Blumenerde schimmelt – Was hilft?

Leider ist es vermutlich jedem Freizeitgärtner schon gelegentlich passiert, dass auf gerade frisch eingetopften Pflanzen nach wenigen Tagen auf und in der Blumenerde Schimmel entdeckt wird. Ob die weißen Wölkchen tatsächlich zur Gattung der Pilzsporen gehören oder nur gelöste Mineralien aus dem Gießwasser sind, lässt sich mit einem Holzstäbchen zuverlässig überprüfen. Sind die Ablagerungen fest und feinkörnig, handelt es sich um Kalk, der einfach nur entfernt zu werden braucht.

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Schimmel auf Blumenerde ist nicht normal und sollte behandelt werden

Weiche, helle Härchen wären ein sicheres Indiz für eine beginnende Schimmelbildung, die nach kürzester Zeit den gesamten Topfballen befällt. Die Schimmelsporen sind jedoch auch für die menschliche Gesundheit nicht ganz ungefährlich. Hier hilft keine kosmetische Behandlung, die Pflanzen müssen jetzt schnellstens raus, und zwar ins Freie.

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Erste Hilfe für Pflanzen bei Schimmelsporen

Zunächst nehmen Sie die befallenen Töpfe vorsichtig mit nach draußen, entleeren sie restlos und entfernen von den Wurzeln die anhaftenden Erdreste (mit Vinylhandschuhen!). Bei starkem Befall können die Wurzelballen mit handwarmem Wasser nachgespült werden, ehe Ihre Zimmerpflanzen wieder in neue, möglichst hochwertige Blumenerde und gründlich gereinigte Töpfe umziehen dürfen. Prinzipiell kommen als Ursachen für die beginnende Fäulnis in den Pflanzgefäßen nur zwei Gründe infrage:

  • Sie haben es mit dem Gießen zu gut gemeint, sodass sich in der dauerfeuchten Umgebung Schimmelbelag bilden konnte oder:
  • Es handelte sich um minderwertige Erde mit einem zu großen Schwarztorf- bzw. Kompostanteil, was in der Regel wahrscheinlicher ist, als ein eventuell zu lange gelagerter Beutel mit Blumenerde, der ebenfalls zur Fäulnis neigt.

Bei billiger Erde (mit meist noch billigerer Zusammensetzung) kommt noch hinzu, dass sie aufgrund ihrer schlechten Durchlüftung aus dem biologischen Gleichgewicht gerät und zur Schimmelbildung neigt, sobald ihre luftdichte Folienverpackung geöffnet wurde. Also hätte vermutlich der Einkauf von Markenerde die vor sich hin modernde Fäulnis verhindert?

Gute Erde, schlechte Erde?

So lautete der Titel eines 2014 veröffentlichten und sehr repräsentativen Blumenerdevergleichs der Stiftung Warentest, die dann auch gleich zu der Einschätzung gelangte, dass die Qualitätsunterschiede der einzelnen Sorten enorm sind. Bewertet wurden Erden mit und ohne Torf, sowohl von Handelsmarken der bekannten Bau- und Gartenmärkte (z. B. Kölle, Dehner, Toom, und Obi), wie auch Markenware (von Compo, Floragard und Neundorff). Von den 19 Produkten (Preis pro 20 kg zwischen knapp unter 1,50 bis 10,00 Euro) hat gerade eine Sorte ein „Sehr Gut“ erreicht, fünf waren „Befriedigend“, zwei „Ausreichend“, eine Sorte (mit knapp unter 6,00 Euro) sogar mangelhaft, der Rest „Gut“.

Zwölf Monate später: leichte vs. schwere Erde

Blumenerde mit hohem Torf- und Kokosanteil bedeutet weniger schleppen und hört sich aufgrund des hohen Anteils an nachwachsen Rohstoffen (zwischen 70 bis 100 Prozent) zunächst einmal gut an. Dennoch titelten ein Jahr später, diesmal die Prüfer von „Ökotest“, dass auch die leichten Blumenerden nicht überzeugen. Der Vergleich im Stenogramm:

  • 9 verschiedene Erden getestet, u. a. aus dem Sortiment von Toom, Obi, Gartenkrone, Floragard und Compo;
  • Preis pro 20 Liter zwischen 2,65 und 8,54 Euro;
  • Testergebnis: 3 Mal „Befriedigend“, 4 Mal „Ausreichend“, 2 Mal „Mangelhaft“

Alternativen zur Blumenerde?

Sicher haben Sie es schon geahnt, es ist der eigene Kompost als optimales Mittel zur Bodenverbesserung aber auch für die naturnahe Aufzucht von Pflanzen aller Art. Ökotest und BUND raten sogar dringend, auf Torf, als Bestandteil von Blumenerden generell zu verzichten. Die Argumentationen dafür sind im Grunde genommen sogar nachvollziehbar und nicht nur deshalb, weil torffreies Gärtnern unser Klima schützt. Um alle Zusammenhänge ein wenig besser zu verstehen, können Sie sich auf dem Portal des BUND ein sehr informatives Merkblatt kostenlos herunterladen.

Text: Fred Lübke
Artikelbild: Mr.adisorn khiaopo/Shutterstock

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