zu einer Jungpflanze

Wenn sich eine große Kolkwitzie im Frühjahr mit zahlreichen Blüten behängt, ist das schon ein beeindruckender Anblick. Kein Wunder, dass der chinesische Strauch so nachgefragt ist. Wenn ein Exemplar schon da ist, lassen sich neue Pflanzen ganz einfach heranziehen.

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Der Perlmuttstrauch lässt sich gut über Absenker vermehren

Zwischen Alternativen wählen

Blühende Pflanzen bilden Samen, die der Vermehrung dienen. Auch bei der Kolkwitze, im Volksmund oftmals Perlmuttstrauch genannt, ist diese Vermehrungsart möglich, jedoch in einem privaten Garten langwierig und zudem nicht besonders erfolgversprechend. Bessere Aussichten auf Erfolg bieten:

  • Steckhölzer
  • Stecklinge
  • Absenker

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Perlmutstrauch mit Steckholz vermehren

Steckhölzer sind blattlose, verholzte Triebe, die im Winter geschnitten werden. Zur Vermehrung werden sie anschließend in vorbereitete Töpfe mit Anzuchterde etwa zwei Drittel tief hineingesteckt. Beachten Sie folgende Punkte, damit die Anwurzelung klappt.

  • einjährige Triebe sind ideal
  • im Februar an einem frostfreien Tag schneiden.
  • jedes Steckholz sollte 15 bis 20 cm lang sein
  • es sollten sich mehrere Knospen daran befinden
  • für schnellere Wurzelbildung obere Blattknoten entfernen
  • Topf warm, jedoch nicht zu hell stellen
  • auf einer nicht sonnigen Fensterbank
  • alternativ geschützt im Freien
  • Substrat leicht feucht halten
  • im Freien nur an frostfreien Tagen gießen
  • auspflanzen, wenn oberirdischer Austrieb sichtbar ist

Tipps

Damit das Steckholz anwurzelt, müssen Sie es richtig herum in die Erde stecken. Um Verwechslung zu vermeiden, können Sie beim Schneiden die Steckhölzer entsprechend markieren, indem Sie das untere Ende schräg und das obere Ende gerade schneiden.

Jungpflanzen aus Stecklingen ziehen

Alle Kolkwitze Sorten, die in unseren Breitengraden anzutreffen sind, können im Juni durch halbverholzte Stecklinge von 15 bis 20 cm Länge vermehrt werden. Zum Beispiel um eine lange Kolkwitzie Hecke zu erschaffen.

  • im unteren Teil Blätter entfernen
  • ebenso alle evtl. vorhandene Blüten
  • im oberen Teil sollten Blattknoten sein
  • zu erkennen an Verdickungen
  • zur Hälfte im Topf mit Anzuchterde stecken
  • warm, aber nicht zu hell stellen
  • mäßig feucht halten
  • eine durchsichtige Tüte drüberstülpen (gelegentlich lüften!)

Bereits nach einem Monat wird sich der Steckling so gut entwickelt haben, um ausgepflanzt zu werden. Im Garten kann er sich dann bei guter
Pflege
schnell zu einem Treffpunkt für Bienen entwickeln.

Absenker bewurzeln

Die Kolkwitze eignet sich mit ihren langen, nach unten gebogenen Ästen ideal für diese Vermehrungsmethode. Die Mutterpflanze sollte gesund und kräftig gewachsen sein. Starten Sie die Vermehrung im Frühsommer, mit einem jungen, biegsamen Ast, der sich idealerweise im unteren Bereich des Strauchs befindet.

  • den Zweig bis zum Boden ziehen
  • Kontaktstelle mit Boden markieren
  • Erde auflockern und eine 10 cm tiefe Rinne graben
  • Zweig entlauben, mehrmals mit Messer leicht anritzen
  • Absenker in die Rinne runterziehen und mit Erde bedecken
  • Spitze muss jedoch rausschauen
  • anschließend mit Steinen beschweren

Jetzt heißt es, auf oberirdisches Wachstum zu warten, als Signal, dass die Anwurzelung geglückt ist. Danach können Sie die Jungpflanze vorsichtig ausgraben und an gewünschten Standort umpflanzen.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Gartenphilosophin/Shutterstock
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