Zitruserde – Ein kleiner Kaufratgeber

Ob Zitronen-, Orangen- oder Mandarinenbäumchen: Zitruspflanzen (Citrus) sind beliebte Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse. So mancher Besitzer eines Zitronenbaums hofft zudem darauf, bald eigene Früchte ernten zu können. Doch bis es soweit ist, braucht so ein Bäumchen viel Licht, die richtige Pflege und optimale Wachstumsbedingungen. Dazu gehört auch, zum Einpflanzen das passende Substrat zu verwenden. Welche Zitruserde sich eignet und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

zitruserde
Torffreie Erde ist immer vorzuziehen

Unsere Empfehlungen

Menge / Abpackung 10 Liter
Preis/Liter ca. {PREIS/10} EUR
Enthält Torf ja
Inhaltsstoffe Torf, Grünkompost, Sand, Kalk, Tongranulat, Dünger
Vordüngung ja, für 12 Wochen
pH-Wert 5,0 bis 6,5

Bei der Compo Sana Zitruspflanzenerde handelt es sich um eine gebrauchsfertige Spezialerde, die zudem mit einer organisch-mineralischen Startdüngung für 12 Wochen versehen ist. Die Nährstoffe stammen aus Grünschnittkompost sowie mineralischen NPK- und Spurenelementendüngern. Ebenfalls sind Quarzsand (14,90€ bei Amazon*) und Tongranulat enthalten, die diese Zitruserde besonders locker und wasserdurchlässig machen. Hauptbestandteil des Substrats ist allerdings Hochmoortorf, was als einziger Minuspunkt zu verbuchen ist. In ihren Rezensionen zeigen sich die Amazonkunden mit dem Produkt höchst zufrieden, nur das Auftreten von Trauermücken wird gelegentlich bemängelt. Deren Eier und Larven finden sich in vielen Substraten, weshalb man Pflanzerde vor einer Verwendung durch Hitze sterilisieren sollte.

Menge / Abpackung 18 Liter
Preis/Liter ca. {PREIS/18} EUR
Enthält Torf nein
Inhaltsstoffe Holz- und Kokosfasern, Rindenhumus, Blähton,(21,95€ bei Amazon*) Bimsstein, Quarzsand, Bentonit, Kalk
Vordüngung ja, für 4 bis 6 Wochen
pH-Wert 5,0 bis 6,5

Gänzlich ohne Torf kommt hingegen die Mediterrane Pflanzen-Erde von Florissa Natürlich aus, die aus rein natürlichen Inhaltsstoffen zusammengesetzt ist und sich deshalb gemäß Verordnung EG834/2007 für den ökologischen Landbau eignet. Als Hauptbestandteile kommen hier nachhaltige Rohstoffe wie Holz- und Kokosfasern zum Einsatz, für die lockere Beschaffenheit sorgen Quarzsand, Bims und gebrochener Blähton. Die Vordüngung ernährt Ihre Zitruspflanzen für die ersten vier bis sechs Wochen, wobei die Nährstoffe aus hochwertigem Rindenhumus sowie aus Bentonit – einem natürlich vorkommenden Mineral – stammen. Amazon-Kunden zeigen sich mit diesem Produkt mehrheitlich sehr zufrieden, zumal diese Zitruserde weder schimmelt noch irgendwelches Getier zu beinhalten scheint.

Menge / Abpackung 40 Liter
Preis/Liter ca. {PREIS/40} EUR
Enthält Torf ja, jedoch torfreduziert
Inhaltsstoffe Torf, Humuserde, Tongranulat, NPK-Dünger, extra Eisen
Vordüngung ja, 4 bis 6 Wochen
pH-Wert 6,0 bis 6,5

Leider ebenfalls nicht torffrei, aber immerhin torfreduziert ist diese Spezialerde für Zitrus- und Mediterranpflanzen von Floragard. Ein weiterer Hauptbestandteil ist zudem Humuserde, die, zusammen mit dem zugegebenen NPK-Dünger, für eine ca. vier bis sechs Wochen anhaltende Startdüngung sorgt. Das enthaltene Tongranulat verbessert die Belüftung sowie die Wasserführung des Substrats, sodass sich die Zitruserde nicht verdichtet und die Wurzeln stets ausreichend Luft und Feuchtigkeit erhalten – ohne dabei „nasse Füße“ zu bekommen. Ein extra Pluspunkt dieses Produkts ist der hinzugefügte Eisendünger, der die Laubblätter sich schön kräftig grün färben lassen soll.

Kaufkriterien

Menge / Abpackung

Zitruserde ist in verschiedenen Abpackungen erhältlich. Meist handelt es sich um kleinere Mengen zwischen zehn und 25 Litern, aber auch größere Säcke mit 40 oder gar 50 Litern Inhalt sind erhältlich. Welche Packungsgröße Sie wählen, hängt von der Größe Ihres Zitrusbäumchens ab sowie von der Menge der damit zu versorgenden Pflanzen. Ein kleiner Zitronenbaum kommt mit einem 10-Liter-Sack gut hin, für größere oder auch mehrere Exemplare benötigen Sie natürlich entsprechend mehr Substrat. Rechnen Sie mit einem Bedarf von zehn bis 20 Litern je Pflanztopf.

Torfgehalt

Hochmoortorf ist seit einigen Jahren als häufiger Bestandteil von Pflanzerde stark in Verruf geraten, wird jedoch immer noch gerne von vielen Herstellern verwendet. Aus ökologischen Gründen sollten Sie jedoch auf torffreie oder zumindest torfreduzierte Produkte zurückgreifen, zumal Torf in der Regel auch kein optimales Substrat für Zitruspflanzen ergibt. Hier wird das Material nur hinzugefügt, um den pH-Wert auf das gewünschte leicht saure Milieu abzusenken, was jedoch durch Rindenhumus oder Grünkompost ebenso gut erzielt werden kann.

