Birnbaumkrankheiten – Erkennen und Hilfsmaßnahmen

Birnbäume sind recht anfällig für die verschiedensten Krankheiten. Einige davon sind so schädlich, dass der ganze Baum abstirbt. Woran Sie erkennen, welche Krankheit Ihren Birnbaum befallen hat, und was Sie dagegen unternehmen können.

Birnbaum Krankheiten
Früher Artikel Nächster Artikel Birnen ernten – Wann sind Birnen erntereif?

Welche Krankheiten können Birnbäume befallen?

Zu den häufigsten Krankheiten des Birnbaums gehören:

  • Birnengitterrost
  • Feuerbrand
  • Baumkrebs
  • Birnenblütenbrand
  • Birnenverfall – Phytoplasmose

Jede Krankheit zeigt auffällige Bilder, aus denen Sie ersehen, was mit Ihrem Birnbaum nicht stimmt.

Birnengitterrost

Hierbei handelt es sich um einen Befall durch Rostpilz, der die Blätter des Baums mit orangefarbenen Stellen überzieht. Der Pilz überwintert in Wacholderbüschen. Seine Sporen werden durch die Luft übertragen. Bei wenig Befall reicht es, die Blätter zu entfernen und zu entsorgen. Bei starkem Befall hilft Spritzen mit Ackerschachtelhalmsud oder einem chemischen Fungizid.

Eine direkte Vorbeugung ist kaum möglich. Als vorbeugende Maßnahme sollten alle Wacholderbüsche in der Nähe des Birnbaums entfernt werden.

Feuerbrand

Feuerbrand ist die wohl gefährlichste Obstbaumkrankheit überhaupt. Sie ist meldepflichtig! Informieren Sie bei Auftreten das städtische Gartenamt.

Die befallenen Pflanzenteile verfärben sich schwarz und fallen ab. Jungbäume sterben innerhalb eines Jahres ab, bei größeren dauert es mitunter ein paar Jahre.

Kleine Bäume müssen sofort gerodet werden. Größere Bäume können gerettet werden, wenn alle befallenen Teile restlos zurückgeschnitten werden. Achten Sie zur Vorbeugung auf große Sauberkeit Ihrer Arbeitsgeräte.

Baumkrebs

Baumkrebs tritt am Stamm und den Ästen auf. Die Rinde zeigt trockene, orange und braun verfärbte Stellen. An dicken Stämmen und Ästen bilden sich dicke Beulen, die aufreißen können.

Kleine Bäume, die stark befallen sind, sterben ab oder werden möglichst gleich gerodet. Bei größeren Bäumen hilft es, alle befallenen Stellen bis in das gesunde Holz abzuschneiden. Die Schnittstellen müssen mit Wundbalsam verschlossen werden. Das Schnittgut muss verbrannt oder sicher entsorgt werden.

Birnenblütenbrand

Birnenblütenbrand wird durch ein Bakterium ausgelöst. Auf der Blüte entwickeln sich schwarze Punkte, die sich nach dem Abfall der Blätter auch auf den Früchten zeigen. Die Früchte werden nicht erntereif und fallen ab.

Im Fachhandel erhältliche Kupferpräparate können zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Birnenverfall – Phytoplasmose

Wirft der Birnbaum ab Juni viel Laub ab und bilden sich viele trockene kleine Äste, ist möglicherweise Birnenverfall die Ursache. Die Krankheit wird durch Schädlinge wie Blattläuse, Birnblattsauger oder Zikaden übertragen. Die meisten Bäume sterben innerhalb weniger Jahre ab.

Es kann helfen, den Baum zusätzlich mit Nährstoffen zu versorgen, um die Krankheit einzudämmen. Düngen Sie den Baum mit reifem Kompost oder verrottetem Stallmist.

Tipps & Tricks

Ein guter Standort und eine optimale Pflege sind die beste Vorbeugung gegen Baumkrankheiten. Ein gesunder Baum wird durch Erreger nicht so stark gefährdet wie ein schwächlicher. Greifen Sie im akuten Fall nicht sofort zur Chemiekeule, sondern versuchen Sie zunächst mit bewährten Hausmitteln Ihren Baum zu retten.

Text: Sigrid Hestermann

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.