Florales Juwel für die fantasievolle Gartengestaltung – die Petunie

Mit üppigen Blütentürmen im Beet und Kaskaden farbenprächtiger Trichterblüten auf dem Balkon, läuft die Petunie anderen Sommerblumen den Rang ab. Gehen Ihnen Fragen zur Kultivierung der bezaubernden Petunia durch den Kopf? Dann lesen Sie hier praxiserprobte Antworten auf oft gestellte Fragen, die alle relevanten Aspekte nachvollziehbar beleuchten.

Petunia
Die Petunie erfreut mit einer kräftigen, lang andauernden Blütenpracht

Petunie richtig pflanzen

Pflanzen Sie die frostempfindlichen Petunien ab Mitte Mai ins Beet an einen sonnigen, geschützten Standort. Die eingetopften Jungpflanzen dürfen sich zuvor noch in einem Topf mit weichem Wasser vollsaugen. Derweil heben Sie in humos-lockerer und nährstoffreicher Erde im Abstand von 20-25 cm kleine Gruben aus. Darin setzen Sie mittig jeweils eine ausgetopfte Petunie. Bevor Sie das Pflanzloch mit Erde verfüllen, vermischen Sie diese mit Laubkompost und Hornspänen (12,66€ bei Amazon*) für einen vitalen Start. Gießen Sie am Ende an mit gesammeltem Regen oder entkalktem Leitungswasser und breiten eine Mulchschicht aus.

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Pflegetipps

Es gibt kein Drehen und Wenden – eine prachtvoll blühende Petunie erfordert täglich Ihre gärtnerische Aufmerksamkeit. Dies gilt insbesondere während der Blütezeit. Mit diesem Pflegeprogramm erfüllen Sie alle Anforderungen:

  • Regelmäßig gießen mit weichem Wasser – bei sommerlicher Hitze täglich am Morgen und Abend
  • Von Mai bis Oktober wöchentlich flüssig düngen mit einem Phosphor-betonten Präparat
  • Alle 1-2 Tage verwelkte Blüten ausputzen

Ihre floralen Schmuckstücke im Topf und Balkonkasten sind viel zu schade, um sie im Herbst auf den Kompost zu werfen. Schneiden Sie die Triebe stattdessen zurück bis auf 15 cm. Tragen Sie die Pflanzgefäße in einen hellen Raum mit Temperaturen zwischen 5-10 Grad Celsius. Hier kommen Petunien gesund durch die kalte Jahreszeit, wenn sie ab und zu gegossen werden mit kalkfreiem Wasser.
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Welcher Standort ist geeignet?

Weisen Sie Ihren Petunien einen vollsonnigen und warmen Standort zu, zeigen sich die Sommerblumen in Bestform. Primär sollte die Lage geschützt sein vor heftigen Winden und prasselndem Regen. Die südamerikanische Blütenschönheit hat den Unbilden mitteleuropäischer Witterung nichts entgegenzusetzen und büßt an lichtarmen und exponierten Standorten an Blütenfülle deutlich ein. Kombinieren Sie zum sonnendurchfluteten Platz einen nährstoffreichen, gut durchlässigen, frischen Boden mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert, ist Ihre Lieblings-Blume restlos glücklich.
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Der richtige Pflanzabstand

Pflanzen Sie die straff aufrechten Blütentürmer im Beet in einem Abstand von 20-25 cm. Die kleinwüchsigen Nana-Arten und Sorten begnügen sich mit einer Distanz von 15-20 cm. Damit die mächtigen Hänge-Petunien im Balkonkasten die ersehnten Blütenkaskaden entwickeln können, hat sich ein Pflanzabstand von 15-20 cm bewährt.

Welche Erde braucht die Pflanze?

In jeder guten Gartenerde findet die Petunie die gewünschten Rahmenbedingungen vor. Idealerweise ist die Erde nährstoffreich, humos-locker, frisch-feucht und mit gutem Wasserabzug. Ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert ist willkommen, denn mit Kalk können sich die exotischen Blumen nur wenig anfreunden. Für die Kultivierung im Topf und Balkonkasten empfehlen wir eine handelsübliche Petunienerde, die auf den spezifischen Bedarf der exotischen Nachtschattengewächse genau abgestimmt ist.

Wann ist Blütezeit?

