Eberraute

Eberraute schneiden: Wann und wie Sie es richtig machen

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Die Eberraute ist eine vielseitige Pflanze, die mit dem richtigen Schnitt ihre volle Pracht entfaltet. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Schnitttechniken, den optimalen Zeitpunkt und die benötigten Werkzeuge für eine gesunde und wohlgeformte Eberraute.

Eberraute Rückschnitt
Im Frühling sollte die Eberraute in Form gebracht werden

Formschnitt der Eberraute im Frühjahr

Im Frühjahr können Sie durch einen gezielten Formschnitt das Wachstum und die Erscheinung Ihrer Eberraute positiv beeinflussen. Da die Pflanze beachtliche Höhen von bis zu 1,50 Meter erreichen und dabei sehr buschig wachsen kann, ist es ratsam, sie in Form zu bringen. Ein solcher Schnitt sorgt nicht nur für ein gepflegtes Erscheinungsbild, sondern unterstützt auch die Gesundheit der Pflanze, indem er für eine gute Luftzirkulation sorgt und einem Verkahlen im unteren Bereich entgegenwirkt.

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Um die Eberraute kompakt und formschön zu halten, kürzen Sie weit nach außen ragende Triebe. Ein Auslichten der inneren Verzweigungen fördert die Luftzirkulation innerhalb der Pflanze und beugt somit Schädlingsbefall und Krankheiten vor. Darüber hinaus gelangt so mehr Licht bis in den unteren Bereich der Pflanze, was wiederum ein gesundes Blattwachstum begünstigt.

Entfernen Sie außerdem verholzte Stängel, die sich im Laufe der Zeit bilden können, insbesondere im unteren Bereich der Pflanze. So schaffen Sie Platz für junge, kräftige Triebe und verjüngen die Pflanze.

Rückschnitt der Eberraute im Herbst

Ein Rückschnitt im Herbst dient vorrangig dem Schutz der Pflanze und der Vorbereitung auf die Wintermonate. Um die Eberraute optimal auf den Winter vorzubereiten, schneiden Sie die Zweige bis auf Bodennähe zurück. So schützen Sie die Pflanze vor Frostschäden, da die Triebe nicht erfrieren und somit die Wurzeln geschont werden.

In Regionen mit besonders kalten Wintern empfiehlt es sich, die geschnittenen Pflanzenreste mit Gartenvlies abzudecken. Eine zusätzliche Schicht aus Herbstlaub bietet einen natürlichen Kälteschutz für die Wurzeln der Eberraute.

Verjüngungsschnitt bei älteren Pflanzen

Bei älteren Eberrauten, die Anzeichen von Altersschwäche wie spärliche Blütenbildung oder verkahlende untere Bereiche zeigen, kann ein Verjüngungsschnitt im Frühjahr Wunder wirken und der Pflanze zu neuem Wachstum und Vitalität verhelfen.

Überprüfen Sie zunächst die Pflanze auf Bereiche, die verkahlt sind oder nur noch schwach austreiben. Diese Bereiche eignen sich am besten für den Schnitt. Kürzen Sie die Triebe auf eine Höhe von etwa 10 cm über dem Boden. Achten Sie darauf, einen sauberen Schnitt zu setzen, um der Pflanze die bestmögliche Heilung zu ermöglichen.

Nach dem Rückschnitt ist es ratsam, die Pflanze mit einer Schicht Kompost und gegebenenfalls einem organischen Dünger zu versorgen. Dies unterstützt die Pflanze bei der Erholung und dem Neuaustrieb.

Schnitt zur Gewinnung von Stecklingen

Die Vermehrung der Eberraute durch Stecklinge ist eine effektive Methode, um junge, lebenskräftige Pflanzen zu gewinnen. Im Sommer, idealerweise zwischen Juni und Juli, wenn die Pflanze kräftiges, junges Wachstum aufweist, schneiden Sie gesunde, junge Triebspitzen auf eine Länge von etwa 5 cm zu. Entfernen Sie vorsichtig die unteren Blätter auf den untersten 2 cm des Stecklings.

Ein Topf mit einer Mischung aus Sand und feuchtem Anzuchtsubstrat bietet die idealen Bedingungen für die Bewurzelung. Setzen Sie den vorbereiteten Steckling in das Substrat ein und achten Sie darauf, dass der blattfreie Teil vollständig bedeckt ist. Platzieren Sie den Topf an einem warmen, hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.

Beobachten Sie die Stecklinge über die nächsten Wochen. Ein Neuaustrieb deutet auf eine erfolgreiche Bewurzelung hin und bestätigt den Beginn eines neuen Lebenszyklus der Eberraute.

Zeitpunkt des Schnitts

Die Eberraute benötigt zu verschiedenen Jahreszeiten besondere Pflege hinsichtlich des Schnitts. Unterschiedliche Arten und Zeitpunkte des Schnitts sind entscheidend für Gesundheit, Wuchsform und Ertrag der Pflanze.

  • Frühjahr: Ein Formschnitt im Frühjahr fördert einen kompakten Wuchs und gibt der Pflanze eine schöne Gestalt. Um die Pflanzen optimal auf den Winter vorzubereiten, können Sie sie vor den ersten Frösten noch einmal leicht zurückschneiden. Vermeiden Sie jedoch einen zu starken Rückschnitt, da die Pflanze nicht zu stark zurückgeschnitten in die Ruhephase gehen sollte.
  • Herbst: Falls im Vorjahr kein Formschnitt durchgeführt wurde, empfiehlt sich ein Rückschnitt im Herbst als Vorbereitung auf die Überwinterung. Dieser sollte erfolgen, bevor die ersten frostigen Nächte einsetzen, um die Pflanze zu stärken und gleichzeitig vor Frostschäden zu schützen.
  • Ernte der Blattspitzen: Für den Einsatz als Würz- oder Heilkraut sollten Sie die jüngeren Blattspitzen im Sommer schneiden, idealerweise bevor die Pflanze in die Blütephase eintritt, da sie dann den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen aufweist.
  • Vermehrung durch Stecklinge: Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn die Stecklinge im Sommer genommen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist das Wachstum am kräftigsten und die Triebspitzen sind ideal für die Gewinnung von Stecklingen.

Werkzeuge für den Schnitt

Die richtige Auswahl und Handhabung der Schneidwerkzeuge ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Eberraute. Die richtigen Werkzeuge ermöglichen einen sauberen Schnitt und beeinflussen das Wachstum der Pflanze positiv.

  • Gartenschere: Ideal für den Rückschnitt dünner Zweige und zur Formgebung.
  • Astschere: Für ältere, verholzte Triebe.
  • Heckenschere: Für den Formschnitt von größeren, buschigen Pflanzen.
  • Bügelsäge: Zum Entfernen dicker, verholzter Äste.

Achten Sie darauf, dass Ihre Werkzeuge stets scharf und sauber sind. Ein stumpfes Werkzeug verursacht Quetschungen und Risse, die schlecht verheilen. Reinigen Sie die Schneiden vor und nach dem Schnitt mit Alkohol oder einem Desinfektionsmittel, um die Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Der Schnittwinkel sollte bei etwa 45° liegen, um Wasseransammlungen auf der Schnittfläche zu vermeiden und ein schnelles Verheilen der Schnitte zu fördern.