Steckrüben kultivieren: Von der Aussaat bis zur Ernte

Die nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geratene Kohlrübe erlebt derzeit eine Renaissance. Unkompliziert anzubauen punktet dieses schmackhafte Gemüse mit hohem Vitamingehalt und tollem Geschmack.

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Steckrüben sind ein anspruchsloses Gemüse

Was sind Steckrüben?

Bei der Steckrübe (Brassica napus subsp. napobrassica) handelt es sich um eine Varietät des Rapses. Die Kohlrübe bildet grünliche oder rotköpfige Wurzelknollen mit gelblichem Fleisch.

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Über der Erde bildet die Pflanze blaugrüne Blätter, die an kräftigen Stielen sitzen. Blüten zeigen sich nur, ernten Sie die Knollen nicht, denn diese setzt die Steckrübe erst im zweiten Jahr an.

Das lange lagerfähige Gemüse enthält viele Mineralstoffe, Senföle und Vitamine. Die nussig milden Rüben schmecken sehr gut als Püree zubereitet oder als deftiger Eintopf.

Steckrübensorten

Es gibt Steckrüben mit weißem und gelbem Fruchtfleisch. Die gelben Varianten haben jedoch einen feineren Geschmack.

Die bekanntesten Sorten:

  • Wilhelmsburger
  • Spanische
  • Marian
  • White Swedish

Standort und Boden

Steckrüben sind anspruchslos und gedeihen als Mittelzehrer besonders gut in feuchten bis mäßig nährstoffhaltigen Böden. Optimal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort.

Aussaat

  • Kohlrüben werden nach den Eisheiligen mit einem Reihenabstand von 40 x 40 Zentimeter direkt ins Freiland gesät.
  • Für gute Erträge die Samenkörner nicht zu tief in den Boden legen.
  • Im Juli vereinzeln und die herausgenommenen Pflanzen an den endgültigen Platz im Gemüsebeet versetzen.

Wegen der unkomplizierten Keimung lohnt die Vorkultur in Töpfen kaum.

Pflege

  • Steckrüben müssen regelmäßig gehackt werden. Besonders wichtig ist dies während längerer Trockenperioden.
  • Stets ausreichend gießen und gleichmäßig feucht halten.
  • In der Wachstumsphase können Sie die Pflanzen zusätzlich mit Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche stärken.

Ernte

Bereits im September sind die ersten Steckrüben reif. Zwar sind sie dann noch recht klein, schmecken aber besonders zart und aromatisch. Die Haupterntezeit beginnt Ende Oktober, wenn die Knollen einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimeter erreicht haben. Dickere Kohlrüben sind manchmal holzig.

Ziehen Sie die Rüben einfach aus dem Boden und drehen Sie die Blätter ab. Diese können als Gründünger auf dem Beet verbleiben.

Einlagerung

Rüben, die Sie nicht sofort verzehren, lassen sich viele Monate lagern. Hierzu eignet sich eine Erdmiete oder eine mit Sand gefüllte Kiste, in die Sie die Knollen legen und im kühlen Keller aufbewahren. Alternativ können Sie das Gemüse blanchieren und tiefgefrieren.

Tipps

Nach der Rübenernte sollten Sie auf diesem Beet mindestens vier Jahre lang keine Kohlgewächse und andere Kreuzblütler mehr anpflanzen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Nadia Nice/Shutterstock
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