Inhaltsstoffe

Achten Sie also darauf, dass die gewünschte Zitruserde möglichst Rindenhumus und / oder Kompost (möglichst Grünkompost oder Laubkompost) enthält. Weitere wichtige Bestandteile sind Quarzsand und Tongranulat, die beide ca. 20 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen sollten und für die lockere Beschaffenheit des Substrats sorgen sollen. Zitruspflanzen bevorzugen eher trockene Erde, weshalb der Vermeidung von Staunässe eine hohe Priorität eingeräumt werden muss. Kohlensaurer Kalk ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, den die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen.

Vordüngung

Ein vorgedüngtes Pflanzsubstrat hat den Vorteil, dass Sie nach dem Umtopfen erst einmal einige Wochen bis Monate nicht düngen müssen und die Pflanzen zum Einwurzeln und Anwachsen alle wichtigen Nährstoffe verfügbar vorfinden. Nach Ablauf dieser Zeit muss natürlich regelmäßig gedüngt werden. Achten Sie darauf, dass die Düngung möglichst aus organischen und mineralischen Bestandteilen besteht: Die mineralischen (z. B. NPK-Dünger oder natürlich vorkommende Mineralien) Inhaltsstoffe sind sofort pflanzenverfügbar, die organischen (z. B. Humus, Kompost) erst nach und nach.

pH-Wert

Zitronen schmecken nicht nur sauer, sie brauchen auch einen leicht sauren pH-Wert – ebenso übrigens wie die meisten Pflanzen. Ideal ist daher ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0, den die meisten Zitruserden erfüllen. Auf den Packungen ist oft eine sehr große Range zwischen 5,5 und 6,5 aufgedruckt, was sich mit der starken Veränderlichkeit des Wertes erklären lässt: Schließlich ändert sich der pH-Wert schon allein durch pflegende Maßnahmen wie etwa das Gießen.

Preis

Die Preise für Zitruserde sind sehr unterschiedlich und bewegen sich, je nach Hersteller, zwischen knapp acht Euro für zehn Liter und knapp zwölf Euro für 40 Liter Substrat – das macht einen Unterschied von 0,78 EUR für die eher teureren und 0,3 EUR für die eher günstigeren Sorten. Allerdings sollte der Preis nicht ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sein, sondern die Zusammensetzung des Substrats. In diesem Fall bedeutet „teuer“ nicht gleich „gut“ und umgekehrt.

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Häufig gestellte Fragen

Eignet sich Zitruserde für alle Zitruspflanzen?

Zitruserde eignet sich nicht nur für die häufiger kultivierten Zitronen, Orangen oder Mandarinen, sondern auch für eher ungewöhnlichere Arten wie Kumquat, Limette, Grapefruit oder die manchmal als Zimmerpflanze gehaltene Kaffernlimette. Auch wenn Sie selbst aus den Samen (z. B. von Supermarktfrüchten) eigene Zitrusbäumchen ziehen möchten, können Sie das Spezialsubstrat verwenden.

Welche Pflanzen kann man noch in Zitruserde setzen?

Aufgrund ihrer lockeren und eher trockenen Beschaffenheit eignet sich Zitruserde zudem gut für viele mediterrane Pflanzen, die ähnliche Bedürfnisse wie die Zitruspflanzen (die ja ursprünglich aus Südostasien stammen) haben. Daher können Sie das Spezialsubstrat auch für Oleander, Olivenbaum, Lavendel und sogar für Palmen verwenden. Auch der beliebte Ficus benjamini (Birkenfeige) gedeiht in dieser Pflanzerde gut.

Wie oft sollte man Zitruspflanzen umtopfen?

Grob gesagt, sollten Zitruspflanzen etwa alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Das lässt sich jedoch so pauschal nicht sagen, da der richtige Zeitpunkt von verschiedenen Faktoren abhängt. Grundsätzlich ist frisches Substrat – und eventuell ein größeres Pflanzgefäß – immer dann notwendig, wenn die Erde zu nass ist (oder gar zu moosen beginnt) oder wenn die Pflanzenwurzeln aus dem Topf herauswachsen.

Warum ist Torf so bedenklich?

Torf wird – wie sollte es auch anders sein – aus Hochmooren abgebaut, die durch den Abbau irreparabel geschädigt werden – mit drastischen Folgen nicht nur für die seltenen Tiere und Pflanzen, die im Moor leben, sondern auch fürs Klima. Wie man heute weiß, sind Moore wertvolle CO2-Speicher, weshalb beim Torfabbau Unmengen des klimaschädlichen Gases freigesetzt werden.

Kann man Zitronenerde auch selber mischen?

Sie können Ihre Zitronenerde auch selbst mischen. Hierfür brauchen Sie reifen Gartenkompost und humusreiche Gartenerde (sehr gut eignen sich hierfür abgetragene Maulwurfshügel), die jeweils ein Drittel des Substrats ausmachen. Dazu kommt je ein Sechstel Quarzsand und gebrochener Blähton als Drainagematerial.

Zubehör

Zitrusdünger

Ebenso wie Zitruspflanzen bestimmte Ansprüche an ihr Pflanzsubstrat stellen, trifft dies auch auf den optimalen Dünger zu. Für ein gesundes Wachstum sollten Sie auf einen organisch-mineralischen Dünger setzen, der extra Kalium und Eisen enthält. Eisen sorgt für eine kräftige, grüne Blattfärbung und verhindert ein Gelbwerden des Laubes. Kalium stärkt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger.

Text: Ines Jachomowski

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