Am richtigen Standort und unter liebevoller Pflege, blüht die Petunie ohne Unterlass von Mai bis November. Konsequentes Ausputzen verwelkter Blüten leistet einen wichtigen Beitrag, um den verschwenderischen Blütenflor über diesen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Wenngleich fähige Züchter bereits einige selbstreinigende Sorten zuwege brachten, erfordern die Sommerblumen mehrheitlich diese unverzichtbare Pflegemaßnahme.

Petunie richtig schneiden

Rücken Sie Ihren Petunia während der Wachstums- und Blütezeit möglichst nicht mit der Schere zu Leibe. Die exotischen Blütenschönheiten möchten sich lieber ungestört entfalten. Verwelkte Blüten lassen sich mit den Fingern ohnehin sehr viel einfacher ausputzen und fügen der Pflanze keine Wunden zu. Steht eine Überwinterung auf dem Plan, schneiden Sie die langen Ranken und Triebe kurz vor dem Einräumen bis auf 20 cm zurück.

Petunie gießen

Die prächtigen Sonnenanbeter brauchen reichlich Wasser. Sobald die Oberfläche von Substrat oder Beeterde angetrocknet ist, gießen Sie aus der Kannentülle unmittelbar auf die Wurzelscheibe. Verwenden Sie dabei ausschließlich weiches Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser. Während warmer Sommertage kann insbesondere im Balkonkasten tägliches Wässern am frühen Morgen und nochmals in den Abendstunden erforderlich sein.

Petunie richtig düngen

Eine opulente Blütenfülle basiert nicht zuletzt auf einem ausgewogenen Nährstoffhaushalt. Düngen Sie Petunien von Mai bis zum Ende der Blütezeit wöchentlich mit einem Phosphor-betonten Flüssigdünger, denn dieser Nährstoff regt das Blütenwachstum explizit an. Fernerhin bietet der Fachhandel speziellen Petunien-Dünger an, dessen Zusammensetzung den erhöhten Eisenbedarf berücksichtigt, was freilich seinen Preis hat. Solange Sie konsequent weiches Gießwasser verwenden, sind zusätzliche Gaben von Eisen ohnehin Makulatur. Kumuliert hingegen der Kalkgehalt in der Erde, weil Sie hartes Leitungswasser verwenden, gelangt das lebenswichtige Eisen nicht mehr in die Pflanzenbahnen. In diesem Fall kommen Sie um die Gabe zusätzlichen Eisendüngers nicht mehr herum. Wo Zugriff auf sauren Laubkompost besteht, düngen Sie Garten-Petunien alle 8-14 Tage mit diesem organischen Dünger. Wichtig zu beachten ist, dass jegliches Düngemittel auf zuvor mit klarem Wasser angefeuchtete Erde verabreicht wird.

Krankheiten

Aufgrund des dichten Blüten- und Blätterkleides, zählen Petunien zu den bevorzugten Opfern von Pilzinfektionen. Das gilt insbesondere während feucht-warmer Sommertage, wenn das Laub nicht trocknen kann. In erster Linie sind Echter und Falscher Mehltau zur Stelle, um die Pflanzen mit einem mehlig-weißen Belag auf den Unter- und Oberseiten der Blätter zu überziehen. Schneiden Sie bei den ersten Anzeichen alle infizierten Pflanzenteile weiträumig heraus und entsorgen diese im Hausmüll. Daraufhin geben Sie auf 1 Liter kalkfreies Wasser 125 Milliliter frische Milch (keine H-Milch). Diesen Mix sprühen Sie solange auf die befallenen Pflanzen, bis sich keine Symptome mehr zeigen.

Überwintern

Von Natur aus verfügen Petunien über die Lebenskraft für eine mehrjährige Kultivierung. Da die südamerikanischen Nachtschattengewächse keinen Frost vertragen, gelingt dieses Vorhaben einzig mithilfe eines adäquaten Winterquartiers. So machen Sie es richtig:

  • Vor dem ersten Frost alle Triebe bis auf 15 cm einkürzen
  • Beetpflanzen ausgraben und in Töpfe mit einem Mix aus Blumenerde und Sand stellen
  • Gemeinsam mit den eingeräumten Balkonkästen (109,00€ bei Amazon*) aufstellen am hellen Platz mit 5-10 Grad Celsius

Gießen Sie während der Überwinterung nur wenig und verabreichen Sie keinen Dünger. Ab April gewöhnen Sie Ihre floralen Wintergäste schrittweise an mehr Licht und höhere Temperaturen. Balkon-Petunien können jetzt umgetopft werden in frisches Substrat. Die überwinterten Beet-Petunien pflanzen Sie ab Mitte Mai aus.

