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Bunte Blumenwiesen sind ein Paradies für Bienen

So wird Ihr Garten bienenfreundlich

Über 560 Wildbienen-Arten leben in Deutschland und viele sind vom Aussterben bedroht. Wir sind aber dringend darauf angewiesen, dass sie gemeinsam mit den Honigbienen und anderen Insekten Nutz- und Zierpflanzen bestäuben. Durch ökologisch bewusstes Gärtnern können Sie das Überleben von mindestens zwanzig Prozent der vorkommenden Wildbienenarten sichern helfen. Wie – das erfahren Sie in diesem Artikel.

Steckbrief der Wildbienen

  • Fast alle Wildbienen, ausgenommen Hummeln, sind Einzelgänger. Aus diesem Grund werden sie auch als Einsiedler- oder Solitärbienen bezeichnet.
  • Einige Arten sind nur 1,3 Millimeter klein, andere hingegen werden über 2,5 Zentimeter groß.
  • Viele Wildbienen leben in Brutröhren in der Erde. Manche benötigen Nisthilfen, die in unseren durchstrukturierten Grünflächen immer seltener zu finden sind.
  • Wildbienen können zwar stechen. Sie verteidigen aber nicht einmal ihre Nester und stechen allenfalls, wenn Sie auf diese treten oder die Tierchen beim Zurückschneiden von Pflanzen aus Versehen ungeschickt drücken.

Wie gestalte ich meinen Garten bienefreundlich?

Es ist ganz einfach, für diese Tiere ein wohnliches Zuhause mit ausreichend Nahrungsquellen zu schaffen und sie erfolgreich in den eigenen Garten zu locken. Viele unserer Kulturpflanzen mit gefüllten Blüten bieten Wildbienen allerdings keine Nahrung. Legen Sie deshalb bereits im Frühjahr eine bunte Blumenwiese an. Sie werden staunen, wie es dort innerhalb kürzester Zeit zu summen und zu brummen beginnt.

Eine Wildblumenwiese anlegen:

Reservieren Sie einfach eine Ecke des Gartens für Wildblumen und Kräuter, welche den Wildbienen einen reich gedeckten Tisch bieten. Da das Ansäen im Rasen nicht funktioniert, da die Blütensamen im dichten Grün nicht keimen können, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Entfernen Sie Gras und Unkraut komplett.
  • Wildblumen lieben magere Böden. Vermengen Sie humusreiches Substrat mit Sand und etwas Kies und glätten Sie die Fläche mit dem Rechen.
  • Achten Sie bei der Auswahl des Saatguts darauf, dass es ausschließlich einheimische Wildpflanzen enthält.
  • Mischen Sie die Samen mit der vierfachen Menge Sand.
  • Gleichmäßig ausbringen und andrücken.
  • Das Saatgut keinesfalls mit Erde bedecken, da Wildblumen fast immer Lichtkeimer sind.

Überwiegen im ersten Jahr noch Ackerblumen wie Mohn oder Kornblumen, ist das normal. Auch diese sind wertvolle Nahrung für Wildbienen. Ab dem zweiten Jahr setzen sich weitere Wildkräuter durch und es bildet sich eine natürliche Pflanzengemeinschaft.

Mähen Sie das Wildblumenstück nicht auf einmal, da Sie dadurch den Wildbienen schlagartig alle Nahrungsquellen entziehen würden. Verwenden Sie hierfür eine Sense, da das Gras für den Rasenmäher zu hoch steht.

Natürliche Lebensräume schaffen

Sorgen Sie für vielfältige Brutmöglichkeiten. Einige Wildbienenarten legen ihre Brutröhren in verwittertem Holz an. Sie nutzen zu diesem Zweck nicht nur Totholz, sondern auch alte Zäune oder die etwas verwahrlosten Bretter eines Komposthaufens.

Schneiden Sie trockene Stängel von Zierpflanzen im Herbst nicht bodennah zurück. Wildbienen legen ihre Nester gerne in den senkrecht stehenden, markhaltigen Halmen an. Waagrechte Röhren, wie sie häufig Wildbienenhotels zu sehen sind, werden hingegen kaum angenommen.

Bieten Sie geeignete Nisthöhlen aus Ton oder Holz an. Auch lehmverfugte Mauern sind ausgesprochen beliebt. Leider nur noch selten zu finden passen sie wunderbar zu naturnahen Gärten ein und eignen sich beispielsweise als optisch ansprechende Beetbegrenzung.

Tipps

Selbst eine mit Platten befestigte Terrasse nehmen Wildbienen gerne als Lebensraum an, vorausgesetzt die Fugen sind mit Sand und nicht mit Splitt aufgefüllt.

Text: Michaela Kaiser Artikelbild: nnattalli/Shutterstock

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