Petunie vermehren

Inmitten der Saison ziehen Sie mit Stecklingen ganz einfach weitere Petunien heran. Schneiden Sie hierzu nicht blühende Kopfstecklinge knapp unterhalb eines Blattknotens oder einer Knospe ab und entfernen die unteren Blätter. In kleinen Töpfchen mit magerem Anzuchtsubstrat bewurzeln die Triebe innerhalb kurzer Zeit und können ausgepflanzt werden. Um eine Vielzahl junger Petunia zu züchten, hat sich die Aussaat bewährt. Nach dieser Kurz-Anleitung gehen Sie richtig vor:

  • Im Herbst reife, braune Samenkapseln mit den Fingern abknipsen
  • Am trockenen, warmen Ort nachreifen lassen, bis die Kapseln das Saatgut freigeben
  • Im luftdichten, dunklen Schraubglas bis Februar im kühlen Keller aufbewahren

Ende Februar/Anfang März säen Sie die feinen Samen aus und drücken die Lichtkeimer lediglich auf dem feuchten Substrat an. Bei 20-23 Grad Celsius keimen die Samen innerhalb von 2-3 Wochen auf der halbschattigen Fensterbank. Halten Sie die Aussaat konstant feucht mit kalkfreiem Wasser bei Zimmertemperatur.

Petunie im Topf

Es sind vornehmlich die straff aufrechten Petunien, die im Topf den sonnigen Balkon und die lichtdurchflutete Terrasse in ein sommerliches Blütenmärchen verwandeln. Als Substrat empfehlen wir eine spezielle Petunienerde, die alle wichtigen Bestandteile für eine lange Blütezeit enthält. Legen Sie zunächst eine Tonscherbe über den Wasserablauf, bevor Sie das Substrat einfüllen. So pflegen Sie Petunia im Topf mit Sachverstand:

  • Bei angetrocknetem Substrat gießen mit weichem Wasser
  • Von Mai bis zum Ende der Blütezeit wöchentlich flüssig düngen
  • Verwelkte Blüten alle 1-2 Tage ausputzen

Am Ende der Saison ist es einer verwelkten Petunie nicht unbedingt anzusehen; dennoch verfügt die Pflanze über das Potenzial einer mehrjährigen Kultivierung. Werfen Sie Ihre schönsten Exemplare daher nicht weg. Stattdessen schneiden Sie die Triebe bis auf 15 cm zurück und überwintern die Blume am hellen Standort bei 5-10 Grad Celsius. Gießen Sie nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Von Oktober bis März verabreichen Sie keinen Dünger. Im Frühjahr topfen Sie die Blumen um und gewöhnen sie schrittweise an Sonnenlicht und höhere Temperaturen.

Ist Petunie giftig?

Die botanische Zuordnung zu den Nachtschattengewächsen lässt uns aufhorchen. Tatsächlich zählt die Petunie ebenfalls zu den Giftpflanzen, allerdings auf niedrigem Niveau. Ein absichtlicher und unabsichtlicher Verzehr von Blättern, Blüten und Samen verursacht unangenehmes Kratzen im Hals bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Das gilt sowohl für Kinder als auch für Haustiere, sodass im Zweifel Petunien außerhalb deren Reichweite angesiedelt sein sollten.

Schöne Sorten

  • Zauberglöckchen New Celebration: Die beliebteste Sorte für den Balkon; üppig blühend und selbst reinigend
  • Purple: Prachtvolle Surfina-Petunie mit unzähligen Blüten in sattem Pink für Kästen, Ampeln und Kübel; bis 120 cm lang
  • Viva: Eine Rarität mit leuchtend gelben, Handteller-großen Trichterblüten den ganzen Sommer hindurch
  • Littletunia Candy Delight: Einzigartige, 30 cm kleine Sorte, mit großen Trichterblüten in Weiß, Rosa und Rot
  • Night Sky: Dunkelblaue, weiß gesprenkelte Blüten, zauberhaft schöner FleuroStar 2016 mit 50-60 cm Wuchshöhe/Länge
  • Kabloom Deep Pink: Zaubert Blütentürme in leuchtendem Pink hervor an aufrechten Trieben im Beet und Topf; 25-30 cm
  • Spiderweb Petunia Alba: Bis zu 15 cm große weiße Rüschen-Blüten ziert eine spinnenartige Zeichnung in dunklem Purpur
Text: Paula Jansen

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